Programmiersprachen für 2015

Bisher habe ich mich primär mit PHP und Python (und früher auch mit Java) auseinandergesetzt. Doch bei der Fülle an Programmiersprachen die es gibt, ist es an der Zeit über den Tellerrand zu schauen. Die Zeiten, dass man nur eine Sprache beherrscht und die dafür perfekt sind schon länger vorbei und so rückt das polyglotte Entwickeln näher. Da ich schon immer einen Faible für verschiedene Sprachen hatte, habe ich mir für dieses Jahr mal ein paar aufgeschrieben:

Aktuelle Sprachen

Ich beschäftige mich im ersten Teil der Artikelserie erst einmal mit Äußerlichkeiten. Daher nicht gleich die Kommentare fluten wenn ich mich hier nun erst einmal über Äußerlichkeiten wie Syntax, Transcompile Fähigkeiten etc. auslasse. In erster Linie muss ich als Entwickler die Sprache mögen. Was nützt es mir wenn ich jeden Tag mit einer Sprache arbeite die mich nicht anspricht oder flüssig aus der Hand geht. Da kann die Sprache noch so performant und toll sein, wenn man keinen Zugang zu ihr hat, wird man nie in die Tiefe kommen wie jemand der mit Leidenschaft die Sprache verwendet. Entwickeln ist für mich nicht nur “get the shit done” sondern eher ein kreativer Akt. Und so wie es Künstler gibt die eben nur Klavier, Geige oder mit Ölfarben hantieren, so habe ich mein Set an Sprachen die ich gern verwende – dafür aber intensiv.

Python

Meine Lieblingssprache. Klarer Syntax, schnelle Produktivität, dafür etwas langsam. Super erweiterbar, sehr stabile Libraries und Batteries inkluded, so dass man fast keine externen Libraries braucht. Einfach ein Allzwecktool für jede Gelegenheit. Böse war jedoch der Break zwischen Python 2 und Python 3. Das wurde ordentlich verkackt und ob sich die Sprache davon so schnell erholt bin ich mir nicht sicher.

PHP

Die Sprache mit der ich am längsten zu tun habe und nicht zu denen gehöre die PHP verteufeln. Die Sprache selber ist zwar hier und da etwas lazy und man muss genau hinschaun was für Daten in der Variable stehen bevor man die quer durch die App schleppt, aber ansonsten hab ich mit PHP keine Probleme. Leider ist generell bei PHP jeder der Meinung alles immer unnötig aufzupumpen und extrem komplexe Frameworks zu schreiben, die dann hinterher die eigentlich sehr schnelle Sprache derart ausbremsen, dass man wieder mit XCache und Konsorten hantieren muss. Der PHP Gemeinde täte ein PEP-20 von Python gut. Einfach mal den ganzen unnötigen Schmodder vor die Tür bringen – less is more.

Ausrangierte Sprachen

Java

Wenn es keinen expliziten Grund gibt fasse ich Java nicht mehr an. Ich habe mich damit mehrere Jahre beschäftigen müssen und das hat mir gereicht. Die neuen Dialekte die es gibt machen den Krauttopf nur noch fetter als er ist und beheben das eigentliche Problem nicht.

Neue Sprachen

Nim (früher: Nimrod)

Die Sprache sieht recht vielversprechend aus. Da ich Fan von OSR (Off-Side-Rule Languages) bin, spricht mich der Syntax direkt an. Die Sprache ist allerdings noch recht jung, so dass sich vermutlich noch einiges ändern wird. Der Compiler übersetzt die Sprache in verschiedene andere Sprachen und kompiliert dann. Aktuell gibt es C, C++ und Javascript soweit ich das gesehen habe. Mal ein Ausschnitt vom Syntax, der ähnlich Python ist:

Als Einrückung werden immer 2 Leerzeichen verwendet, Tabulatoren sind verboten. Python nutzt 4 Leerzeichen.

Julia

Die Sprache ist noch jünger als Nim und entsteht derzeit im Umfeld von Scipy, ist also primär für Hochleistungsberechnungen gedacht. Für mich macht die Sprache aktuell den Anschein als ist es eine Weiterentwicklung von Python mit Cython im SciPy Umfeld um die Pythonproblemchen besser in den Griff zu bekommen. Besonders interessant an der Sprache ist für mich, dass der Syntax wieder ähnlich Python ist und obwohl die Sprache kompilierte Binaries erzeugen kann, dennoch dynamisch typisiert ist. Dynamische Typisierung sieht man eher bei Scriptsprachen (Python, PHP). Julia übersetzt seine eigene Syntax beim Kompilieren in eine LLVM intermediate representation sowie den Assembler Code. Die mitgelieferte Shell bietet gleich noch die Möglichkeit mal reinzuschauen was der JIT Kompiler gemacht hat. Hier mal ein Syntax Beispiel eines Quicksort Algos:

Klasse, kein unnötiges Klammer-Gedöns. Ich hoffe, dass die Sprache vorankommt. Müsste ich mich zwischen Julia und Nim entscheiden würd ich trotzdem beide verwenden ;)

JavaScript / CoffeeScript

Zu JavaScript muss ich nicht viel dazu sagen. Den Syntax finde ich unhandlich, allerdings kommt man um JavaScript nicht wirklich herum, da es Dart von Google nicht bringen wird. Zum Glück gibt es aber mit CoffeeScript einen Transcompiler zu JavaScript. Da ich allerdings nicht blind irgendwelche Sprachen verwende sondern auch den produzierten Quelltext verstehen will, muss es eben beides sein. Hier mal ein Ausschnitt zu CoffeeScript:

Ist zwar nicht ganz so klar wie Julia, Nim und Python, kann man aber verkraften ;)

C

Steht eigentlich schon länger auf der Liste. Einiges habe ich damit auch schon gemacht, allerdings ist mir das zu sehr das Spiel mit 2 Reagenzgläsern die bei falschem Zusammenschütten in die Luft gehen. Daher lese ich viel Quelltexte und arbeite mich Schritt für Schritt in C vor. Um schnell produktives zu erzeugen ist die Sprache aber nichts.

Rust

Während bei C (in die C++ Hölle begebe ich mich erst gar nicht) es immer das Spiel mit dem Feuer ist (irgendwo kann sich ein dangling Pointer verstecken) macht Rust einiges anders. Ursprünglich als Research Projekt von Mozilla für die neue Browser Engine Servo gestartet hat die Sprache mittlerweile 1.0 erreicht und verspricht vor allem Memory Safety. Der Kompiler ist streng und sorgt dafür dass man diszipliniert entwickelt. Dennoch hat man die Kontroller über sehr systemnahe (low-level) Funktionen. Die Zielgruppe sind frustrierte C++ Entwickler, jedoch auch für C Leute ist die Sprache nicht uninteressant. Der Syntax ist allerdings nichts für Pythoniasten. Das Beispiel zeigt ein Closure:

Steht auf der Todo und ich will damit auch einiges mal ausprobieren.

Go

Tja was ich mit Go auf längere Sicht anfangen werde ist mir aktuell nicht so klar. Die Sprache selbst bringt nichts wirklich Neues und ich frage mich aus welchem staubigen Archiv Google den Syntax ausgegraben hat (Ich sehe gerade, dass die Sprache von Alef und Limbo abstammt, also aus dem Archiv von Bell Labs). Auch wenn mit Rob Pike und den anderen Köpfe an der Sprache gesessen sind die einiges markantes geleistet haben (UTF-8, B als Vorgänger von C) ist die Sprache hinterm Mond. Da hat Rust weit mehr zu bieten. Das was die Sprache vergeigt, reisst die Community wieder raus. In der kurzen Zeit wo die Sprache publik wurde sind Libraries an allen Ecken und Enden entstanden und entstehen noch. Man weiss gar nicht wo man zuerst anfangen soll ;)

Was mich jedoch sehr wundert ist, dass manche Unternehmen die früher primär auf Python als “Haussprache” gesetzt haben, das komplett über Board werfen und mal eben alles neu schreiben. Wenn Python an einigen Stellen hakt oder lahm ist, dann tauscht man doch nur den einen Part aus und schreibt nicht alles in einer neuen Sprache komplett neu und fängt damit mit den Kinderkrankheiten, Bugfixes von vorne an.

Ebenfalls gegen den Strich geht mir das Diktat der Sprache wie man Sourcecode Verzeichnisse zu organisieren hat. Als Entwickler wünsche ich mir Freiheiten, ich möchte meinen Quelltext so anordnen wie mir das gefällt oder ich das für richtig finde – und nicht irgend ein Kompiler vorgibt und erwartet.

Abgerundet wird die Sprache damit, dass sogar die Formatierung vorgegeben wird (go.fmt) obwohl durch die Klammern man eigentlich Formatieren könnte wie man wöllte (curly-bracket languages). Ich finde den Syntax in der Schreibweise sperrig und nicht so flüssig wie Python, Nim oder Julia.

Ich werde das weiter beobachten, jedoch Scherwpunktsprache wird Go bei mir nicht werden. Hier noch ein Ausschnitt aus der Syntax am Beispiel einer variadischen Funktion:

Ach eins noch. Was mir bei Go ebenfalls tierisch auf den Keks geht ist die Boilerplate für die Fehlerbehandlung. Dazu gibt es einen Blogbeitrag auf dem Go Blog “Fehler sind Werte”.

Verbesserung:

Grauenhaft. Der Go Blog erklärt dann, dass Fehler nur Values sind und man das auch wieder verarbeiten kann. Also bitte, mit Fehlern will sich eh niemand beschäftigen, jetzt soll man auch noch drum rum programmieren damit man nicht solche Boilerplates hat… Grmpf.

Abschluss

Es gibt sicher noch eine ganze Tonne anderer Sprachen, wie Haskell, OCaml etc. Die funktionalen Sprachen reizen mich aktuell noch nicht und 2016 brauch ich ja auch noch was. Geplant ist, dass ich die nächste Zeit auf jede Sprache in einem eigenen Beitrag etwas tiefer eingehe. Gerade die Sprachen die ich mir aneignen will, werde ich in “byexample” Beiträgen abarbeiten.

Wenn Rechte Recht sprechen sollen

Es mag durch aus sein, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, das will ich nicht in Abrede stellen. Jedoch sollte man genau prüfen wo er diese zweite Chance erhält. Laut einem Bericht der fränkischen Online-Gazette “Main-Netz” (dank Leistungsschutzrecht verzichte ich hier auf jegliche Verlinkung oder Wiedergabe eine Ausschnitts) soll ein ehemaliger Frontmann der Band “Hassgesang” die in Berlin ihre vergifteten Kehlen an die Mikrofone hielt, in Lichtenfels (Oberfranken) eine neue Change bekommen. Der neu angehende Zivilrichter soll in Zukunft Ehen und Sorgerechtssachen bearbeiten.

Das bayrische Justizministerium hat wohl von der Sache schon Wind bekommen (obwohl die bayrischen Justiziare immer etwas länger brauchen (siehe Mollath)) und möchte dazu aber keine weitere Stellung beziehen. Man verwies lediglich darauf, dass es neben einer Probezeit wohl auch Prüfungen hinsichtlich der Verfassungstreue geben soll.

Meiner Meinung nach hat sowas in einem Gerichtssaal nichts verloren. Selbst wenn er die Prüfungen und Probezeiten besteht, so ist nicht auszuschließen, dass wenn die Beobachtung abnimmt ein Urteil plötzlich 88 mal unterschrieben wird.

Zu spät

Historische Taschenuhr

Bei den verschiedenen Domainregistraren wird man seit geraumer Zeit mit Info-Emails über neue Domainendungen bombardiert. Bei Antagus (VAUTRON Rechenzentrum AG) ist man nun auf die gloreiche Idee gekommen, die Info-Email gleich noch für etwas anderes zu verwenden, nämlich die Mitteilung dass bei der NIC.AT Wartungsarbeiten sind.

Folgender Text ist also am 1. September 2014 eingetrudelt:

2. Wartaungsarbeiten bei NIC.at

Um die Systeme aktuell zu halten, sind regelmäßige Updates notwendig. Die Wartungsarbeiten werden am Dienstag, den 26.08.2014 von 21:00 bis 05:00 Uhr durchgeführt. Während dieser Zeit kann es zu Ausfällen einiger Dienste kommen. Der Nameservice (DNS) ist davon nicht betroffen.

Die Rechtschreibfehler habe ich zu Authentizitätszwecken beibehalten. Wie gut wenn man “zeitnah” informiert wird :D

 

Bildquelle:

  • Albrecht E. Arnold  / pixelio.de

Sendestörung

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Sofern es irgendwo noch Leser gibt, die diesen Blog regelmäßig lesen, werden in den letzten Tagen festgestellt haben, dass der Blog offline war. Das Problem sind weder Netzstörungen oder Probleme mit dem Hoster, sondern vielmehr mit dem Blogeigentürmer. Dieser Beitrag soll ein Versuch werden, mich zu entscheiden was ich eigentlich mit diesem Blog erreichen will.

Das Bloggen

Ich blogge seit der frühen Stunde der Erfindung von Blogs. Es hat und es macht mir Spass Beiträge zu verfassen, die mit Qualität und nicht mit Quantität überzeugen. Für die Qualität nehme ich mir die Zeit ein Thema ausführlich zu recherchieren, mir Fakten die mit einem Thema zusammen hängen genau anzusehen und schreibe dann einen Artikel. Während meiner Zeit als Selbstständiger, aber auch in der Zeit als ich bei den Piraten gewesen bin, habe ich den Blog vor allem auch dazu verwendet, Themen die mich beschäftigt haben, aufzuarbeiten und in meiner Sichtweise wieder zu geben. Seitdem ich aber nicht mehr Selbstständig und nicht mehr bei den Piraten bin, sind die Themen weniger geworden, die aufzuarbeiten sind, oder aufgrund bestimmter rechtlicher Hintergründe können diese hier nicht aufgearbeitet werden, da ich mich zwar schon als Digital Native verstehe, jedoch nicht von der exhibistionistischen Sorte, die überall und jederzeit ihr komplettes Leben durch Öffnen des Mantels jedem offenbaren müssen.

Themenlosigkeit

Und so stellte sich langsam aber sicher eine gewisse Themenlosigkeit ein, die auf dem Blog auch zu spüren war. Über politische Themen zu bloggen, war als Mitglied bei den Piraten viel ansprechender als heute. Wenn ich mich hier über die Ukraine und Russland oder andere Themen auslasse, qui bono? Zeitvertreib? “Damit es der von schwarz-weiss.cc auch noch gesagt hat?” – Nein das verstehe ich nicht unter Bloggen; das Tröten in die selben Hörner wie alle ist nicht meine Welt. Die Themenlosigkeit muss ich selbst für mich in den Griff kriegen, in dem ich einfach meinen Fokus auf neue Themen lenke. Ein paar davon habe ich auf der Pfanne und es wird Zeit darüber auch mal zu schreiben.

Jemand da?

Ein weiterer Punkt ist der Monolog. Es gibt auf diesem Blog sehr wenige Kommentare, geweige denn Pingbacks. Besucher und tolle Statistiken interessieren mich nicht. Was habe ich davon zu wissen, dass 3000 Leute im Monat auf meinem Blog waren, wenn nicht einer davon einen Kommentar hinterlässt oder einen Trackback sendet? Wie kann es sein, dass hier 3000 Leute vorrüber gehen und niemand kommentiert? NOCH NICHT MAL NEGATIVES!!11einsELF
Wo sind allso all die Besucher und Leser wenn man sie nicht sieht? Kommentatoren, Trackbacks und Pingbacks sind das Salz der Suppe des Blogs. Warum hören so viele Blogger das bloggen auf? Nicht weil die keine Lust mehr haben, sondern weil die Leser lieber mit ihren dicken Hintern in Facebook hocken und Zuckerberg das Geld in den Arsch blasen!! Hat denn niemand mehr die Zeit und Lust, Beiträge zu lesen die mehr als 140 Zeichen oder ein Facebook Post sind? Oder glotzen alle nur noch RTL und verschleudern ihr letztes bisschen Verstand zwischen den Sackhaaren von Schill im Promi Bigbrother? Wer schaut sich sowas überhaupt an?!

Kommerz

Von diesen Bloggern gibt es leider zu viele mittlerweile (das gleiche Phänomen entdecke ich auch auf Youtube). Ich kann durchaus verstehen, dass Firmen Geld verdienen wollen und deswegen einen Unternehmensblog haben. Sowas kann man lesen, muss man aber nicht. Wenn aber private Blogger, die sich zur Bloggergemeinde zählen, nichts anderes zu tun haben, als mir von Hengstenberg das neue Gurkenwasser auf einem einfachen Rezepteblog unterzujubeln und hoffen das ich auf den Amazon Link klicke um dort einen 10 Liter Gurkenwasserkaniser zu kaufen, dann muss ich sagen, “könnt ihr machen dann aber schreibs dran”. Ich bin wirklich verärgert darüber, dass es kaum noch nicht-kommerzielle Blogger gibt, die sich nicht durch die große Marketingquetsche drehen und sich vollständig prostituieren lassen.

Ich würde gerne mal wieder einen Blog lesen, auf dem politische Themen aufgearbeitet sind und damit die Stimme des Volkes wahrnehmen, wenn schon nicht in der Öffentlichkeit, weil dank unserer Politik das Demonstrationsrecht (das übrigens ein Grundrecht ist) derart beschnitten wurde, dass sich keiner mehr was sagen traut oder dank der Abmahnmaschinerie im Internet Blogger heutzutage eine Anwaltskanzlei im Keller und eine Schere im Kopf haben müssen, um nicht finanziell ruiniert zu werden, nur weil man sich über den Scheiss Support eines pinkfarbenen Telekommunikationsdienstleistungsunternehmens aufregt.

Deswegen muss sich was ändern, hier und überhaupt

Ich habe mir nun fest vorgenommen, wieder mehr Zeit in meinen Blog zu investieren. Themenlosigkeit ist nach /dev/null verschoben worden und Themen sind genug da. Ausserdem werde ich auf die Suche gehen und private Blogger suchen, irgendwo müssen die hier noch sein… Ich mag nicht glauben, dass es keine mehr gibt.

In dem Blog wird es noch ein paar weitere Änderungen geben. Welche das genau sein werden, kommt in einem weiteren Blogbeitrag.

 

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Jörg Sabel  / pixelio.de

Still und heimlich…

… wurde die Trackback Funktion bei Golem.de eingestellt. Finde ich interessant, dass diese Einstellung noch nicht einmal einen Betrag bei Golem.de selbst wert war. Aber seitdem die Gründer des Onlinemaganzins nicht mehr Bestandteil sind, scheinen dort andere Winde zu wehen. Schade eigentlich, jedoch ist mir in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, dass dort Beiträge auftauchen, die mehr Werbecharakter denn journalistischer Beitrag sind.

Minority Report

Einem Beitrag von Golem.de zufolge, beginnen bereits die ersten Vorbereitungen oder “Überlegungen” zu einem predictive Policing. Das klingt erst einmal harmlos, ist es jedoch nicht. Wer den Film Minority Report gesehen hat, wird bei dem Thema schlagartig hellhörig.

Die Polizei plant anhand von empirischen Daten eine Vorhersage von möglichen Straftaten und will dementsprechend reagieren. Dabei geht es jedoch nicht darum, entsprechend viele Polizeibeamte zu einer Versammlung zu fahren, weil dort viele Taschen gestohlen werden sollen um im Anschluss die Anzeigen, Beweise und Aussagen aufzunehmen, nein – es geht direkt um das Verhindern der Straftaten, noch bevor sie geschehen sind. Und genau darin liegt die Gefahr. Um die Vorhersagen möglichst genau zu treffen, ist es notwendig Daten zu sammeln. Bisher werden diese Daten, sofern sie gesammelt werden, vom Datenschutz geschützt, der jedoch an vielen Stellen so weich wie Butter ist. Ausserdem: Die Daten sind da, angesichts der Rechtsverletzungen die unbekümmert von den Ermittlungsbehörden in den letzten Monaten und Jahren ungeahndet begangen wurden, muss man sich nicht wundern, wenn plötzlich Daten miteinander verschränkt werden, die eigentlich nicht verschränkt werden dürften. Die rechtliche Bastion ist mir persönlich hier viel zu dünn. Daher: Daten gar nicht erst erheben, dann können diese auch nicht für andere Zwecke verwendet werden.

Jedes System das dazu geschaffen ist, Gutes zu tun, kann leicht dazu verwendet werden, Schlechtes zu vollbringen, denn es führt nur das aus, was der Bediener ihm anweist.

Wenn es also nun einhergeht, dass mittels Vorhersagen Menschenansammlungen, oder Auffälligkeiten, wie das Parken eines dunklen Lieferwagens in einer Seitenstrasse, die Gedankenpolizei auf den Spielplan ruft, weil es könnte jemand eine Straftat planen, so frage ich mich, wo das Ganze enden wird. Wer das wissen will, ist mit dem Film Minority Report gut bedient.

Getrennte Wege

spaltholz

Es war ein Experiment, das war aber keinem bewusst, es wurde einfach gemacht und irgendwie hat es funktioniert. Bis gestern, da war Schluss. Einer packt seine Sachen, räumt alles raus, nimmt alles mit – nach kurzer Diskussion wie was aufgeteilt wird. Danach bleibt einer zurück; allein mit dem Rest.

Bestandsaufnahme. Neuanfang – weiter gehts.

Was im ersten Moment wie ein Roman über Ehekrieg klingt, ist in Wirklichkeit keiner und viel banaler. Irgendwann, den genauen Zeitpunkt weiss ich nicht mehr, kam die Idee zwei Blogs, zwei Individuen,  zusammen zu legen. Der eine Blog war Schwarz-Weiss.cc der andere war SammelSchrott.net. Irgendwie hatte man die gleichen Interessen, die selben Themen, die selbe Lust auf andere draufzuhauen. Doch haben wir damals eines vergessen: Ein Blog ist ein Blog und etwas anderes als ein kommerzielles Projekt in dem das Interesse der Versilberung von Diensten ist. Ein Blog geht tiefer, ist persönlicher, individueller. So begann das Verbiegen, die Schere im Kopf, jeder überlegte sich was er wie schreiben soll, nur um innerhalb selbst gesetzter Grenzen zu agieren, nichts zu provozieren, keinen Schaden anzurichten. Und am Ende ist man nicht mehr seiner selbst – verstellt, unnatürlich, unerkannt.

Da sich keiner auf Dauer verbiegen will, die Schere im Kopf geräumt werden soll, kam die Trennung der beiden Blogs. Schwarz-Weiss.cc, wird wieder von mir allein betrieben und der bisherige Co-Autor beginnt ein neues “Blogleben” auf KiloHack. Die Interessen und Themen sind weiterhin die gleichen, nur die Menschen, die die Beiträge verfassen sind wieder sie selbst, natürlich, unverblümt, kräftig im Geschmack.

Ich freu mich drauf.

PS: Der geschätzte Kollege hat es auf seinem Blog etwas juristischer ausgedrückt. Zugegeben, die Variante konnte ich mir für einen Blogbeitrag ebenfalls gut vorstellen, das krasse Gegenteil dazu gefiel mir dann doch besser ;)

 

Bilquelle:

  • Petra Schmidt  / pixelio.de

Huawei K3772 Stick und PIN Eingabe

Da ich mich derzeit im Rahmen eines kleinen Projekts mit Arch Linux und Huawei K3772 Sticks auseinander setze, kam die Problematik auf, dass man die nervige PIN Eingabe bei den Sticks abschalten möchte. Interessanter Weise war Gammu dazu nicht in der Lage, also mussten die direkten AT Commands her. Zur Kommunikation  mit dem Stick verwende ich Minicom unter Arch Linux.

Los gehts

Mit diesem Befehl kommt man in das Setup. In der Regel installiert sich der Stick unter /dev/ttyUSB0, /dev/ttyUSB1, /dev/ttyUSB2 – falls das nicht der Fall ist, dann fehlt usb_modeswitch.

Im Setup von minicom richten wir nun als erstes die serielle Schnittstelle ein.

Danach als Standard-Einstellung speichern und minicom verlassen. Nun wird minicom erneut gestartet und die AT Befehle abgesetzt

Mit ATI werden allgemeine Informationen sowie die IMEI des Sticks angezeigt. Um nun die PIN zu deaktivieren ist folgendes erforderlich:

Der Part mit “0000” muss durch die tatsächliche PIN ersetzt werden. Ist die Umstellung geglückt, so wird das mit einem einfachen “OK” quittiert. Falls ein Fehler auftaucht, kann erst einmal gecheckt werden, welchen Status der Stick hinsichtlich der PIN hat.

Der Befehl kann auf zwei Arten quittiert werden:

“0” steht für deaktivierte und “1” für die aktivierte PIN Abfrage. Solange eine “1” dort steht muss, man den Vorgang wiederholen, damit er auf “o” steht. Sobald das geschehen ist, ist die PIN Sperre weg.

Hans Dampf

Na sowas aber auch: Seit über 15 Jahren bin ich am Rauchen. Immer nur Zigaretten, mal zwischen durch auch Pfeife mit Tabak (keine anderen Stoffe). Ich habe auch 2+ mal versucht aufzuhören, das eine Mal hat es ein paar Monate funktioniert, ein anderes Mal habe ich es knapp ein halbes Jahr durchgehalten. Nun rauche ich wieder und bin seit kurzem umgestiegen. Ja, – ich dampfe jetzt. Nein nicht vor Wut, sondern leckere Liquids (naja gut, ein leckeres Liquid, weil der Nachschub noch nicht da ist.

Mit dem Thema Dampfen beschäftige ich mich schon länger. Mehr argwöhnisch habe ich das Thema betrachtet, habe zig Forenbeiträge und viele Youtube Videos gesehen. Probiert habe ich es erst vor kurzem. Und nach einer anfänglichen Skepsis bin ich mittlerweile begeistert. Ich bin den ersten Tag ohne Pyro ausgekommen und als ich die Aschenbecher, die hier noch rumstanden weggeräumt habe, musste ich mich ernsthaft fragen, wie ich das vorher ausgehalten habe. Das Zeug riecht einfach grässlich.

Die E-Zigarette ist aber eine Umstellung an die man sich gewöhnen muss. Und diese Umstellung werde ich hier in meinem Blog berichten. So von Anfänger zu Anfänger. Was ich in der ganzen Dampfersache vermisse ist ein richtig schönes Einsteigerblog wo alles von der Pike auf erklärt wird und vor allem der Weg ein wenig bereitet wird. Das werde ich hier versuchen zu bieten, ich freue mich auf viele Leser.

Die ersten Beiträge werden darüber handeln warum ich dazu gewechselt bin, was mein Einsteigergerät ist und warum  Tabakliquids euch nicht den Weg bereiten werden!

Und in diesem Sinne grüße ich die ganze Dampfergemeinde weltweit und allzeit Gut Dampf!

Untauglicher Versuch eines Widerrufs

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt und die Idioten stehen schon wieder Schlange. Mann, mann, mann. Dieses Mal gibt sich eine Volksbühne aus Nordrhein-Westfalen die Klinge in die Hand. Das Ziel: Man möchte einen Vertrag kündigen und ist mit der einfachen Vorschrift der Schriftformerfordernis so überfordert, dass es schon einem Theaterstück gleich kommt. Aber der Reihe nach.

Im alten Jahr, irgendwann im 3 Quartal ging ein ganz wichtiges Einschreiben ein. Man schickte einen Brief in dem eine Kündigung abgefasst war. Man hat an alles gedacht: “Schick das bloß per Einschreiben, sonst gilt das nicht” hat man vermutlich beim gemeinsamen Tee in der Requisite noch geraten. Tja, nur hätte man dort auch den Rat geben sollen, dass ein Schriftstück das eine Willenserklärung darstellen soll, die der Schriftformerfordernis unterliegt auch unter Unterschrieben sein muss. Ui! Na wer hätte denn das gedacht – richtig: Niemand. Und so war das tolle Einschreiben für die Katz’, da nicht wirksam, weil keine Unterschrift. Da auf Arbeit jedes Dokument grundsätzlich bearbeitet wird, ist also die Nachricht versendet worden, dass das Schreiben nicht unterschrieben und damit ungültig ist. Es folgte – nichts. Keine Nachricht oder Nachfrage per Email – einfach Totenstille. So sei es drum.

Nun zum 1. Januar wurde eine Rechnung verschickt. Und plötzlich sind alle in der Puppenkiste wieder aufgewacht. Wie kann es denn sein, dass man eine Rechnung bekommt, man habe doch per Einschreiben gekündigt, ach ne das war ja ungültig. Aber wir haben ja ein Fax geschickt. Achja? Wohin? 0900 – 6×6? Fax liegt auf jeden Fall keines vor. Aber man hat einen tollen Sendebereicht im letzten Schreiben angekündigt – der war nur nicht am Schreiben mit angefügt. Ist auch kein Wunder, wo kein Sendebericht, da kein Fax :)

Und jetzt kommt der Klopper: Obwohl man einen Sendebericht für das ach so tolle Fax hat, das man ja versendet hat, kommt man nun mit dem untauglichen Versuch daher den Vertrag zu widerrufen. Man wurde ja nie über das Widerrufsrecht “schriftlich” informiert. Oha, bei Google muss das in den Suchergebnissen ganz oben gestanden haben. Man vergisst nur einen wesentlichen Punkt:

Es handelt sich um einen eigetragenen Verein. Bwahahaha *unterm Tisch lieg*. Das hat man bei Google im Suchergebnis wohl übersehen, dass § 355 (3) BGB ganz klar auf einen “Verbraucher” abgestellt ist. Und dieser muss eben die Belehrung zum Widerrufsrecht unter Verwendung der Vorgaben aus § 360 Abs. 1 BGB erhalten. Der Verbraucher ist im BGB ganz deutlich definiert, das steht in § 13 BGB. Ich zitiere:

Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zwecke abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.§ 13 BGB

Na sowas aber auch. Ein Verein der eine Volksbühne bzw. ein Theater betreibt passt da nicht so recht rein. Deswegen gilt hier § 14 BGB:

(1) Unternehmer ist eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.
(2) Eine rechtsfähige Personengesellschaft ist eine Personengesellschaft, die mit der Fähigkeit ausgestattet ist, Rechte zu erwerben und Verbindlichkeiten einzugehen.§ 14 BGB

Das klingt schon besser. Falls der Verein übrigens nicht eingetragen wäre (vgl. § 56 BGB) gilt dennoch § 14 BGB, denn dann wäre der nicht-eingetragene Verein eine rechtsfähige Personengesellschaft. Also in beiden Fällen verkackt. Das wurde der Dame nun mitgeteilt. Ich bin gespannt nach welchem Strohalm man nun greift.