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Piratenmond durch RSS-Urteil risikobehaftet?
Ich habe gerade den Blogbeitrag zum RSS Urteil vom AG Hamburg fertig gestellt und denke mir nun, eigentlich hätte ich das Urteil doch gleich auf den Piratenmond einmal anwenden können um zu beleuchten wie gefährlich der Betrieb eines solchen RSS Aggregators werden kann. Ich hoffe Ben als Betreiber springt mir nicht gleich ins Genick
oder wirft meinen Blog aus der Liste.
1.1) Ziel des Dienstes
Das Ziel des Piratenmondes ist die Aggregierung von Blogs mittels RSS deren Inhalt piratige Themen oder Meinungsäußerungen von Piraten sind. Man möchte weiterhin damit die Möglichkeit geben, dass der Interessent für derartige Themen nicht hunderte Blogs selbst abarbeiten muss, sondern bequem über den Piratenmond mit den aktuellsten Themen versorgt wird.
1.2) Ist der Piratenmond ein Dienst?
Diese Frage ist zu bejahen. Die Definition ergibt sich dabei aus § 2 Nr. 1 TMG, denn jede natürliche oder juristische Person, die eigene oder fremde Telemedien zur Nutzung bereithält oder den Zugang zur Nutzung vermittelt ist ein Dienstanbieter, ergo ist der Piratenmond auch ein Dienst.
1.3) Die Software
Die Software hinter dem Piratenmond ist ein RSS Aggregator. Ein Aggregator ist nichts anderes als eine Software die Inhalte automatisch verarbeitet und durch Aufbereitung einem Leserkreis zur Verfügung stellt. Die “Fütterung” erfolgt dabei durch RSS Feeds die in bestimmten Zeiten immer wieder eingelesen werden. Dabei wird dann verglichen ob der jeweilige Beitrag schon in der Datenbank des Aggregators vorhanden ist oder nicht. Ist der Beitrag neu, findet die Veröffentlichung auf dem Piratenmond statt und es wird eine Ankündigung über Identi.ca und Twitter ausgesendet.
Dass Ben eine Prüfung der Beiträge vornimmt oder eine manuelle Freischaltung vornimmt kann ich mir in diesem Fall nicht vorstellen, da meine Beiträge sehr schnell veröffentlicht wurden; auch zur Nachtzeit.
2) Die Inhalte
Die genaue Aufnahmepolitik hinter dem Piratenmond ist mir nicht bekannt, da ich kein Verfahrensverzeichnis zur Aufnahme von RSS Feeds gefunden habe. Der Hilfelink gestaltet sich so, dass auf Ben’s Blog verweist, genauer auf den Beitrag als der den Piratenmond live geschaltet hat. Dort steht nur, dass man sich bei Ben melden kann falls er einen RSS Feed vergessen oder übersehen hat. Da ich Ben nicht als naiven und blauäugigen Dienstanbieter einschätze, gehe ich davon aus dass er sich den einzubindenden Blog vorher ansieht um sich zumindest eingangs zu vergewissern dass kein anstößiger, rechtswidriger oder radikaler Inhalt auf dem Blog vorgehalten wird.
3) Die Problematik
Wir haben hier fast den gleichen Tatbestand wie im Hamburger RSS Urteil behandelt wurde. Es gibt eine Abweichung, dazu später.
a) Einbindung
Die Einbindung der Blogs geschieht in 2 verschiedenen Weisen: Einmal hat sich Ben vermutlich ihm bekannte Blogs zur Hand genommen und diese in den Piratenmond eingebunden; weiterhin werden sich auch Piraten bei ihm gemeldet haben mit der Bitte um Aufnahme. Ob Ben eine Lizenzprüfung des Blogs der eingebunden werden soll gemacht hat, ist mir zwar nicht bekannt, allerdings schätze ich dass er darauf geachtet hat. Außerdem gehe ich nicht davon aus dass Piraten, das hauptsächliche Klientel des Piratenmonds (wer hätte das gedacht) nun lizenzpflichtige Inhalte vorhalten und diese einbinden lassen wollen.
Es handelt sich demnach analog zum Urteil nicht um fremde Inhalte, da erstens die Inhalte auf Wunsch von den Blogbetreibern und zweitens durch Ben selbst eingebunden wurden. Die Privilegierungstatbestände fallen damit unter den Tisch (§§ 8,10 TMG). Dass der Piratenmond ein Dienst ist stellt sich mir als unstrittig dar, die angebotenen Inhalte sind als eigene Inhalte zu erkennen da wir gerade fest gestellt haben, dass sie nicht fremd sind (§ 7 (1) TMG).
b) Lizenz des Piratenmonds
Der Piratenmond selbst weist keine Lizenz vor. Ferner ist auch kein Hinweis zu finden dass die Inhalte die dort veröffentlicht werden unter einer bestimmten Lizenz stehen. Es ist damit von Außen nicht erkennbar welche Lizenzen die auf dem Piratenmond veröffentlichten Beiträge und Inhalte tragen. Hierzu wäre also ein Weiterforschen auf dem jeweiligen Ursprungsblog notwendig um die Lizenz zu erfahren. Interessant finde ich weiter, dass die von mir stichprobenartig besuchten Blogs selbst keine Lizenz ausweisen, ich musste schon etwas länger suchen bis ich einen Blog finden konnte der offen eine Lizenz auswies.
c) Lizenzen der Blogbetreiber
Ich denke nur wenige Blogbetreiber machen sich wirklich Gedanken über Lizenzen und ihre veröffentlichten Inhalte. Dass allerdings jene Blogbetreiber die sich in den Piratenmond einbinden und deren Inhalte darüber automatisiert veröffentlichen lassen ebenfalls der Ausweisung einer Lizenz verschließen ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn wie soll der Dienstanbieter sicher stellen, dass die von ihm aggregierten Inhalte unter einer Lizenz stehen, die bedenkenlos die Veröffentlichung gestattet? Nur weil ein Blogbetreiber den Wunsch äußert im Piratenmond aufgenommen zu werden ist noch lange nicht sicher gestellt, dass er damit eine Nutzungserlaubnis einräumt und wie diese geartet ist. Ich vermute die meisten die aufgenommen werden wollten, haben einen Einzeiler mit einer Bitte verfasst. Was nun aber, wenn der Blogbetreiber plötzlich einen Beitrag im Piratenmond entdeckt den er da nun nicht sehen will? Seit der Abmahnung auf der Aktiven Mailingliste des Bundes wissen wir dass durchaus auch innert Piraten scheinbar zu diesem Mittel gegriffen wird (Polemik: Eventuell entlastet es damit ja die Bundessitzung von unnötigen PAV Anträgen).
Weiterhin muss betrachtet werden, ob der Blogbetreiber selbst überhaupt das Recht hat eine Nutzungslizenz des Beitrages den er verfasst hat einzuräumen. Um nun mal einen Super Gau einzurichten: Es werden Inhalte eines bekannten Onlinemagazines mittels RSS in den Blog eines Piratenmondmitglieds eingebunden der wiederum mittels RSS in den Piratenmond eingebunden wird. Dank dem Urteil aus Hamburg freut sich der abmahnende Anwalt, denn er kann gleich zwei Abmahnungen schreiben. Da eine Haftungsfreistellung zwischen dem Dienstanbieter des Piratenmonds und dem Blogbetreiber nicht geschlossen wurde (mein Blog wurde auf meine Bitte ebenfalls aufgenommen ohne eine derartige Vereinbarung) könnte Ben aus meiner Sicht damit den Blogbetreiber noch nicht einmal belangen, denn er hat die Inhalte ja selbst eingebunden und sich nicht davor bewahrt dass man ihm “vergiftete” Inhalte unterjubeln könnte.
d) Abweichungen zum Urteil
Im Urteil aus Hamburg ging es rein um die Einbindung von Inhalten auf eigenes Interesse des Dienstanbieters. Hier haben wir aber auch die willentliche Einbindung von Inhalten durch die Blogbetreiber. Dennoch kann das Urteil hier angewendet werden und zeigt damit ein noch stärkeres Ausmaß beim Betrieb solcher Aggregatoren. Durch die Verbindung eines RSS-Feeds aus einem Blog in den Piratenmond kann im Worstcase das Ganze immer weiter gesponnen werden wenn Inhalte immer wieder durch einen RSS-Feed eingebunden werden. Dabei ist die Abgrenzung zwischen der Quelle und dem Ziel wichtig um sich dabei vor Abmahnungen schützen zu können, was allerdings nur im Innenverhältnis zwischen dem Blogbetreiber (RSS Quelle) und dem Dienstanbieter möglich ist. Weiterhin werden wie eingangs erwähnt die Beiträge über Identi.ca und Twitter annonciert. Im Hamburger Urteil ist so etwas nicht enthalten. Da die Zeichen bei beiden Microbloggingdiensten auf 140 Zeichen beschränkt sind, noch dazu keine Bilder direkt sondern erst durch Aufruf eines Hyperlinks aufgerufen werden sollen, ist die Wahrscheinlichkeit der Urheberrechtsverletzung ziemlich gering. Dennoch sollte man bedenken dass durch die Annoncierung quasi eine Werbung für den Beitrag auf dem Piratenmond gemacht wird und damit Leser noch besonders hingewiesen werden.
e) Risiko und Empfehlung
Durch das Urteil sehe ich ein großes Risiko für die Betreiber eines solchen Aggregators wie den Piratenmond. Es ist ein schier nicht kalkulierbares Risiko, denn mit der Menge der RSS-Feeds steigt es nämlich. Solange nur eine Handvoll RSS-Feeds eingebunden ist kann man es vielleicht noch überblicken, ab einer gewissen Menge wird es nicht mehr machbar sein, jeden eingebundenen Beitrag zu prüfen. Vor allem da die Blogbetreiber selbst keine Angaben zu Lizenzen ihrer Beiträge oder dort eingebundener Medien machen. Nehmen wir nun an dass auf einem Quellbeitrag ein Bild verwendet wird, das keine Angaben zur Herkunft oder der Lizenz macht – man weiss nicht wer der Urheber ist; erst wenn der Abmahnbrief da ist oder man durch intensives Nachforschen herausfindet, dass das Medium eben nicht unter einer CC Lizenz steht.
Doch wie weiter vorgehen? Ein Schließen des Aggregators halte ich für übertrieben. Aus meiner Sicht kann man sich mit wenigen Handgriffen vor einer Abmahnung schützen:
a) Blogbetreiber müssen ihre Inhalte unter eine CC Lizenz stehen und auch ausweisen.
b) Freistellung des Dienstebetreibers von Ansprüchen Dritter durch Abmahnung.
c) Der Piratenmond sollte die Lizenz des eingebundenen Blogs ausweisen und Informationen vorhalten wie mit den Inhalten aus dem Piratenmond umgegangen werden darf.
Übrigens: Nicht nur der Piratenmond muss sich dieser Beleuchtung und den Überlegungen stellen, auch der Piratenplanet und all die anderen Aggregatoren die im weiten Internet gerade in diesem Moment die neuen Beiträge aus RSS-Feeds generieren. Zum Abschluss: Ich habe mich hier hauptsächlich auf die Lizenzdarstellung beschränkt. Es wäre mir durchaus auch möglich gewesen, nun die einzelnen Rechte aus Nutzungsrecht etc. herauszuarbeiten, allerdings bin ich der Auffassung dass dies den Beitrag nur unnötig verkomplizieren und aufpumpen würde. Auch mit der Lizenzdarstellung lässt sich das Problem gut darstellen.
Update v. 11.12.2010
Meine Ausführung hinsichtlich Twitter und Identi.ca in diesem Beitrag muss ich dahingehend korrigieren, dass der über die Microbloggingdienste verbreitete Blogbeitrag direkt auf die Quelle führt und nicht in den Piratenmond.
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Landesverband als Leistungsverband – Meine Kandidatur
Ahoi Piraten,
endlich habe ich die Zeit gefunden meine Kandidatur zum Generalsekretär des 5. Landesvorstandes in Bayern hier bekannt zu geben. Ich war die letzten Wochen hinsichtlich der Planung und Organisation der Christopher Street Day Aktion “Arsch hoch” beschäftigt. Im Wiki steht diese Entscheidung zu meiner Kandidatur schon länger, bei Maha im Klaubautercast (der leider noch nicht veröffentlicht wurde) habe ich bereits darüber gesprochen, nun sollen meine Ziele als Generalsekretär im Landesverband Bayern ebenfalls hier veröffentlich werden.
Ich habe weiterhin im Piratenwiki auf einer separaten Seite mich einem Kandidatenfragebogen beantwortet. Gerne stehe ich aber jederzeit für weitere Fragen zur Verfügung.
1. Wer bin ich?
Ich denke die meisten kennen mich, denn ich bin bei den Piraten nicht unbekannt. Dennoch für alle die mich nicht kennen: Ich heiße D. S., bin XX Jahre alt und seit kurzem leitender kaufmännischer Angestellter. Ich bin nicht verpartnert, lebe aber mit meinem Freund in einer festen Beziehung.
1.1 Warum eigne ich mich zum Generalsekretär?
Ich kandidiere für kein Amt zu dem ich mir nicht sicher bin, dass ich die geforderten Aufgaben auch umsetzen kann. Ich war bereits im ersten Vorstand des Bezirksverbandes Mittelfranken Generalsekretär und habe zusammen mit meinen Vorstandskollegen und mittelfränkischen Piraten an der Front im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 gekämpft. Während dieser Zeit war ich für viele Piraten Ansprechpartner und Verknüpfungsstelle. Außerdem habe ich, auch in Stresssituationen, Talent in der Organisation, bin improvisationsfähig und ausdauernd. Mein Faible und auch eine Schwäche ist der Formalismus und die manchmal zu penible Genauigkeit in der Bürokratie. Allerdings halte ich mir immer vor Augen, dass ich dadurch andere nicht in Ihrer Tätigkeit ausbremse sondern versuche alles so abzuwickeln, dass es hinterher nachvollziehbar und schlüssig ist – dies halte ich für notwendige Elemente für innerparteiliche Transparenz.
Erfahrung in Büroorganisation bringe ich reichlich mit. Als Unternehmer war ich 10 Jahre im eigenen Unternehmen war ich tagtäglich mit den Aufgaben des Alltags konfrontiert und habe diese auch bewältigt, denn ansonsten hätte ich keine derartige Unternehmenslaufbahn hinter mir. Das Meiste habe ich mir auto-didaktisch beigebracht, einen weiteren Teil lieferten meine beruflichen Ausbildungen. Zum einen bin ich gelernter Schreiner mit Fachrichtung Holztechnik, zum zweiten bin ich Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Damit habe ich durch meine handwerkliche Ausbildung einerseits pragmatisches Denken und Handeln gelernt, durch den Fachinformatiker sind mir aber auch rein theoretische, strategische und vorausschauende Eigenschaften zu teil geworden.
2 Direkte Ziele als Generalsekretär
Bevor ich nun auf meine einzelnen Ziele für den kommenden Landesvorstand eingehe, betone ich dass das derzeit Vorstellungen von mir als Einzelperson sind. Ich werde die nachfolgenden Punkte in meine Agenda mit aufnehmen um diese bei den Piraten vorzustellen und sofern die notwendige Zustimmung der Basis vorhanden ist auch umsetzen. Für mich ist auch während meiner Amtszeit das Feedback der Basis sehr wichtig, da ich vor einer endgültigen Entscheidung gerne so viele Meinungen wie nur möglich für mich mitnehme um mir damit auch ein umfassendes Bild von der Situation und deren verschiedene Sichtweisen machen zu können. Entscheidungen fallen bei mir zwar etwas langsamer aber dafür überlege ich mir vorher sehr genau das Für und Wider. Meinungsbildende Tools wie Liquid Feedback, Mailinglisten, Foren oder auch das persönliche Gespräch sind mir dabei wichtig.
2.1 Motto zur Kandidatur
“Landesverband als Leistungsverband” – Das Motto habe ich unter einem für mich einfachem Gedankengang entwickelt: Aus meiner Sicht sind sowohl die Bezirke als auch die Kreis-/Ortsverbände die Strukturen die am nächsten zum Bürger stehen. Für die kommende Bundestagswahl ist es bereits jetzt notwendig in unserer Verwaltung Verjüngungskuren als auch Entschlackungsmaßnahmen vorzunehmen damit die Bezirke und darunterliegenden Gliederungen flink und frisch für den Wahlkampf bereit stehen. Verwaltungskram wird im Wahlkampf auf die Bezirke und Kreise so oder so zukommen, da Anmeldungen und viele andere Dinge vor Ort zu erledigen sind. Daher sehe ich es als Notwendigkeit, dass der Landesverband als “Supporter” im Background zur Verfügung steht um Arbeiten, die ohne Probleme auch auf Landesebene durchgeführt werden können und damit zu einer Entlastung der Bezirke führen, übernimmt. Der Landesverband soll somit aus seiner rein verwaltenden Rolle zur organisierenden und serviceleistenden Organisationseinheit aufgewertet werden. Dieser Gedanke kann auch ohne weiteres für Giveaways etc. verwendet werden, da es wirtschaftlich sinnvoller ist auf Landesebene Giveaway Artikel, wie es derzeit über die AG Werbemittel geschieht, in großen Stückzahlen zu beschaffen (und gleichzeitig Preisvorteile zu nutzen) und dann auf die Bezirke aufzuteilen. Um dies umzusetzen soll in einem jeden Bezirk ein Pirat oder sogar mehrere Piraten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen um so die Bezirke mit frischen Materialien versorgen zu können.
2.2 Landesverband als Leistungsverband
Während ich unter 2.1 eher im Groben zu meinem Motto geschrieben habe, gehe ich nun anhand konkreter Beispiele in den Ring.
2.2.1 Entlastung der Bezirke (Verwaltung)
Aus meiner Sicht ist die Umlegung der Verwaltung vom Landesverband zu den Bezirken für den kommenden Bundestagswahlkampf aus Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit als auch der Organisation selbst unvorteilhaft. Durch die Umlegung entsteht anstatt einem Verwaltungssaufwand, der 7-fache. Neben dem Aufwand entstehen zudem weiter Kosten für Kontoführung bei den entsprechenden Kreditinsituten. Um dies künftig zu vereinfachen möchte ich mich in Zusammenarbeit mit den Generalsekretären als auch Schatzmeistern zusammen setzen um Lösungswege zu finden wie die Verwaltung so gestaltet werden kann, dass genügend Freiraum für die Umsetzung von politisch notwendigen Aktionen wie Infoständen etc. entsteht sowie auch eine Kostenersparnis erreichen. Neumitglieder zB. können ohne weiteres durch eine entsprechende Automatisierung verarbeitet werden, so dass unnötiges Tippen von Mitgliedsdaten entfällt. Der angenehme Nebeneffekt: Tipp- sowie Copy & Pastefehler werden ebenfalls ausgemerzt. Wichtig in diesem Bereich ist mir allerdings, dass die Bezirke nun nicht das Gefühl haben es wird ihnen die Arbeit weggenommen oder per Top-Down Vorgehensweise entzogen. Es können aber durchaus Arbeiten die in allen Bezirken identisch sind, konsolidiert und damit auch zentralisiert werden. Als Endziel sehe ich dadurch flinke Bezirke die für den Wahlkampf gestärkt sind um wiederrum als “Supporter” für die Kreise zur Verfügung zu stehen. Da die Umstellung der Verwaltung sowie die Erarbeitung von Lösungswegen einiges an Zeit in Anspruch nehmen wird, sehe ich es bereits jetzt als notwendig an damit zu beginnen. Jede Änderung benötigt auch ihre Einarbeitungszeit bis alles flüssig läuft.
2.2.3 Fachgruppe Recht / Entlastung des Vorstandes
Ich habe gerade in Hinblick auf die rechtliche Auseinandersetzung um den Kreisverband Nürnberg festgestellt, dass der Vorstand sich zu viel mit juristischen Fragen beschäftigt. Ferner ist es aus meiner Sicht unklug sich nur auf eine Meinung eines Vorstandsmitgliedes das erweiterte Rechtskenntnisse hat zu verlassen. Aus diesem Grunde will ich eine Fachgruppe Recht auf Landesebene etablieren, die dann auf Zuruf des Vorstandes die Erörterung von rechtlichen Fragestellungen übernimmt. Bevor eine solche Fachgruppe eingerichtet wird, sollte allerdings bei der AG Recht auf Bundesebene angefragt werden in wie weit diese in Anspruch genommen werden kann. Sollte dies uneingeschränkt möglich sein, sehe ich die Einrichtung einer Fachgruppe auf Landesebene nicht zwingend. An meinem Vorhaben den Vorstand von rechtlichen Fragen zu entlasten und rein mit politischen und organisatorischen Fragen in Anspruch zu nehmen ändert dies allerdings nichts.
2.2.4 Mitgliederaquise, Neupiraten
Bei der Mitgliederaquise liegen mir vor allem die neuen Mitglieder am Herzen. Ich kann mich noch gut an meine Zeit erinnern als ich Mitglied der Partei wurde. Der Mitgliedausweis war zum selber basteln, dass man Mitglied ist, wurde mir von anderen Piraten gesagt, im Sinne von: “Du hast ja Deinen Antrag weggeschickt, damit bist Du Pirat”. Hm, irgendwie kommt da kein richtiges Piratengefühl auf. Als dann die neuen Mitgliedsausweise im Scheckkartenformat ausgeteilt wurden, kann ich mich noch gut an Situationen erinnern als fast jeder seinen Ausweis zückte. Für viele ist der Mitgliedsausweis die physische Bestätigung “dazu zu gehören”. Für unsere neuen Mitglieder soll daher dieses Gefühl schneller vermittelt werden als es mir damals ging. Ein erster Ansatz ist, dass die Begrüßungsemails schöner gestaltet werden. Text Emails sind zwar unter IT’lern mehr beliebt, den “normalen” offline Bürger sprechen wir damit aber nicht an. Auch wäre eine Überlegung die neuen Piraten mit einem kleinen Begrüßungspaket zu empfangen und auch in einem schön formulierten Schreiben auf eine kleine Spende aufmerksam zu machen. So können wir auch neben bei noch den ein oder anderen Euro für uns aquirieren.
2.2.5 Verwaltungspiraten / Teambildung und -festigung
Der Generalsekretär und der Schatzmeister besetzen zwei wichtige und notwendige Posten in unserer Partei. Um so wichtiger ist es bei diesen Posten dass eine Zusammenarbeit übergreifend der Ämter stattfindet, da beide unmittelbar miteinander zu tun haben: Der Generalsekretär verwaltet die Mitglieder, der Schatzmeister ist für Buchungen und Geldmittel zuständig. Bei den Schatzmeistern habe ich die Teambildung durch Arthur und den damit verbundenen Schatzmeistertreffen sehr begrüßt; warum aber nur Schatzmeister und nicht Generalsekretäre? Und genau hier sehe ich einen Ansatzpunkt sowie die Notwendigkeit die Verwaltungspiraten näher zusammen zu bringen. Ich werde mich daher dafür einsetzen dass in Zukunft gemeinsame Treffen stattfinden an denen sich beide Seiten austauschen können und somit auch eine bessere Arbeitsverteilung entsteht. Ich sehe es nicht unbedingt als notwendig an, dass ein Schatzmeister, der viel zu tun hat, sich auch um die Spendenbescheinigungen kümmern muss, diese kann zB ein Generalsekretär vorbereiten und unterschriftsfertig dem Schatzmeister übergeben, dieser unterzeichnet und der Generalsekretär kümmert sich dann um den Versand. Somit wird der Schatzmeister entlastet, es bleibt keine Arbeit liegen. Diese Aufteilung ist aber nur dann möglich wenn beide Seiten sich zusammensetzen und Engpässe deutlich werden. Einen weiteren Punkt sehe ich in der Wahrnehmung hinsichtlich der Verteilung auf die Bezirke. Es sind nicht alle Bezirke gleich stark aufgestellt und nicht jeder Verwaltungspirat kann gleich viel Zeit investieren, daher muss eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Engpässe nicht zu Lasten der Mitglieder gehen. Ich erinnere mich hier zB an die vielen negativen Kommentare weil zur vergangenen Bundestagswahl die Erfassung der Mitglieder entsprechend lange gedauert hat. Wir müssen uns für die nächste Bundestagswahl daher besser rüsten, damit der gewünschte Zulauf auch zeitnah und ohne Überlastung des Einzelnen erledigt werden kann.
Während meiner Amtszeit sehe ich mich allerdings nicht als Teamleader der nur Anweisungen an die Bezirksgeneralsekretäre gibt, sondern als Mitglied des Teams. Ich werde zwar einen erweiterten Verantwortungsbereich haben, das allerdings bin ich der Meinung dass eine Top-Down Regierung bei den Piraten der falsche Weg ist. Gemeinsam einen Weg erarbeiten um voran zu kommen ist daher mein Ziel.
Damit bin ich mit meiner Vorstellung zur Kandidatur für den Vorstand fertig und schließe daher mit den Worten: Mein Name ist Dominique und ich bin Pirat!
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Stärkerer Datenschutz bei Twitter
“Twitter verpflichtet sich zu besserem Datenschutz”, titelten die Süddeutsche und Heise kürzlich. Ein Titel, der meiner Meinung nach nicht stimmt. Hier würde sich als Titel wohl eher “Twitter wurde zu besserem Datenschutz verdonnert” eignen, denn Twitter wurde von der Federal Trade Commission -immerhin eine US Behörde- zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen verdonnert. “Wenn ein Unternehmen seinen Nutzern verspricht, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, dann muss es dieses Versprechen auch einhalten”, so David Vladeck, der die Verbraucherschutzbehörde vertritt.
Insbesondere die zu simplen Administrator Passwörter von Twitter wurden von der Behörde bemängelt, durch welche es nach Festellung der Behörde gelungen war, Anfang 2009 die Kontrolle über die komplette Webseite zu übernehmen.
Der eindringling, der sich Zugriff zu Obama’s Twitter Account verschafft hatte, ist in einer Donnerstag endenden Verhandlung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er gab an, persönliche Daten über Mitarbeiter von Twitter gesammelt zu haben und daraus auf deren Passwörter geschlossen zu haben – erfolgreich, in einem Fall.
Die Behörde will die Umsetzung zu der Sie Twitter verdonnert hat überwachen, wobei Twitter betont, die meisten Dinge bereits schon vorher umgesetzt zu haben.
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Mozilla Weave Server
Nachdem ich die Nase gestrichen von Google Chrome und dem Addon Proxy Switchy habe, bin ich wieder zum guten alten Firefox heimgekehrt. Da ich mittlerweile auf 3 Geräte meine Bookmarks etc. syncen muss, war ich nun bei Firefox auf der Suche nach einem passenden Synctool.
Es bot sich daher an, Mozilla Weave genauer unter die Lupe zu nehmen. Auf der Wikiseite wird empfohlen den Mimimal zu installieren, da die Vollversion wohl zu kompliziert wäre.
Ja genau, ich installier auch ne Minimal Version. Nix da, Vollversion gezogen und rein ins Getummel. Nach rnd. 4 Stunden, bin ich nun um die Erkenntnis reicher, dass die Version einen Bug im Authentifizierungsmodul hat, man sich deswegen am Server nicht anmelden kann. Super
So sind die Daten sicher, man kann sich gar nicht erst anmelden um welche hochzuladen.
Der Minimal Server, den ich mir danach angesehen habe, arbeitet mit einer schlichten SQLite Datenbank, in der per md5 Hash die Daten eingespeist werden. Die SHA256 Funktion, sowie die salted Passwörter fehlen gänzlich. Schade, denn ich verstehe nicht, warum man diese Funktionen rausgeräumt hat, da die Minimalversion auch nur abgespeckt ist.
Alles in Allem ist der Weave Server in der Vollversion noch verbuggt und muss noch einmal auf die Werkbank um überarbeitet zu werden. Die Minimalversion empfehle ich ebenfalls nicht, da die md5 Hashfunktion aus meiner Sicht lange ausgedient hat und ich nicht nachvollziehen kann, warum man beim Abspecken der Voll- auf die Minimalversion dieses Feature gleich mit entfernt hat.
Doch Mozilla bietet auch eigene Server an auf die man die Daten hochladen kann. Ich habe mir dazu die Spezifikation angesehen und bin der Meinung dass es sicher genug ist, die Daten dort zu parken. Man muss allerdings bedenken, dass sicherlich Statistiken aus den Daten gezogen werden, auch wenn diese nach dem Schema von GPG verschlüsselt sind. Ob man diese Daten preisgeben möchte ist jedem selbst überlassen.
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Parteischädigung deutlich gemacht…
… am Beispiel Sarrazin. Jeder der in der letzten Zeit die Medien um den umstrittenen Exsenator Thilo Sarrazin verfolgt hat, wird die Frage nach Parteischädigung anhand seiner Äusserungen über Kopftuchmädchen und anderen Entgleisungen mit Ja beantwortet haben. Als Piratenparteimitglied hat man diese Frage nicht nur bejaht sondern das Ja gleich über alle Berge und Täler geschrien.
Warum das so ist?
Nun, wie ich neulich auch getwittert habe, die einen haben Sarrazin, die anderen Aaron König – jeder hat so sein Päckchen zu tragen. Bei beiden wurden Äusserungen festgestellt die nicht mit der Parteiseele übereinstimmten, beide wurden mit den drohenden Buchstaben PAV bedroht, im Fall Sarrazin kam es sogar zur Verhandlung, bei den Piraten wurde ein Klageantrag kurzerhand per Wiki erstellt, dass dieser allerdings a) substantiiert genug und b) ordentlich dem Schiedsgericht zugegangen ist sei dahin gestellt.
Die Landesschiedskommision der SPD hat nun ein Urteil gefällt und ich finde, dass man sich dieses genau durchlesen sollte, vielleicht denkt der ein oder andere Pirat noch einmal nach, bevor er nach Parteiausschluss schreit.
Im Urteil der Schiedskommission wurde bestätigt, dass Rassismus innerhalb der SPD nicht geduldet werde, Sarrazins Äußerungen aber die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen würde, da er im Falle der Kopftuchmädchen sich rein auf Araber und Türken bezogen hätte, die eine “produktive Funktion für den Obst- und Gemüsehandel” hätten und zudem ständig “neue Kopftuchmädchen” produzieren würden. Die Definition des Rassismus erfordert es darüber hinaus, dass alle Migrantengruppen gleichermaßen abgewertet werden; Sarrazin hob aber hervor, dass Vietnamesen und Osteuropäer integrationswillig seien, brächten überdurchschnittliche Erfolge in zweiter Generation zu Tage. Bei Juden stellte er sogar einen 30 Punkte höheren Intelligenzquotienten dar.
Er hatte es in seiner damaligen Aussage also lediglich auf Araber und Türken abgesehen.
Das Schiedsgericht kritisierte weiter, dass Sarrazin auf den ersten Blick gegen das Menschenbild des Grundsatzprogramms verstoße: Seine Äußerungen zeugten “von einem sehr pessimistischen Menschenbild”, er gebe nämlich 20 % der Bevölkerung verloren und sei der Meinung, diese müssten sich “auswachsen”. Die Schiedskommission beanstandete im Gegenzug die Äußerungen Sarrazins nicht, dass alle zugezogenen Ausländer auch die deutsche Sprache beherrschen müssten. In der Entscheidung ist zu lesen: “Die Praxis anderer anerkannter Rechtsstaaten, wie etwa der Vereinigten Staaten, die ein anderes System des Zuzugs praktizieren, sollte auch innerhalb der SPD offen diskutiert werden können.”
Und wo ist nun die Parallele zur Piratenpartei?
Das ist einfach: Wie ich schon früher geschrieben habe, erlebe ich immer wieder, dass sobald ein Parteimitglied gleich welchem Organ es angehört, eine Äußerung oder Handlung macht, die der Parteibasis widerfährt, direkt nach Parteiausschluss, Rauswurf und drastischen juristischen Maßnahmen gebrüllt(!) wird. Dabei wird vor allem das Wort: Parteischaden, als universelle Waffe verwendet um ein Argument für den Rauswurf zu haben. Doch was ist letztlich Parteischaden? Über diese Begrifflichkeit sollten sich viele erst einmal bewusst werden. Gerade das Beispiel Sarrazin zeigt, das selbst solche krassen Äußerungen die er vom Stapel gelassen hat, eben nicht als Parteischädigung gewertet wurden und damit den Rauswurf aus der SPD befürwortet hätten.
Was ist also Parteischaden?
Um Parteischaden festzustellen, muss man sich auf die Suche nach dem Schaden machen. Als Beispiel könnte ich mir nun vorstellen, dass es zu einer Handlung kommt die schwerwiegend gegen die Parteidogmen der Piratenpartei verstoßen; die Presse dies aufnimmt und uns durch den Dreck zieht.
Und mit Presse meine ich nicht solche Gülleblogs wie Fix!MBR (auf Link extra verzichtet), sondern auf Presse (Spiegel, FAZ, …).
Ferner ist eine Schädigung eingetreten, wenn massenhaft aufgrund der geschehenen Handlung Mitglieder austreten und auch bei Versuchen hier noch gütliche Gespräche zu führen, diese auch nicht wieder eintreten. Unter massenhaft verstehe ich im Übrigen mehr als 10 ;). Ein weiteres deutliches Signal kann sein, wenn die Landesverbände sich geschlossen von dieser Handlung distanzieren, es also zu einer Abstandshaltung durch Verbände und Gliederungen kommt.
Jeder, dem nun eine Handlung oder Aussage in Zukunft missfällt möge bitte vorher sich die Frage im Geiste stellen: Wo ist der Parteischaden und wie weise ich diesen nach?
Erst wenn diese Frage einwandfrei beantwortet werden kann, man die Beweise dafür gesichert und eine Klageschrift auch substantiiert wäre, sollte zum Wort Parteiausschluss und Parteischaden greifen, alles andere ist reine Demagogie, die uns vermutlich mehr schadet als die eigentliche Handlung – Warum das so ist werde ich in meinem baldigen Blogeintrag “Ursache und Wirkung in der Piratenpartei” noch einmal genauer klarstellen.
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Stellungnahme des KV Nürnberg
Vor einigen Tagen trudelte nachts klammheimlich eine Stellungnahme des Vorstandes des Kreisverbandes Nürnberg (nach LV Bayern Vorstand Beschluss aberkannt) ein. Darin las ich nachfolgenden Text:
Ahoi D.,
wie du vielleicht mitbekommen hast, gibt es rund um die Gründung des KV Nürnbergs einige Bedenken des Landesvorstandes. Dieser hat in seiner Sitzung am 03.02.2010 beschlossen, die KV-Gründung nicht anzuerkennen. Die in der uns am 07.02.2010 zugegangenen Begründung genannten Bedenken des LVs sind rein formaler Natur, können von uns nicht nachvollzogen werden und haben ausdrücklich nichts mit der Region Nürnberg oder uns als gewählten Vorstand zu tun.
Einige Bedenken rund um die Gründung des KV Nürnberg? Ähm, ich darf mal kurz zusammen fassen was in meinen Augen einige Bedenken sind: Ich habe seit dem 17 Januar 2010 hier sachen erlebt, die gibt es noch nicht einmal bei der NPD. Da werden Sätze gesprochen wie: “Ich nehm mal 500€ und such mir Piraten um einen Bezirksparteitag zu erzwingen” (Nur so am Rande, der Satz wurde am 22. Januar 2010 ausgesprochen, Parteitag war am 24. Januar 2010). Auch am Parteitag selbst wurde von “symbolischen Gegenreden” gegen die Wahl des Wahlleiters der in Mittelfranken nur noch “der Antragssteller”, “Pirat G.” oder “Herr G.” genannt wird, nicht halt gemacht. Kompromissfähigkeit wie ich diese von den Piraten gewohnt war? – Weit gefehlt, Zwang, Druck und Drohungen beschrieben 1 Woche Spießrutenlauf vor dem Parteitag. Zwischenzeitlich ist Mittelfranken am Hund, die anderen Bezirke schaun uns doch schon gar nicht mehr mit dem Arsch an, alles was wir an Ruhm, Lob und Zuspruch im Wahlkampf erarbeitet haben, ist weggewischt, andere Bezirke twittern sogar wie cool doch der Landesvorstand ist und den KV Nürnberg aberkannt hat. Und all das nennt man “einige Bedenken” (auch wenn es im Zusammenhang mit der Entscheidung des LV BY steht)?
Da weder Bezirks- noch Kreis-Vorstand diesen Beschluss des Landesvorstandes akzeptieren, da dies dem auf der Gründungsversammlung ausgedrückten Mehrheitswillen zu widerlaufen würde und die AG Recht der Piratenpartei uns sowohl die Rechtsmäßigkeit der Gründung als auch die Möglichkeit, auf eine eigene Satzung für den KV zu verzichten, bestätigte, werden wir das Landesschiedsgericht anrufen.
Es ist richtig dass am 17. Januar 2010 etwas gegründet wurde. Das erkenne ich auch nicht ab, denn ich war sogar Versammlungsleiter. Es hat sich auch ein Kreisverband gegründet, allerdings wurde dieser so gegründet, dass in meinen Augen über die Satzungslosigkeit des Kreisverbandes nicht genügend aufgeklärt wurde und man sich vor allem so verhalten hat, als wäre eine Satzung vorhanden! Es ist mehr als nur schade, dass es scheinbar in unserer Partei momentan Usus ist, für alles gleich einen Rechtsanwalt, die Laien-Schiedsgerichte oder sonstige juristische Keulen raus zu holen. Ich bin darüber hinaus gespannt, wann die Abmahnerei bei uns in der Partei losgeht, denn das fehlt noch.
Mehr als interessant finde ich hier vor allem die Aussage nun doch das Landesschiedsgericht anrufen zu wollen, das man vorab noch als befangen abgestempelt hat und sich in einem Meinungsbild (Link zum Wiki) gegen selbiges aussprach.
Weiterhin bin ich strikt dagegen dass der Beschluss des Landesverbandes Bayern einfach ignoriert wird. Das gilt sowohl für den Bezirksvorstand als auch für den Kreisvorstand. Es kann nicht sein, dass Beschlüsse, gleich welcher Art diese sind, einfach übergangen und ignoriert werden, dafür haben wir Schiedsgerichte die dann umgehend sofort anzurufen sind. Dort bringt man sein Klagevorbringen vor und verlangt nach Möglichkeit auch gleich den Erlass einer einstweiligen Anordnung um die Wirkung eines Beschlusses zu hemmen. Wenn es bereits jetzt derart losgeht, dass wir mal eben Beschlüsse die jemanden nicht passen, dann sehe ich schwarze Zeiten auf uns zukommen.
Unabhängig davon werden wir weiterhin versuchen, den Landesvorstand davon zu überzeugen, dass er bei seiner Beschlussfassung von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist und daher seinen Beschluss revidieren sollte.
Ist das ein Aufruf zur Lobbyarbeit anstatt das Thema auf sachlicher kommunikativer Ebene mit Einräumung von Kompromissen auf beiden Seiten zu behandeln?
Da aus persönlichen Gründen Lina Nodes, die Ihr zur Schatzmeisterin gewählt habt, zurückgetreten ist, übernimmt vorläufig Nico Hofmann, Beisitzer im KV-Vorstand, die Funktion des Schatzmeisters.
Wie drückte das mein liebster Ultraformalist im Landesverband Bayern doch so schön aus: INSTAFAIL
– Denn mit diesem Satz verstößt man nun gegen jegliche Regeln der Kunst. Ich drösel das mal auf:
1) Variante keine Satzung
Der letzte Stand den ich wahrgenommen habe war, dass der KV Nürnberg dafür einstand, dass mindestens die Satzung der Piratenpartei gelten würde, da es immerhin ein Kreisverband der Piratenpartei ist. Damit lesen wir nun im großen Buch der Satzungen, dass ein Vorstand nach den Regeln der BzV Satzung (das ist die nächste übergeordnete Satzung) mindestens 5 Piraten im Vorstand haben muss und weiterhin 2 Beisitzer, die dann im Rahmen der sog. Kooption ein ausscheidendes Vorstandsmitglied ersetzen. In dem Fall des KV Nürnberg haben wir 5 Vorständler, keine weiteren, damit ist die Kooption flach gefallen, denn sie können keinen ersetzen.
2) Variante Gründungsversammlungsbeschluss
Die Gründungsversammlung hat beschlossen, dass der Vorstand aus 5 Piraten bestehen soll. Weitere Kooptionsregelungen wurden nicht getroffen, einer ist gegangen, damit haben wir nur noch 4 – Willen der Gründungsversammlung nicht eingehalten
Fazit:
Es muss Vorstandswahlen geben und der KV Nürnberg ist in meinen Augen jetzt handlungsunfähig. Dabei ist für mich erst einmal irrelevant ob dieser nun anerkannt war oder nicht.
Wenn die Situation des KV geklärt ist – durch allseits akzeptierten Spruch des Landes- oder Bundes-Schiedsgerichts oder durch Rücknahme des LV-Beschlusses – werden wir Vorstands-Neuwahlen ansetzen, da wir der Meinung sind, dass die auf uns wartenden politischen Aufgaben für 4 Personen im Vorstand zu viel sind und wir euch die Gelegenheit geben wollen, uns erneut euer Vertrauen – oder auch nicht – auszusprechen.
Diesen Absatz muss man genau lesen, denn da steckt so einiges an Informationen drin. Zum ersten warten wir nun einen “allseits akzeptierten Spruch eines Gerichts” ab. Aus meiner Sicht wäre das der erste Schiedsspruch bei den Piraten der allseits anerkannt wird, aber ich bin durchaus lernfähig. Zudem bedeutet dieser Satz für mich ein Mega-Zeitfenster, denn bis auch das letzte Schiedsgericht endlich einen Richterspruch (übrigens am Bundesschiedsgericht hat man noch nicht mal Fachliteratur wie Ipsen oder Rixen als Kommentar zu liegen, man male sich daher schon mal die Qualität des Urteils aus) spricht, wird viel Zeit ins Land und Wasser die Pegnitz hinab gehen. Der Landesverband Bayern wird seinen Beschluss nicht zurück nehmen, ergo heisst es warten. Was passiert denn während der Zeit an politischer Arbeit? Wird man von den Piraten in Nürnberg auch ohne Faschingsumzug noch etwas lesen? Also weiter im Text: Nachdem wir dann einen endgültigen Richterspruch haben, sollen Vorstandswahlen angesetzt werden (auch hier haben wir wieder Einladungsfristen – obwohl moment… welche Fristen? Ist ja nichts geregelt…) und dann den Nürnberger Piraten die Gelegenheit gegeben, das Vertrauen dem alten Vorstand für die neue Amtszeit nochmal zu geben oder nicht.
Das “oder auch nicht” zeigt mir bereits, dass man sich scheinbar seiner Sache doch nicht mehr so sicher ist? Kann ich mir gut vorstellen, dass dem ein oder anderen Zweifel gekommen sein mögen, denn ich wäre mir in der jetztigen Situation nicht mehr sicher ob ich noch das Vertrauen der Nürnberger hätte. Es würde mich aber brennend interessieren, mal ein Meinungsbild einzuholen und genau danach zu fragen:
- Wer ist der Meinung dass die Entscheidung mit all den verbundenen Konsequenzen richtig war?
- Wie will er das Blut das die Strasse hinabfloß wieder auffangen und alle aus der Lethargie holen?
Weiterhin fehlen mir in der Stellungnahme die immerhin seit 6 Wochen heiss angekündigt wird und in meinen Augen keine Stellungnahme ist, sondern lediglich eine Zusammenfassung der nächsten Schritte, die Beantwortung der eklatanten Fragen:
- Welche Entscheidungskraft haben die an der Gründungsversammlung beschlossenen Mitgliederversammlungen?
- Wie wird zu diesen Versammlungen eingeladen? Per Facebook, Twitter oder Rauchzeichen?
- Wie stelle ich einen Antrag an den Vorstand?
- Wo finde ich die Protokolle der Vorstandssitzungen (es gab immerhin schon 2)?
- Was plant der KV Nürnberg an politischen Aktionen um in Nürnberg am “Ball” zu bleiben?
- Was will er für die Transparenz tun die er im moment gegenteilig lebt?
Ich könnte diese Liste meterlang fortführen, Fragen über Fragen und keine Antworten. Ich hoffe insgeheim, dass die nächsten Vorstandswahlen oder der nächste Parteitag schnell kommt und endlich die allen Nürnbergern zustehenden Antworten lückenlos liefert!
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Kommunikation in der Piratenpartei
Wer am Ende des Beitrages angelangt ist und sich diesen ersten Satz noch einmal durchliest, wird mir beipflichten, dass dieser Beitrag über die Kommunikation innerhalb der Piratenpartei eher kritischer Natur ist, als dass er lobend geschrieben wurde. Hintergrund ist nicht ein Versuch der Bewältigung von Unstimmigkeiten, die ich durch jüngste Entwicklungen mit meiner Partei habe, sondern vielmehr der klare Fingerzeig auf Umstände die mir als Pirat aufgefallen.
Bevor ich mich nun in die Kritik stürze, will ich mir die Zeit nehmen, die verschiedenen Kommunikationskanäle der Piraten einmal zusammen zu fassen. Es sei angemerkt, wer aktiver Pirat ist, weiss wie schwierig das ist.
Existierende Kommunikationskanäle
1) Mailinglisten
Mailinglisten sind der heilige Gral der Piraten. Es gibt viel zu viele davon. Jede AG, jede Gemeinschaft zur Veröffentlichung eines offenen Briefes und selbst jedes Orgateam eröffnet als erste “Amtshandlung” eine Mailingliste. Würde man alle Mailinglisten der Piraten abonnieren wollen, würde man sich einer Flut von geschätzten 200 000 Mails am Tag aussetzen, die man dann aber auch alle entsprechend zu lesen hat, denn es ist immerhin das Hauptkommunikationsmittel der Piraten auf dem alles – und ich meine wirklich alles – besprochen wird.
Doch woher kommt dieser Mailinglistenfetisch, denn anders kann ich es nicht bezeichnen, wenn man sich an ein Kommunikationsmedium derart heftet? Nun ich bin der Meinung, dass der Hang zu den Mailinglisten vor allem in unserer Herkunft der Mitglieder begründet ist. Sehr viele Piraten, auch ich nehme mich davon nicht aus, haben ihren Ursprung in der IT Welt. Gerade im unixoiden Umfeld sind Mailinglisten, bzw. die monochrome textbasierte Variante der Kommunikation vorzufinden. Dies kann ich allein damit erklären, dass ich selbst als Systemadministrator auf unzähligen Linux- und Sicherheitsmailinglisten angemeldet bin. Ein Forum mit Oberfläche kommt in diesem Bereich einfach nicht zu tragen, da die Hardcore Admins mit ihrem geliebten Mutt bzw. irssi für IRC Chats eben noch im textbasierten Umfeld hängen, dort auch gar nicht wegwollen und damit andere ebenfalls dazu anhalten ihre Kommunikation auf gerade solche Kommunikationsmedien zu verlagern. Zugegeben es gibt Ausnahmen, auch wenn diese selten sind.
Ich bin mir aber – und vermutlich formieren sich schon einige die nun zum Gegenschlag gegen einen Mailinglistenächter ausholen – sicher, dass Mailinglisten eben genau nicht als Kommunikationsmittel, welches wir als Partei für politische Arbeit benötigen geeignet sind, sondern vielmehr als flüchtiges organisierendes und verteilendes informatives Medium genutzt werden sollen. Konkret meine ich damit, dass Mailinglisten lediglich zur Planung von Aktionen, ob nun auch z.B. das WLAN wirklich funktioniert, bzw. zur Ankündigung eines Nicht-Flashmobs in Unterhosen an Flughäfen genutzt werden sollen, Themenkomplexe wie Bedingungsloses Grundeinkommen oder sozialere Marktwirtschaft haben aber allein schon aufgrund ihrer Tragweite den Anspruch auf Diskussion mittels eines geeigneteren Mediums.
Ein weiterer Minuspunkt der den Mailinglisten vorgemerkt ist, ist die Art der Diskussion. Aufgrund der Distanz eines Absenders und Schimpfboldes auf einer Mailingliste zu dem Empfängerkreis mit Publikum aber auch dem direkten Empfänger in einer heissen Wutdiskussion, erlaubt es diesem einen Diskussionsstil zu führen, der in einem normalen Gespräch von Bierglas zu Bierglas nicht möglich wäre. Ich habe des öfteren persönliche Attacken als auch Beschimpfungen der niedersten Kategorie auf solchen Listen wahrnehmen müssen. Dadurch dass Mailinglisten nicht moderiert werden, zumindest habe ich bisher noch keine Moderation wahrgenommen, haben Diffamierungen und ähnlich gelagertes hier eine Bühne die von einigen Unholden gerne genutzt werden. Ich spreche mich nun aber nicht für die Zensur bzw. Moderation auf Mailinglisten aus, gebe aber zu bedenken, dass diese Listen a) für jedermann lesbar sind, b) eine Mitstörerhaftung auch für die Partei entstehen kann und c) wir damit den Beweis der mangelnden Diskussionskultur liefern, auch wenn dieser durch einzelne, die mit derartigen wüsten Emails auf sich aufmerksam machen, den eigentlichen Beweis für die ganze Partei liefern.
2) Newsserver
Seit kurzem wird in einem Projekt namens “Syncom” (ich komme später noch drauf zu sprechen) ebenfalls zu den Mailinglisten ein Newsserver angeboten. Letztlich ist dies nichts anderes als das einigen sicherlich noch bekannte Usenet und dabei spreche ich nun nicht von UseNext Zugängen, um Binärdateien zu beziehen. Ansonsten spiegelt der Newsserver selbiges wie die Mailinglisten wieder, nur dass er über einen anderen Client bedient wird, sowie auch besondere Regelungen in der Vorhaltezeit von Nachrichten hat, ohne auf die technischen Details weiter eingehen zu wollen. Es verhält sich also in diesem Punkt wie bei den Mailinglisten.
3) Forum
Jeder der sich jetzt schon freut, dass ich auf den kürzlich geschehenen Forumtransfer eingehe, wird zum jetzigen Zeitpunkt bitter enttäuscht werden, da ich dazu derzeit mich öffentlich bis zur vollständigen Klärung aller Umstände nicht äussern werde. Es kann mich bei Rückfragen zur Sache selbst jeder gerne direkt kontaktieren.
Das Forum der Piraten wird unabhängig von den Mailinglisten betrieben. Damit haben wir somit eine Trennung zwischen den Diskutanten auf Mailinglisten und Forum. Dieser Graben wird auch von den jeweiligen Seiten aufrecht erhalten, da die Anhänger des heiligen Grals von diesem nicht weichen, die Forenjünger ebenfalls von ihrem Maulwurfshügel nicht abrücken. Ich kann damit mit Recht behaupten, dass wir Themen durch die Unabhängigkeit beider Kommunikationsmedien doppelt diskutieren, die Ergebnisse aber nicht gegeneinander abgleichen sondern im schlimmsten Fall zweierlei Meinungen entstehen, die sicherlich diskutiert wurden, allerdings ohne die Argumente des anderen Lagers mit einzubeziehen.
Die Vorteile eines Forums liegen dabei klar auf der Hand: Während man für eine Mailingliste eine Emailadresse mit unbegrenztem Postfach (ich erinnere an die 200 000 Mails / Tag) benötigt, sowie eine intensive Beziehung zu allen Funktionen seines Mailprogramms, ist ein Forum frei von diesem Hürden und bietet daher die Einfachheit der Diskussion an. Anmelden, einloggen und Beiträge schreiben. Auch die Lesbarkeit an sich ist ein wichtiger Punkt, bei Mailinglisten darf man noch jede Email einzeln lesen und muss sich vorangegangene Emails auch merken um der Diskussion folgen zu können, die dann durch falsches oder zerrissenes Zitieren ad absurdum geführt wird, im Gegensatz zu einem Forum bei dem ich mir die Beiträge en bloc zusammenhängend durchlesen kann.
Allerdings haben auch Foren ihre Kehrseite: Die Trolle wüten auch hier gleichermaßen wie in den Mailinglisten. Der einzige Vorteil ist dabei dass man Benutzer deren Hauptaufgabe das Sammeln von <°(((>< (Heringen) ist, durch Deaktivierung ihrer Accounts etwas abkühlen kann, auch wenn die Kühlphase nur bis zur nächsten Sockenpuppe reicht.
Ein weiterer Punkt der nicht ausser Acht gelassen werden sollte ist die Archivfunktion eines Forums, denn ein Forum ist von seiner Grundstruktur darauf ausgelegt, dass alle Beiträge erhalten bleiben, diese indexierbar und nachlesbar sind. Für so manchen Diskutanten kann dies schnell ungemütlich werden, wenn alte Beiträge herausgefischt und vorgehalten werden.
4) Syncom
Das Projekt Syncom, welches ich gerne einmal bildlich beschreiben würde, obgleich ich Sprache und Abwasserkanalisation ungern in einen Satz presse:
Bezeichnet man die Mailinglisten, Newsserver und das Forum jeweils als Abwassersyphon für Diskussionen, so ist Syncom die Vereinigung selbiger ohne Kläranlagenfunktion obwohl diese dem System angedacht war und ist.
Um diese Aussage von mir nun verstehen zu können, liefere ich ein paar Hintergrundinformationen zum Projekt Syncom. Die Idee des Projekts halte ich nicht für grundsätzlich verkehrt, allerdings bin ich der Auffassung dass die Projektidee nicht gegen die Mentalität der Piraten innerhalb der Partei gelinkt wurde. Das Syncom Projekt hat als erstes den Ansatz, dass alle drei Medien – Newsserver, Mailinglisten und Forum – miteinander verbunden werden, um eine einheitliche und gemeinschaftliche Diskussion zu zulassen. Gerade für Diskutanten die nicht mit dem Emailprogramm Tag und Nacht arbeiten und sich eine penible Organisationsstruktur zur Verwaltung der ganzen Mailinglisten angeeignet haben, damit eher das Forum nutzen, mag dies ein großer Schritt zur Vereinfachung an der Teilnahme von Diskussionen sein. Zusätzlich werden wir allen Lagern, sowohl den Mailinglistenanhängern, Forenjüngern und Usenetgroßeltern gerecht und bieten eine gemeinsame Basis um zu diskutieren.
Bis hier hin folge ich gerne der Idee, doch nun wird es schwierig. Ein Problem der Piraten ist, dass auf Mailinglisten und anderen Kommunikationsmedien viel diskutiert wird, die Ergebnisse und auch die Essenz aus den Diskussionen dann aber auf den Mailinglisten gerne versiegen. Ich erkläre dies gerne bildlich damit, dass ein Entwickler alle Energie in die Entwicklung einer Anwendung steckt, für die Dokumentation meist aber nur eine schmucklose Textdatei mit technisch-kyrillischen Anweisungen herhalten muss. Die Piraten halten dies ähnlich, diskutiert wird viel, Ergebnisse im Wiki sind dann eher dünn besiedelt.
5) Wiki
Das Wiki, eigentlich ebenfalls mit einem Satz beschreibbar:
Eine von Vogonisten gefüllte Datencloake ohne Struktur und Übersicht.
Auch hier liefere ich gerne die Erklärung dazu. Als erstes sind die Vogonisten hier nicht mit den Vogonen aus dem Film “Per Anhalter durch die Galaxis” zu vergleichen, sondern dies ist eine Wortschöpfung eines rhetorisch begabten Piraten. Er hat den Begriff Vogonismus erschaffen um damit auszudrücken, was im Wiki Alltag geworden ist: Informationen werden durch Überfülle und mangelnde Organisation, obgleich diese öffentlich und für jeden auffindbar eingepflegt, dennoch versteckt sind. Wer einmal im Wiki eine Information, die er dringend benötigt, gesucht hat, wird mir bestätigen können, dass er mindestens einmal daran gescheitert ist. Dabei ist gerade das Wiki ein sehr wichtiges Element unserer Partei, da es das zentral-kollektive Gehirn der Piraten darstellt. Alles Wissen und jegliche Informationen sind im Wiki zu finden – ausser sie wurden auf einer Mailingliste diskutiert und niemand hat es eingetragen. Aber auch das zeigt, wie wichtig das Wiki ist. Und gerade weil es so wichtig ist, darf eine Strukturierung sowie auch Aufbereitung der Daten im Wiki unter keinen Umständen fehlen. Die notwendigen Erweiterungen auf technischer Ebene sind vorhanden, doch kann diese noch lange nicht jeder bedienen. Damit wir aber Informationen nicht im Rohformat aufnehmen müssen ist es unabdingbar mit Übersichten, grafischen Elementen und Ansichten zu arbeiten die eine leichte Auffassung der Informationen ermöglichen.
Ein gutes Beispiel ist die von Markus aka Anthem entwickelte Antragsfabrik. Damit wird es erstmalig möglich die Satzungs- und Programmänderungsanträge übersichtlich aufbereitet aufzunehmen, zu durchdenken und dann entsprechend eine Meinung durch Zustimmung, Enthaltung oder Ablehnung zu geben. Und genau solche Ansichten wünsche ich mir an weiteren Stellen im Wiki.
6) Twitter
Ja auch ich nutze unter @NetAndroid_BY einen Twitteraccount – und das sogar aktiv. Dennoch halte ich Twitter lediglich als Ankündigungsmedium für geeignet. Mehr nicht. Im Endeffekt ist Twitter auch nichts anderes als SMS, nur mit 140 statt 160 Zeichen. Zudem sehe ich in Twitter auch die Gefahr, dass die Kommunikation miteinander in Mitleidenschaft gezogen wird, denn seit SMS und Twitter erlebe ich es immer wieder dass es einigen in direkten Gesprächen doch merklich schwer fällt einen Satz mit mehr als zwei Kommas und einer Apposition zu bilden, geschweige den meinen geliebten Schachtelsätzen zu folgen.
Die Piraten nutzen Twitter sehr stark, seitdem ich bei den Piraten bin, weiss ich selbst erst wie man den Dienst richtig nutzt. Alle heißen Infos laufen darüber und lösen oft hitzige 140 Zeichen Wortgefechte aus. Da das Medium selbst zur Diskussion gänzlich ungeeignet ist, wie schon viele aktive User gemerkt haben, kommt der Dienst hier ganz gut davon, da ich es als Ankündigungsmedium durchaus schätze – mehr aber auch nicht.
7) IRC / Jabber
Ich selbst nutze kein IRC, von daher kann ich dazu wenig sagen. Allerdings nutze ich aktiv Jabber, da es für mich freundlicher daherkommt, als die IRC Dienste. Auch hier haben wir letztlich nichts anderes als textbasierende Diskussionen, die fern jeder emotionalen und gestikativen Ebene sind. Auch hier haben wir die üblichen Netzgestalten die auf Fischfang ihre Angeln ausgeworfen haben. Ich reihe daher diesen Punkt neben die Mailinglisten mit ein, ausser dass es in IRC Kanälen sogenannte OPs (Operatoren) gibt, die bei massiven Übertretungen eine Form der Moderation anwenden um wieder Ruhe in die Menge zu bekommen. Es gibt aber auch unmoderierte Kanäle auf denen dann der Troll toben darf.
Telefonkonferenzen / Mumblesitzungen
Nachdem wir uns nun ausführlich den textbasierten Kommunikationsmedien gewidmet haben, folgen nun die Medien die mit gesprochener Sprache genutzt werden: Telefon- oder Mumblekonferenzen. Auch hier haben wir als Unterschied zwischen beiden Arten der Konferenzen eine rein technische Unterscheidung, die man ganz einfach auf fernmündliche Konferenzen herunter brechen kann. Hier ist der gemeine Pirat nun gefordert durch Wortwahl und gesprochene Sprache aufzutreten. In einer Telefonkonferenz kann man eben nicht mehr wie auf einer Mailingliste entsprechend niederem Schreibstil für Aufruhr sorgen, sondern bekommt bei Nichtgefallen seines Gegenübers direkt Paroli. Trolle wird man in solchen Sitzungen kaum bis gar nicht finden. Solche Konferenzen halte ich für das erste taugliche Medium um auch Politik “machen” zu können.
Nur durch die lebendige Diskussion, durch Schlagabtausch und Argumentationsführung entsteht hinterher ein Ergebnis das sich sehen lassen kann und es ist auf jeden Fall effektiver als textbasierte Medien.Natürlich sind, diese Erfahrung habe ich selbst gemacht, Konferenzen dieser Art viel anstrengender. In der Diskussion muss ich a) Argumente vorbringen, b) diese auch begründen können und c) Argumente eines Gegners aufs Korn nehmen können um ihn von meiner Meinung überzeugen zu können, nachdem ich ihm gezeigt habe, dass seine Argumente wertlos sind. Ich betrachte solche Konferenzen ein wenig wie Kampfsport ohne Gewalt anzuwenden. Vor allem bringen diese Konferenzen den Piraten mehr als Mailinglisten oder ähnliches, denn der politische Gegner wird nicht erst eine Mailingliste eröffnen, wenn er uns im politischen Alltag an die Wäsche will.
9) Stammtische / Reale Treffen
Stammtische, Versammlungen, Treffen vor Ort sind die einzige und zugleich beste Art und Weise Politik zu machen. Wir Piraten müssen lernen dass gerade Politik durch gesprochene Sprache in Debatten vor Ort stattfindet und nicht über Mailinglisten ausgefochten wird. Man stelle sich nur einmal einen Plenarsaal vor, in dem zwar Abgeordnete sitzen, die Debatten aber über die beliebten technischen Tools durchgefochten werden und keiner eine lebhafte Rede vorn am Pult hält. Ist das Politik? Nein! Wir müssen noch viel mehr Versammlungen, Treffen und Vor-Ort Gespräche abhalten als bisher, auch wenn es den Kellerkindern, von denen ich mich nicht ausnehme, schwerfällt unter dem Geschrei der Vögel, der Frischluft und gleisenden Sonnenlicht durch die Straßen zum Treffpunkt zu huschen. Als Einschub dazu, es ist bezeichnend dass die Geschäftsstelle der Piraten in Mittelfranken im “Keller” liegt.
da war aber noch…
Ja ich bin mir sicher, dass ich noch einiges vergessen habe, die Liste oben hat auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern zeigt vielmehr, dass die Liste doch schon viel zu lang ist. Wer soll diese ganze Informationsflut beherrschen, geschweige denn lesen? Das schafft nur jemand, der sich 24 Stunden mit den Piratenkanälen beschäftigt und so jemanden wird es, das behaupte ich nun einmal frech, nicht geben.
Und die Lösung?
Wie ich bereits beim Syncom Projekt habe durchblicken lassen, hat der derzeitige Vorstand Bestrebungen das Projekt auch gänzlich umzusetzen. Nach Aufassung einiger Satzungsanhänger, die die Regeln zu 100% klar auslegen, darf der Vorstand uns Piraten auch das Kommunikationsmedium vorgeben, das heisst aber noch lange nicht, dass wir uns das auch gefallen lassen. Das Vorhaben mit Syncom und der Begrenzung der Vorhaltezeit von Diskussionen als Druckmittel zu nutzen um mehr Ergebnisse ins Wiki einfliessen zu lassen, klingt erst einmal vernünftig, da der Vorstand dazu gewählt wurde, die Parteistruktur so zu gestalten, dass diese effektiv für die ganze Partei ist. Solange aber nicht es als Selbstverständnis eines jeden Piraten geworden ist, zur Erhaltung und weiteren Nutzung seiner gewonnen Informationen, diese auch ins Wiki zu stellen, wird der Zwang nicht förderlich sein sondern wird sicherlich einige Lager hervorbringen, die sich dagegen aufbäumen – und das aus meiner Sicht auch zurecht. Eine Vernichtung von Diskussionen durch automatische Löschung halte ich grundsätzlich für falsch, sondern der Vorstand sollte das Bewusstsein der Piraten vor allem darin stärken, dass er ihnen klar macht, dass es unabdingbar ist, dass über gewonnene Erkenntnisse das Ganze im Wiki, für andere auch nutzbar, eingetragen wird. Als Piraten haben wir nämlich im Wahlkampf uns für verteiltes Wissen, das jedem zugänglich ist, eingesetzt. Eine beendete Diskussion die nicht im Wiki landet ist kein geteiltes Wissen in dem Sinne, sondern lediglich Wissen innerhalb einer Gruppe der Diskutanten auf der Mailingliste bzw. dem Medium auf dem es diskutiert wurde. Damit es letztlich Wissen wird, dass uns Allen zur Verfügung steht muss es ins Wiki eingetragen werden, damit wir darin eine Datenbasis an Informationen aufbauen können. Nur dann können wir im nächsten Schritt uns einen Überblick aller Daten und im Folgeschritt Wissen aneignen. Hierzu verwende ich gerne zur Veranschaulichung eine Wissenspyramide.
Genau genommen fehlt dieser Pyramide aber noch eine Schicht, in der befinden wir uns nämlich gerade: Unterhalb der Daten, denn wir wissen noch nicht einmal was wir alles an “Daten” haben. Oder findet sich hier in den Reihen jemand der die Frage nach den Daten beantworten kann? So trete er hervor.
Ich habe mir, da man das sicherlich von mir auch erwartet, wenn ich schon einen solchen Beitrag verfasse, Gedanken gemacht wie man die Kommunikation innerhalb der Piraten verbessern kann.
1) Pirat
Als erstes steht ein jeder Pirat auf der Liste. Solange wir uns nicht klar werden, dass unsere Kommunikation, so wie sie derzeit läuft eher den Niragara Wasserfällen gleicht, die wir nicht unter Kontrolle haben, ist an Kommunikationsstrukturierung noch gar nicht zu denken. Daher sollten wir im Vorfeld uns zusammen setzen und die derzeitige Problematik erkennen, denn nur wenn wir die Fehler erkannt haben, können wir diese auch beheben. Wir werden sicherlich nicht alle 12000 Piraten die es derzeit sind, an einen Tisch bekommen um darüber zu diskutieren, aber eine größere Gruppe die sich dazu ernsthaft Gedanken macht und auch das Selbstverständnis eines jeden Piraten schärft muss es doch sein.
2) Mailinglisten
Den Mailinglisten würde ich als erstes jeglichen Anspruch auf Diskussionsmedium entziehen und diese zu einem reinen Ankündigungsmedium verstümmeln. Über diese Listen laufen nur Ankündigungen und kleinere organisatorische Absprachen um eine Aktion oder Vorhaben zu planen.
3) Forum
Das ist das einzige Medium dem ich eine Diskussionserlaubnis zubilligen würde und das obwohl ich auch der heiligen Kuh “Mailingliste” verfallen bin. In einem Forum kann ich aufgrund der besseren Darstellung viel einfacher diskutieren als auf Mailinglisten. Wir ermöglichen zudem auch nicht so begabten Internetnutzern die Möglichkeit der Teilnahme an der Dikussion ohne sie auszuschließen.
3.1) Syncom
Zugegeben durch das Projekt Syncom kann man nun die Sucht einiger nach Diskussion über eine Mailingliste, dadurch dass alles auch über ein Forum abrufbar ist, stillen, da alles miteinander verbunden ist. Ich räume das insoweit ein. Allerdings sehe ich darin eine andere Gefahr. Zum einen werden nicht alle Mailinglisten angeschlossen sein, da dies die Entscheidung einer jeden Mailingliste selbst ist, zum zweiten halte ich es für bedenklich wenn auf einer Kreismailingliste die im Syncom angeschlossen und im tiefen Bayern sitzt, plötzlich jemand aus Mecklenburg-Vorpommern meint gute Ratschläge für bürgernahe Politik geben zu müssen. Ohne auf die Lokalitäten (diese dienen hier nur als Füllworte) einzugehen, sehe ich das Problem darin, dass jemand aus der anderen Ecke Deutschlands doch gar nicht beurteilen kann, wie es in einem fernen Ort mit bürgernaher Politik (um beim Beispiel zu bleiben) aussieht. Auch sehe ich ein Problem darin, dass dadurch dass auf den Mailinglisten ein rauer und ungehobelter Ton einzelner herrscht, dies schnell zu Rangeleien quer Partei führen kann, denn es ist durch die Forenoberfläche für jeden einsehbar. Auch sehe ich mit einem Klick was aktuell diskutiert wird, wo ein Thema mal wieder mit hohen Wellen schlägt. Trolle können direkt mit einsteigen und die Phosphorfakeln in die Pulverfässer drücken. Ohne moderativen Eingriff wird dies zum Pulverfass für die ganze Partei; eine hochexplosive Diskussionsmischung.
4) Telkos / Mumble / RL Treffen mit Hausaufgaben
DAS ist das Kommunikationsmedium auf das wir uns fokusieren sollten, dabei besonders wichtig sind die Hausaufgaben. Wenn ich mir die verschiedenen Arbeitsgruppen ansehe, dann finden dort viele Diskussionen statt, welche auch den ganzen Tag laufen, allerdings sind die Ergebnisse nicht so effizient entstanden wie man es gestalten könnte. Meine Vorstellung von effizientem Arbeiten ist, dass man ein Treffen, egal ob Telko oder real vor Ort, abhält, sich eines Themas annimmt, die Diskussion führt und nach Ende des Treffens auch eine Hausaufgabe mit nimmt, die man bis zum nächsten Treffen auch zu erfüllen hat. Der Vorteil liegt auf der Hand, man hangelt sich nicht von Treffen zu Treffen, sondern muss sich auch ausserhalb der Veranstaltungen mit dem Thema beschäftigen, 5 Minuten vorher schnell drei Gedanken dazu reichen eben nicht um voran zu kommen! Die Frequenz solcher Versammlungen sehe ich nun nicht täglich, sondern es können ruhig eine oder zwei Wochen dazwischen liegen, denn wie geschrieben durch die Hausaufgabe muss man sich auch zwischen den Treffen damit beschäftigen. Allein damit wird es gar nicht möglich sein, dass man in zig Arbeitsgruppen mitarbeitet, da das Arbeitspensum derart imens wäre, dass man es gar nicht mehr schaffen kann. Qualität statt Quantität ist hier das Credo für effektives Arbeiten.
5) Ergebnisse ins Wiki
Jeder Schritt der erarbeitet wurde, muss ins Wiki einfliessen und dort a) dokumentiert und b) veröffentlicht werden. Nicht der Transparenz Willen, sondern dem Willen des verteilten Wissens, des zugänglichen Wissens. Es kann nicht sein, dass wir hier Informationen anderen vorenthalten, nur damit eine Arbeitsgruppe hier einen Tusch arrangieren kann, weil genau sie die Lösung im Hinterzimmer in 4 Monaten ausgebrütet hat, hätten andere davon Kenntnis erlangen können, hätte es nur zwei Monate gedauert. Ich bin mir sicher, dass wir viele kluge Köpfe in unserer Partei haben, doch wie werden diese aktiviert? Durch eine Arbeitsgruppe beginnt die Aktivierung aber gerade durch abrufbare Ergebnisse ermöglichen wir noch uns unbekannten Hellgeistern mit einzusteigen und uns auf vielleicht totalen Unsinn hinzuweisen.
Abschluss
Der Blogbeitrag ist nun etwas ausgeartet und wurde länger als ich es erwartet habe. Dabei hat der Beitrag selbst noch gar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt sicherlich noch einige Punkte die disktuiert werden müssen und von Lesern auch anders betrachtet werden. Wer es bis hier hin geschafft hat, dem danke ich für die Aufmerksamkeit und schliesse mit den Worten
Mein Name ist Dominique und ich bin PIRAT
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