Weserspucker Pöbelknechte

Dieser Begriff fiel mir just in dem Augenblick ein, als ich über Twitter nachfolgendes Bild in meiner Timeline wahrnahm:

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Das in dem Artikel geschriebene ist der geistige Erguss eines kleinen Pöbelknechts der scheinbar nicht nur schlecht informiert sondern auch noch derartig politisch ungebildet ist, dass ein solcher Beitrag verfasst wurde. Der Chefredakteur der Zeitung kann einem richtig leid tun, wenn er zu seinen Mannen einen solchen Autoren zählen muss. Ich habe mir nun schnell eine Email zur Hand genommen und folgende Zeilchen verfasst:

Sehr geehrter Herr Lohmann,
sehr geehrter Herr Götte,
sehr geehrte Damen und Herren,

soeben habe ich Ihren in meinen Augen ketzerischen Artikel über die Piratenpartei Deutschland in ihrem Blatt "Wesersprucker" wahrgenommen. Es ist schockierend, dass ein solcher Artikel überhaupt über die Prüfungen durch die Redaktion hinaus, es geschafft hat in den Druck zu gelangen.

Die in dem Artikel vorgebrachten Äußerungen stellen für mich zum einen eine massive Beleidigung dar, da Sie die Piratenpartei in Verbindung mit Pädophilie und Päderasten in einem Satz nennen, zudem stelle ich aber auch die Verletzung des rechtsstaatlichen Gebots der Unschuldsvermutung für unser Parteimitglied Jörg Tauss fest. Von den abwertenden Andeutungen gegenüber internetaffiner Menschen, möchte ich hier gar nicht weiter sprechen, da es ihnen aus meiner Sicht nicht geschadet hätte, vorher noch einmal in die Bücher zum Leitfaden für Qualitätsjournalismus zu "glotzen", dem es scheinbar ihrem Autoren sowie der Redaktion gehörig fehlt.

Zu den Beleidigungen sei angemerkt, dass Sie sich damit lückenlos in die Reihen der Ex-Familienministerin von der Leyen oder Herrn von und zu Guttenberg einreihen, der all jenen unterstellt hat, dass selbige pädophil sein könnten, die lediglich in der Lage seien ihren PC derart zu bedienen, dass eine Umgehung der DNS Sperren für kinderpornographische Inhalte möglich ist. Es ist weiterhin bedauerlich, dass hier nicht auf Qualität in der Recherche wert gelegt wurde, sondern reine Polemik das "Geschreibsel" bestimmt hat. Ob dies ein gutes Licht auf ihr "Blatt" wirft sei dahin gestellt; schon jetzt sehe ich aber den Namen darin begründet, dass Sie scheinbar vorgeben was mit diesem Papier am besten zu tun ist: einfach darauf zu spucken und in die Weser oder vergleichbares Abwasser zu werfen.

Hinsichtlich der Missachtung der Unschuldsvermutung zu unserem Parteimitglied Jörg Tauss, verliere ich wenigstens die Worte, dass solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist, eine mediale Verurteilung, wie diese bereits geschehen ist, verachtungswürdig ist. Ich hoffe, dass sofern Sie selbst einmal in Verlegenheit hinsichtlich eines Vergehens gelangen, ihnen nicht selbiges widerfährt.

Mit freundlichem Gruß

Dominique Schramm
Parteimitglied

Mal sehen ob auf diese Email eine Erwiderung eingeht, gerne werde ich dazu wieder berichten.

Unsere geschätzte *würg* Familienministerin hat sich durch ein Interview mit der Rheinischen Post mal wieder einwandfrei selbst bloßgestellt, dass sie überhaupt keine Ahnung vom Internet hat, solange dieses nicht in gedruckter Form vor ihr auf dem Tisch liegt.

Man sollte ihre Bürodamen eine e-Mail schicken, die sollen mal auf Wikipedia nachlesen was die Netikette ist, diese ausdrucken und Frau von der Laieyen vorlegen. Dann wüsste sie, dass es den von ihr heute geforderten Verhaltenskodex schon lange gibt.

Zusammen mit Nutzern und Betreibern soll dieser nun entwickelt werden. Damit soll dann auch das Stopp Schild in Chats wie IRC, ICQ und anderen Diensten Einzug halten, wenn man etwas böses zu einem anderen sagt.

Und weil es so schön ist, löst der neue Stopp-Schild-Chat-Verhaltenskodex auch gleich noch das Mobbingproblem unter Jugendlichen, denn nach ihrer Auffassung wird ja auch im Schultag das Anti-Mobbing durch Vertrauenslehrer und Streitschlichter eingefordert.

Immerhin hat die Stopp-Schildministerin nun zurückgerudert und die über 130 000 Petenten nicht mehr als Kinderporno Befürworter verteufelt, sondern das Engagement begrüßt und nimmt diese nun politisch und menschlich ernst.

Na ob man darauf stolz sein will, von ihr ernst genommen zu werden ?

Trotz Zensur schärfere Strafen ?

Welches Vertrauen hat die Leyen-Regierung in Ihre Wegschaupolitik, wenn nun zusätzlich zum Zugangserschwerungsgesetz nun auch noch der Druck auf die Justizminister stetig ansteigt und das Thermometer fast zum platzen bringt. Durch die hitzige Debatte angeschürt fordert nun die Deutsche Kinderhilfe schärfere Strafen sowie auch die internationale Ächtung von Staaten, die Kinderpornographie dulden.

Auf der Frühjahreskonferenz in Dresden haben sich die Justizminister der Länder für eine strengere Strafverfolgung von Kinderpornographie im Internet ausgesprochen. Allerdings gestalte sich die Strafverfolgung allein bei den im Internet ausgetauschten Medien schwierig, da der aktive Bezug, also das Herunterladen nachgewiesen werden müsse.

Der Deutschen Kindeshilfe geht es dabei allerdings nur darum, dass Konsumenten dieser abstoßenden Ware möglichst lange hinter Gittern schmoren. Die Argumente hierbei sind einfach: Das Herunterladen von kommerziellen Filmen oder illegaler Software wird mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft, Kinderpornographie nur mit 2. Letzteres ist aber weitaus schwerwiegender. Nach der aktuellen Rechtsprechung ist der sexuelle Missbrauch von Kindern ein Vergehen, also eine minderschwere Straftat, während Drogenhandel oder Raub als ein Verbrechen geahndet wird. Dieser Unterschied müsse dringend beseitigt werden.

Darüber hinaus sollen international nun Listen geschaffen werden, um dort Staaten die beim Kampf gegen die Schmuddelfilme  nicht kooperieren, einzutragen und darüber den Pecheimer der Ächtung auszukippen. Ob ein solch öffentliches und internationales Gruppenächten etwas bewegen wird, bzw. wie sich dadurch die aussenpolitischen Verhältnisse zwischen den einzelnen Staaten verändern, mag dahingestellt sein.

Neu aus dem Hause Laiensoftware: Netnanny Uschi 1.0, die neue Pflichtsoftware für jeden schlecht informierten Bürger in Deutschland! – Demnächst auch bei Ihrem ISP!

netnanny

Tauss tritt den Piraten bei

Und damit ist es nun amtlich:

Presseerklärung des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland

Der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss hat heute in Berlin seinen Beitritt zur Piratenpartei Deutschland erklärt. Die Piratenpartei heißt mit ihm einen der erfahrensten Politiker des Landes im Bereich Bildung, Forschung und Neue Medien in ihren Reihen herzlich willkommen.

Dieser Schritt geschieht auf dem vorläufigen Höhepunkt einer langen Kette des Versagens der SPD auf dem Gebiet der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter und macht einen dramatischen Verlust ihrer Glaubwürdigkeit nach innen und außen sichtbar.

Mit der Verabschiedung des Zugangserschwerungsgesetzes am vergangenen Donnerstag hat die große Koalition sehenden Auges ein Gesetz durchgepeitscht, das von vielen Experten aus mehreren Gründen für verfassungswidrig gehalten wird und das nichts weniger als eine von einer Polizeibehörde alleinig kontrollierte Zensurinfrastruktur schaffen soll. Nur notdürftig wird dies vom vorgeblichen Ziel der Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen verdeckt.

Im Vorfeld der Debatte um Internetsperren ist gegen Herrn Tauss eine staatsanwaltliche Ermittlung begonnen worden, die den Besitz von kinderpornografischem Material umfasst. Wir wissen, dass auch Herr Zierke und Frau von der Leyen kinderpornografisches Material gezeigt und in dieser Debatte als ‘Argument’ gegen den Standpunkt von Herrn Tauss vorgeführt haben. Solange in dieser Sache gegen Herrn Tauss keine Verurteilung erfolgt, hat die Piratenpartei keinen Anlass, an seiner Unschuld und moralischen Integrität zu zweifeln.

Für Außenstehende mag es schwer verständlich sein, dass Herr Tauss sich trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe zu diesem heiklen Thema weiterhin äußert. Mit ihm haben aber über 134.000 Menschen als Unterzeichner der Petition gegen Internetsperren klar gemacht, dass es für sie schlimmer ist, zu diesem unverschämten Angriff auf unsere Demokratie zu schweigen, als sich gegen den ungerechtfertigten Vorwurf der Verteidigung von Kinderpornografie zu wehren. Mit der Initiative Missbrauchsopfer gegen Internetsperren (MOGIS) wehren sich sogar diejenigen gegen dieses Gesetz, für deren Wohl sich die Familienministerin angeblich damit einsetzt.

Entgegen der oberflächlichen Berichterstattung sind viele Protagonisten dieses Gesetzes darin persönlich involviert, da sich mit einer Zensurinfrastruktur auch zahlreiche andere unerwünschte Teile des Internets leicht ausblenden ließen. Die verwandtschaftlichen und finanziellen Verstrickungen der potentiellen Nutznießer fangen bei Frau Krogmann an und hören bei Frau von der Leyen noch lange nicht auf.

Wir PIRATEN sind nicht diejenigen, die sich als Schauplatz der Auseinandersetzung um Bürgerrechte im Internet den Rücken missbrauchter Kinder ausgesucht haben, sondern dies hat die CDU getan und die SPD ist ihr am Nasenring gefolgt.

Wir begrüßen jeden aufrechten Demokraten im gemeinsamen Kampf für Bürgerrechte und gegen den Überwachungsstaat. Willkommen Pirat Tauss!