Archive for the ‘ Wirtschaft ’ Category

Ex Arcandor Chef Thomas Middelhoff und sein nachfolgender Karl-Gerhard Eick haben vieles gemeinsam. Beide haben BWL studiert und promoviert, tragen damit beide einen “Dr.” vorm Namen. Beide kennen als Manager die Spitze des Vorstands von Arcandor und beide haben für Ihre Posten als Manager in verschiedenen Unternehmen schon einige Millionen kassiert. Eine ganz neue Gemeinsamkeit ist allerdings das beide ein Strafverfahren am Hals haben – Middelhoff wegen Untreue, Eick wegen Insolvenzverschleppung.

Gegen den 55-jährigen neuen Arcandor Chef Eick ermittelt die Staatsanwaltschaft Essen nach der Anzeige eines Privatmanns aus Süddeutschland wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung. Nach Aussage der OStA’in Angelika Matthiesen stützen sich die Vorwürfe ausschließlich auf Presseberichte. Allerdings klingt das was vorgetragen wurde schlüssig, so das die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat. Ob Eick nun mit einer Anklage wegen Insolvenzverschleppung rechnen muss kann laut sueddeutsche.de zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Eick hat meiner Meinung nach bis zum bitteren Ende alles versucht um nicht in die Insolvenz zu müssen und um damit das Unternehmen auch ohne Insolvenz weiter zu führen. Nachdem er erfahren hat das er vom Staat keine Hilfe bekommt, hat er meines Wissens nach umgehend Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen gestellt, worauf das Insolvenzverfahren auch eröffnet wurde (AG Essen, AZ 162 IN 161/09).

Etwas anders sieht es beim selbst ernannten Unternehmensretter Thomas Middelhoff aus, dem Untreue vorgeworfen wird. Beteiligungen von Middelhoff und seiner Frau an Immobilienfonds welche Gebäude zu außergewöhnlich hohen Mieten an die zu Arcandor gehördene Warenhauskette Karstadt verpachtet haben sollen, werden als Hintergrund der Ermittlungen genannt. Laut Handelsblatt verkaufte Middelhoff milliardenschwere Immobilien des Konzerns um so die erdrückende Schuldenlast des Unternehmens aus Essen abzubauen. Einige Immobilien wurden dabei von Immobilienfonds gekauft, an denen Middelhoff schon vor seiner Zeit an der Spitze von Arcandor beteiligt gewesen sein soll. Middelhoff selbst hat Intressenkonflikte stets bestritten und beteuert das im Zweifelsfall immer Arcandor vorrangig war. Wegen dieser Vorwürfe ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen Middelhoff.

Man darf gespannt sein ob es Anklagen und Urteile, oder aber Einstellungen der Ermittlungsverfahren – vielleicht sogar gegen Zahlung eines “kleinen” Betrags – geben wird.

Es nimmt kein Ende…

… mit den Krisen in Deutschland. Noch sind wir alle am kauen wegen der aktuellen Finanzkrise die wie den Bankern und ihren Unternehmen verdanken können, schon steht die nächste ins Haus. Zwar erst 2013 aber dennoch wird sie angeprangert wie der Untergang der Welt.

2013 soll einer Energieargentur zufolge eine Mega-Wirtschaftskrise ins Land stehen, die uns alle noch mehr beuteln könnte, als bisher die Finanzkrise unsere Gemüter erhitzt hat.

Der Grund dafür ist der niedrige Ölpreis. Dadurch investieren Unternehmen nicht mehr oder nur wenig in aktuelle Förderprogramme. Der Panikmacher ist kein anderer als der IEA Direktor Nobuo Tanaka. Auch andere Experten haben diesen Einwand bereits eingebracht, denn die Nachfrage nach Öl wird 2010 wieder anspringen und damit auch der Preis, was die Inflation befeuert – und damit erneut das Weltwirtschaftswachstum gefährdet.

Tanaka erwartet dass sich die Lage bis zum Jahre 2013 zuspitzen werde, weil weltweit die Ölförderkapazitäten sinken und die Vorräte in den Reservoirs weiter sinken. Auch Preise bis zu 200 Dollar pro Barrel erreicht.

Es bleibt abzuwarten ob es uns wirklich alle so hart trifft wie jetzt bereits gemutmaßt wird.

Amazon.de KreditkarteDie Frage wie es passieren konnte, das insgesamt 907 Microfiches mit tausenden Kreditkartenabrechnungen, insgesamt 8 Postrückläufer mit PINs (deren Perforation unzerstört war), drei Lieferscheine und einer Rechnung der Firma Atos Worldline bei der Frankfurter Rundschau landen konnten, ist nun wohl geklärt.

Es ist auf 2 überaus hochintelligente Mitarbeiter eines Kurierdienstes zurückzuführen.

Eine Firma aus Stuttgart hatte per Kurierdienst ein Paket mit einem Stollen an den Chefredakteur der Frankfurter Rundschau geschickt, welches zunächst in einer Sammelstelle in Mainz landete. Zur ungefähr gleichen Zeit beauftrage die Firma Atos Worldline in Frankfurt am Main wie gewohnt einen Kurierdienst damit, 6 Pakete mit den Dingen an die Landesbank Berlin zu befördern.

Zwei Mitarbeiter des Kurierdienstes haben das Paket mit dem Stollen allerdings in die eigene Tasche wandern lassen und dann, um Ihre Tat zu vertuschen, dem ganzen Übel seinen Beginn verpasst. Anstatt z.B. einen leeren Karton zu nehmen, nahm man einfach eines der 6 Pakete von Atos an die LBB und versah es mit dem Etikett des Stollenpakets, das an die Frankfurter Rundschau ging. Somit war alles perfekt, und die Frankfurter Rundschau erhielt die Daten, die eigentlich an die LBB gehen sollten.

Schlecht für die LBB, gut für die Zeitung. So hat man direkt die Schlagzeilen für den bzw. sogar die nächsten Tage ohne dafür etwas zu tun, als ein Paket anzunehmen. Die LBB hat dafür, ganz ohne Kosten und Mühen, dann direkt mal die Promotion kassiert. Ob nun diese Promotion allerdings so gut war, wage ich in Frage zu stellen.

Ob es nun ein gutes Geschäft war seinen Job in Gefahr zu bringen damit man einen Christstollen bekommt, ist sicherlich mit Nein zu beantworten. Es würde mich nämlich ehrlich gesagt wundern, wenn der Kurierdienst die zwei Mitarbeiter nicht wegen des Diebstahls sofort entlassen hätte. Das ginge doch schon allein wegen der Publicity wohl kaum anders, als mit zwei Entlassungen.

Ich frage mich bei dem ganzen allerdings, wieso man solch empfindliche Daten mit einem normalen Kurier und ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen befördern lässt. Sparen ist ja schön und gut, aber doch bitte richtig!

Betroffen: Amazon.de Kreditkarte Wenn man diesen Titel hier liest könnte man sich, gerade wegen dem was in den letzten Wochen passiert ist, denken “nicht schon wieder Finanzkriese”. Genau das denke ich mir auch immer wenn ich etwas davon lese, auch wenn es mich intressiert, aber manche Medien pushen es einfach nur noch hoch um was berichten zu können.

Ich frage mich gerade vielmehr wie es wirklich um den Schutz mit den Daten der Kunden bei der Landesbank Berlin steht, bei der ja wohl nach Berichten in den Medien so ein-zwei Daten abhanden gekommen sind. Datensätze von Kunden mit Daten wie etwa Namen, Anschriften, Kreditkartennummern, Kontonummern und eine übersicht einzelner Transaktionen, wohl sogar Geheimnummern, die der Frankfurter Rundschau zugespielt worden sind, sind nun wirklich keine Kleinigkeit mehr. Die Daten sollen dabei im Format von Mikrofiches, also hunderten von Mikrofilmen, aufgetaucht sein. Die PINs sollen sich dabei in Briefumschlägen befunden haben und nicht auf den Filmen.

Betroffen hiervon sind folgende, wohl nicht grad wenige, Karten: ADAC Gold-Mobil-Doppel, Amazon Visa, White Lable Premium, ADAC Classic Mobile Master, ADAC Classic mobile Visa, Schmetterling Premium, Visa Geschenkkarte, ADAC Gold Mobile Master ADAC Gold Doppel, LBB Classic Eurocard, LBB WBI Classic Card, Xbox Classic Card, ADAC Einstieg Visa.

Nach Angaben auf der Webseite der LBB ist es – nach derzeitigem Kenntnisstand – wohl nicht möglich die Daten zum Missbrauch zu verwenden. Etwas komisch finde ich es dann, das man auf Wunsch eine neue PIN bekommen kann und das die LBB einen von Schäden aus dem Datenklau frei hält. Wäre doch gar nicht nötig, wenn gar keine relevanten Daten gestohlen wurden: Aber “nach derzeitigem Kenntnisstand” sagt ja dann wohl wieder ‘ne Menge und doch nichts aus.

Was mich allerdings wundert ist, warum die Daten nicht einfach verschlüsselt auf Datenträgern gespeichert wurden. Vielmehr wurden diese, m.E. fahrlässig, einfach nur auf Mikrofilmen zu finden – und somit wohl unverschlüsselt. Vorallem die PINs – raten Banken nicht einem immer so schön die PIN keinem dritten mitzuteilen?

Das Angebot das Kunden die sich unsicher fühlen eine neue – natürlich kostenlose – Kreditkarte bekommen habe ich übrigens nicht finden können.

Miese Touren bei Infineon

Um sich vor vereinbarten Gehaltserhöhungen zu drücken, steigt man einfach aus dem Tarifverband aus. Das zumindest hat genau so Infineon mit seinen Mitarbeitern gemacht. Die rnd. 6000 Mitarbeiter haben sich vorher mit dem Arbeitgeberverband der Bayrischen Metall- und Elektroindustrie (kurz: VBM) und Infineon geeinigt, dass eine zweistufige Lohnerhöhung von 2,1 Prozent ab Februar 09 und nochmaligen 2,1 Prozent ab Mai 09 durchgesetzt werden soll. Allerdings ist Infineo am Tage dieser Einigung aus dem Verband ausgetreten.

Der Finanzvorstand beteuerte noch dass man es sich nicht leicht gemacht habe, allerdings wolle man wohl die Gehälter flexibel an die Höhen und Tiefen des Halbleitermarktes anpassen, für einen Tarifverband ist da natürlich kein Platz ;)

Pfui !