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Aug
17

Spenden, damit ein Mann überlebt

Wir alle müssen Spenden sammeln, um einem einzigen Mann sein Leben weiter zu ermöglichen. Damit meine ich den polemischen politischen Geschäftsführer der Primaten Piratenpartei Johannes Ponader ganz sicher nicht, sondern vielmehr Facebook‘er Mark Zuckerberg.

Zuckerberg’s Vermögen ist nämlich durch die Facebook-Aktie um 600 Mio. USD auf 10,2 Mrd. USD gesunken, womit der Mann gerade mal noch ein paar Kröten (umgerechnet 8.283.254.831,40 € (beim Umrechnungskurs 1,00 $ = 0,812083807 €)) hat – so zumindest stellt es Golem unter Bezug auf den Bloomberg Billionaires Index dar.

Angeblich sollen sich die Investitionen die Facebook in den letzen zwölf Monaten getätigt hat sich schon bald auszahlen, was Zuckerberg versichert haben soll. Sollte er recht haben, hat er seinen Verlust wohl recht schnell wieder ausgeglichen. Wenn nicht, dann kann er immernoch anderen was Spenden um Spenden betteln – wir wär’s mit maximal 1.000,00 € im Monat? ;-)

Ich persönlich würde übrigens eher Marc Zuckerberg als jemand der sich auf Kosten anderer selbst verwirklichen und daher von Spenden leben will etwas spenden.

Feb
27

Niedersachsen und die stille SMS

By pyloor  //  Die Welt und ich, Piraten  //  1 Comment

In Niedersachsen hat man scheinbar einen Clown gefrühstückt oder ist der Meinung, dass man dort die Menschen besonders für dumm halten kann:

Es geht um die sog. stille SMS, ein Ortungsverfahren von Handybesitzern ohne dass derjenige es mitbekommen. Eigentlich würde man nun erwarten, dass solche ErmittlungsÜberwachungsverfahren nur von einer staatlichen Behörde durchgeführt werden.

Nicht so in Niedersachsen. Dort hat man die Arbeiten nun flux auf ein “privates” Unternehmen, irgend einen nicht näher bezeichneten Telefonanbieter ausgelagert. Sprich die Pings kommen nun nicht vom Staat sondern von einem privaten Unternehmen. Und wie natürlich zu erwarten war, gibt es dort ein paar kleine, nennen wir es “Unzulänglichkeiten”:

Zählwerk?

Der “Entwickler” des Programms muss als er sich die Codezeilen aus den Fingerkuppen geschlagen hat, noch recht neu im Geschäft gewesen sein, denn wir erklärt sich sonst dass ein einfaches

++$i

nicht in seinem Sprachfundus vorhanden war / ist. Warum es hier um Counter geht? Na ganz einfach: Die Software die die stillen Pings durchführt hat momentan

keine Funktion zu zählen wie viele stille SMS versendet worden sind

Na holla die Waldfee. Und wie wird das abgerechnet? Als Flatratetarif ohne Fair-Use-Klausel? Oder wurde der Zähler gar absichtlich vergessen, damit man auch nebenbei noch eigene Interessen des Unternehmens mit verwirklichen kann?

Herzlich Willkommen bei Monitoring Telekommunications

Denn wir wissen immer wo Sie sind!

Dass man sowas ernsthaft in der Öffentlichkeit vom Stapel lässt ist schon nen starkes Stück. Aber es wird noch viel besser. Da man nun auf die Idee kam, dass ein Counter für die versendeten SMS doch nicht so verkehrt wäre, hat man scheinbar bei dem Unternehmen angefragt. Das Upgrade der scheinbar reichlich betagten Software ist günstig im Angebot:

Die Erweiterung der Software bzw. die Neuentwicklung der Software, so dass versendete SMS gezählt werden können, kostet nach einer vorsichtigen Schätzung rund 80 000 €

Das nenne ich mal nen Schnäppchen. Da sollten die anderen Bundesländer doch gleich zu schlagen und nach Rabatt fragen, bevor Niedersachsen das alleine zahlen muss. Bereits früher haben doch die Bundesländer gerne mal untereinander Absprachen getroffen wer nun welche Software wo kauft.

Geld ja – Moral lieber nicht

Das Unternehmen das vom Land Niedersachsen ausgesucht wurde, muss allerdings doch ein wenig die Boxershorts in den Seidenanzügen voll haben, denn man legt besonderen Wert darauf, dass der Anbieter bei dem man die Ortungssoftware betreibt nicht bekannt wird. So gibt es wohl nur einen geheimen geschlossenen Ausschuss bei dem man die Information auf Anfrage erhält.

Ausserdem hat das Unternehmen Angst, so begründet man die Heimlichtuerei, dass man bei bekannt werden bombardiert werde, sprich ganze Systeme durch die Cyberwarkrieger (wer waren die jetzt nochmal?) auseinander genommen werden.

Liebes privates Unternehmen, wenn Du schon weisst, dass das was Du tust Unrecht ist, dann lass es doch einfach und verzichte auf die paar Kröten die man Dir anbietet Zwinkerndes Smiley

Jan
27

Jeder ist ersetzbar,…

By pyloor  //  Piraten  //  19 Comments

erst recht bei den Piraten.

Von meinem Rücktritt als Landesschatzmeister aus dem Landesvorstand der bayrischen Piraten.

Ich befürchte, dass dieser Blogbeitrag sehr lang werden wird. Jeder der die Zeit nicht hat, oder plant den Beitrag im Stress von unterwegs zu lesen; tu das nicht. Nimm Dir Zeit, denn ich wünsche mir, dass wenigstens in diesem Stadium die Kritikpunkte die ich anspreche gehört und an anderer Stelle umgesetzt werden.

Jeder der nun erwartet, dass hier der Rosenkrieg ausbricht, ich ordentlich über den Landesvorstand herziehe, der wird enttäuscht werden. Es geht hier nicht um Personen, sondern um Methoden. Und da schepperts gewaltig.

Der Anfang

Wie hat alles angefangen. Nun für mich gibt es nur 2 Stati als Pirat: Aktiv oder inaktiv. Aktiv bedeutet für mich Vorstandsamt, fest definierter Aufgabenbereich, Leistungsbewertung am Ende der Amtszeit. Ich bin so, jede Leistung die erbracht wird muss bewertet, analysiert und kritisiert werden. Darüber definiere ich mich. Ich leiste also bin ich. Inaktiv, das ist bei den Piraten der graue Mob der sich lavaartig durch Parteitage schiebt und eine Tätigkeit hervorragend beherrscht: Nörgel, Wüten, Toben, Bashen, Niederbuhen. Ok, es gibt Ausnahmen, die nennen sich Aktive ohne Vorstandsamt. In Bayern: Wenige, kann man zählen.

Ich war seither aktiver Pirat. Mittelfranken Vorstand als Gensek, Landesverband als Gensek, dann als Schatzmeister. Und genau in der Landesvorstandszeit beginne ich mit meiner Erzählung.

Als ich im Landesverband zum Generalsekretär gewählt wurde, begann für mich wieder die aktive Zeit, nachdem ich in Mittelfranken nicht mehr als Generalsekretär angetreten war. Das neue Aufgabenfeld machte anfangs richtig Spass, da ich damit begonnen hatte, die Verwaltung in Strukturen zu bringen. So gab es hier und da Ordner, in denen Unterlagen waren, die aber keine Zuordnung hatten. Dank dem Wanninger Ticketsystem war so vorgangsbezogene Arbeit möglich, denn jedes Schreiben das eingeht, oder ausgeht erzeugt eine Vorgangsnummer. Diese Vorgangsnummer konnte man hervorragend wieder verwenden um zB Änderungen im CiviCRM kenntlich zu machen und somit nachverfolgen zu können wer was wann geändert hat. Daneben kamen noch viele andere Punkte, auf die ich hier nicht weiter eingehe. Als Arthur, damaliger Landesschatzmeister seinen Rücktritt erklärt hat, war ich im ersten Moment verwundert, da ich die fachliche Kompetenz von Arthur nie bestritten habe. Auch die von ihm genannte Prokastination konnte ich nur teilweise nachvollziehen (“das kann doch net so viel sein”). Heute weiss ich, doch es ist viel, aber das Problem liegt wo anders. Nun als Arthur zurückgetreten war, ist die Schatzmeisterei auf mich übergegangen. Das mündete darin, dass die Buchhaltung neu aufgestellt wurde, Listen angelegt, Spendenquittungen gedruckt etc. Der Landesvorstand hatte damals beschlossen, dass Franz, der jetzige Gensek und komm. Schatzmeister, die Buchhaltung führt, während ich nur der Hutträger sein sollte. Problem darin war, dass es für einen komm. Schatzmeister schwierig ist Finanzentscheidungen zu treffen, wenn er nicht die Buchhaltung vor sich oder wenigstens einen Zugriff darauf hat, um eigene Reporte ziehen zu können.

Somit entschloss ich die Buchhaltung zu übernehmen. Das lief aufgrund der begrenzten Möglichkeiten soweit gut. Der Rechenschaftsbericht wurde dabei von Franz für 2010 erstellt, wofür ich mich weiterhin bedanke, dass er diese Arbeit damals auf sich genommen hat.

Durch die Übernahme der Schatzmeisterei habe ich mich dann mit allem Elan darum gekümmert, Spendenquittungen zu versenden ( das waren damals rund 400 Stück), die Zahlungen ins CiviCRM einzuspielen und die Stimmberechtigungen zu setzen. Bis hier hin war alles zu schaffen, zwar dauerte alles seine Zeit, aber ich war bereit diese Zeit zu investieren, denn: Im Mai, in einer Stadt in Baden-Württemberg wurde ein neuer Schatzmeister gewählt, der damit antrat, dass eine neue Software eingeführt wird. Hurra, kein Excel mehr, keine Sorge dass irgendwo eine Formel falsch formelt und deswegen 50 000 € fehlen. Feste Buchungssätze, einmal gebucht bleibt gebucht und nicht dank Excel wieder verschoben weil man die Spalte X einfügen musste.

Dann kam September. An dem Parteitag wurde ich zum Schatzmeister gewählt. Zu der Entscheidung mich als Schatzmeister aufzustellen stehe ich weiter hin, denn mein Ziel war es, mit dem Hintergedanken (wir bekommen ja eine neue Software) die Verwaltung so auszudünnen, dass der Gensek endlich mal politische Aufgaben übernehmen kann die unsere Parteibasis dringend braucht. Am Parteitag habe ich ein Bild gezeichnet, dass genau meine Erwartungen beschrieben hat:

“Wir stellen uns die Wüste Sahara vor, 50° Sonne, brennend heiss. In diese Wüste stellen wir nun eine handvoll Verwaltungspiraten und vor sie einen 500 KG Würfel der 100 Meter geschoben werden soll. Der Klotz ist dabei die Verwaltung so wie sie sich derzeit bei den Piraten darstellt. Diesen verdammten Klotz zu schieben ist eine sauschwere Arbeit. Deswegen, dank eines neuen fähigen Schatzmeisters, bekommen wir nun ein Messer (das stellt die neue Software da) und mit diesem Messer schnitzen wir uns eine Kugel – und schon geht Verwaltung kinderleicht”

Nur unter diesen Umständen bin ich überhaupt angetreten. Denn, ich habe vorher mit Sekor unzählige Telefonate geführt die die Entscheidung, ob ich als Schatzmeister kandidieren sollte, immer in den  Tenor “wir bekommen ja eine neue Software die erleichtert” gefasst war, heranreifte.

“Wir arbeiten dran” “alles wird gut”

Während der Amtszeit von September bis Dezember konnte ich meine Aufgaben, wenn auch mit zeitlichem Aufwand (den ich aber immer gerne bereit war zu investieren) gut erledigen. Hier und da kam ich zwar mit Excel an meine Grenzen der Möglichkeiten (SVERWEIS bringt Excel ab einer gewissen Tabellengröße nur noch zum Abrauchen und nein – OpenOffice kann das auch nicht, im Gegenteil da gehts noch viel schneller) aber ich konnte arbeiten.

Doch die Frage “Wann kommt denn die neue Software?” keimte stets vor sich hin und vor allem die Antwort darauf war nicht zu bekommen. Ich habe mehrfach nachgefragt: Entweder hies es: “Wir arbeiten dran” oder es hieß “Wir arbeiten dran, alles wird gut” – Bullshit (@Sekor: Ich bin Basis ich darf das sagen) – nichts wird gut: Ich bin im Landesverband Bayern, mein verrücktes Hühnerhaus und der Eisvogel haben der Basis ordentlich Zucker in den Arsch geblasen und den Wohlfühlweichspüler ausgepackt, dass ich neben der Berlinwahl (die uns ordentlich Mitglieder gebracht hat) nun auch noch eine zahlungswilligere Basis als früher habe. “Wisst ihr was im Januar abgeht wenn die alle ihren Beitrag bezahlen?”.

“Alles wird gut – bis dahin haben wir die Software” – das ist genau das was man hören will. Nun ich habe vertraut, dass es so kommen wird. Ich habe mir niemanden gesucht den ich als Fallback habe, der zusammen mit mir (wie auch immer das funktionieren mag) die Exceltabelle bebucht oder anderweitig einen Zauberstab hat mit dem ich die möglichen 2000+ Buchungen bzw. Zahlungseingänge schnell verarbeiten kann. Und so gingen die Tage ins Land, man hörte nichts, man sah nichts – die neue Software und vor allem die Infos darüber wurden gehütet wie ein großes Geheimnis, das uns Piraten zwar schon ordentlich Geld gekostet hat, aber erfahren darf man trotzdem nichts.

In Berlin fanden 2 Schulungen statt. Einmal Schatzmeister, einmal Gensek. Ich verkörpere verwaltungstechnisch beides, da der Plan war dass ich die Verwaltung übernehme, während Franz’ Aufgabe es war, sich um den kommunikativen Part zu kümmern der mir nicht liegt. Unsere Mitglieder brauchen nämlich noch ein wenig Pflege, aber auch bei Vorstandsübergaben etc. brauchts jemanden der begleitend dabei ist, damit alles gut funktioniert. Und wenn nur nachgefragt wird um Hilfe anzubieten.

Ich habe mich damals fast mit meinem Landesvorstand überworfen, da für mich die Schulungen sehr wichtig waren und ich auf jeden Fall die Schatzmeister Schulung mit machen wollte, doch es kam das geplante Landesvorstandswochenende dazwischen (das war das Wochenende an dem ich Schatzmeister-like ordentlich Punkte gesamelt habe um dann festzustellen dass man mit vielen Punkten verliert ;) ). Die Gensek Schulung fand eine Woche vorher statt, bei der dann doch noch zum Glück ein Platz frei war, den Franz für mich organisiert hatte. Somit konnte ich am einen Wochenende nach Berlin fahren und am anderen zum Landesvorstandswochenende, das uns allen sehr gut getan hat.

Schulungen – endlich mal was handfestes

Die Schulung in Berlin war enttäuschend. Vollkommen übermüdet (ich habe im Flieger noch die Akkreditierungsliste für einen Bezirk fertig gemacht), erschöpft und doch erwartungsvoll bin ich bei ASC eingetroffen. Der Schlungsleiter Hr. Ott (ich glaube so hies er) war sehr freundlich und nahm mich von der Strasse gleich mit um nicht im Kalten sitzen zu müssen. Die Schulung selbst war allerdings enttäuschend: Es war mehr Techtalk als wirkliche Schulung. Ja ich weiss was eine Mandantendatenbank ist und wie man diese aufruft. Das Ribboninterface kenne ich aus Office – und wie die Masken aussehen kann ich erahnen. Doch was mich wirklich interessiert:

  • Wie importiere ich Neumitglieder
  • Wie verschiebe ich Mitglieder in andere Gliederungen
  • Wie kann ich Spendenquittungen gesammelt drucken
  • Wie kann ich eine Jahresquittung erstellen
  • Wie versende ich Emails an alle Piraten
  • Wie kann ich Piraten die keine Emailadresse haben markieren um diesen dann einen Brief zu schicken
  • usw.
Diese Fragen blieben unbeantwortet. Dazu habe ich dem Schulungsleiter wenigstens erklärt wie wir die Debitorennummern erstellen: Er dachte das wäre einfach eine fortlaufende Nummer. Bei den Piraten, so erklärte ich, ist das die Mitgliedsnummer +10000. Das war dann wohl in den ganzen Besprechungen untergegangen. Genau so wie die Massenänderungen oder das Massenversenden. Dass die Software eine MAPI Schnittstelle an Outlook bedienen kann ist super. Aber warum sollen wir die EMails bitte an Outlook einliefern anstatt direkt an einen Mailserver, der mit 20 000 Mails viel besser klarkommt?
Schade um das Geld das die Schulung gekostet hat, schade für die Zeit die alle investiert haben und schade für die rnd 200 € Flug und Zugkosten. Die Rückfahrt mit 6 Stunden war dann die Sahnehaube auf dem Ganzen.

Anfang Dezember habe ich damit begonnen die Spendenquittungen für die vielen Eintritte zu verarbeiten und mich um das Thema Mitgliedsausweise gekümmert. Nachdem Sekor den Ausweisdrucker des Bundes nach Bayern manöviert hat, war es für mich eine schöne und angenehme Arbeit die Ausweise für die bayrischen Piraten zu erstellen. Es war zwar weiterhin nervenaufreibend erst alles zu verbuchen, dann die Buchungen ins CiviCRM zu importieren, dann die Stimmberechtigungen aus dem CiviCRM zu exportieren um diese mit den neuen Zahlungen anzureichern und dann wieder zu importieren um damit auch das Ausweisdruckanforderungsdatum setzen zu können, aber was macht man nicht alles für die bayrischen Piraten die schon sehnsüchtig auf den Ausweis warten.

Und so habe ich auch mein Versprechen “Jeder dem ich den Ausweis versprochen habe bekommt ihn am 24. Dezember untern Weihnachtsbaum” eingehalten. Nur in einem Fall nicht, ein Vorstandspirat aus der Oberpfalz, ja da hat Excel die Zeile abgeschnitten beim SVERWEIS und die Berechtigung nicht gesetzt. Verdammt.

Insgesamt habe ich 800 Ausweise und Briefe verarbeitet und zusammen mit den Spendenquittungen im Dezember 1000 Briefe versendet. Jeden einzelnen Brief von Hand liebevoll verarbeitet und mit einer schönen Briefmarke beklebt. Warum? Weil ich sowas gerne mache! Weil es mir die Piraten wert sind! Und weil wir keine Druckerei haben die das für uns erledigt!

In der neuen Software, so habe ich mir sagen lassen soll das übrigens ganz einfach gehen, denn die Stimmberechtigung setzt die Software. Und das Druckdatum wird auch einfacher gesetzt werden können, wenn nicht automatisch. Einfach auf Export klicken, den Dump erhalten und los drucken. Aber halt, *Seifenblase platzt*, Excel!!

Im Dezember sollte übrigens anfänglich auch der erste Export geliefert werden. Da am 15. Dezember 2011 Kassenschluss ist, könne man da den Übergang in die neue Software planen und durchführen, so dass ab dem 1.1. alle in der neuen Software loslegen können. Das hat für mich bedeutet, ok du verlierst am 15. Dezember den Zugang zum CiviCRM, sicherheitshalber nochmal einen Dump aller Daten ziehen.

Das große Bibbern und “wir arbeiten dran, alles wird gut”

Laut der einzigen Planungsinfo, die durch die Verwaltungsebene gegeistert ist, sollte die neue Software zum 1.1.2012 eingeführt werden. Die Info habe ich meines Wissens nie als Email auf der Verwaltungsliste im Bund gelesen, sondern man bekam es halt so mit. Zeitlich haben wir nun Mitte Dezember, Kassenschluss. In Bayern bedeutet das aber nicht, dass man die Hände in den Schoss legt, nein man macht dann eben was anderes, bzw. wird alles nur aufs neue Geschäftsjahr gebucht.

Unterdess kam eine Änderung in der Roadmap, die mir irgendjemand zugerufen hatte: Das CiviCRM wird erst zum Jahreswechsel abgeschaltet, nicht wie vorher angekündigt zum Kassenschluss. Ok, Dump umsonst – was solls. Dann eben zum Jahreswechsel. Tenor der damaligen Email “Ich mach alle VPN Zugänge platt”. Bedeutet: Neujahresemail versenden ist nicht. Die Email ist aber wichtig, denn durch die neue Finanzordnung und die Entscheidung der Bezirke dass die Gelder weiterhin beim Landesverband eingehen sollen, muss die Email zeitig raus, damit jeder auf das richtige Konto überweist. Verrechnungen innerhalb der Gliederungen mit Excel funktionieren nämlich so gut wie überhaupt nicht. Das liegt zum einen an den verschiedenen Formaten aber auch an den verschiedenen Arten und Weisen wie jemand Buchhaltung führt. Ergo sitzt man für eine Handvoll Buchungen gut an Excel um die in die Landesbuchhaltung zu integrieren, damit man die Überweisungen machen kann.

Nachdem wir es nun kurz vor Silvester haben (nur um wieder zeitlich uns einzurenken) kam erneut die Frage von mir ob denn nun das CiviCRM abgeschaltet wird oder nicht, denn bis dato wurde auch kein Export von mir angefordert um die Daten in die neue Software einzuspielen. Gut, das war zwar bisher nicht verlangt worden, denn es hieß dass die Daten im CiviCRM gepflegt sein sollen, damit der Export dann von den Sage-Importern gezogen werden kann, sprich man muss selber nichts anliefern, aber ich frug dennoch nach. Nur zur Sicherheit.

Nun hieß es, dass das CiviCRM doch online bliebe, da für die Genseks auch später noch der Switch auf die neue Software erfolgen könne. Das wäre ja kein Problem. Da ich die Sage kenne, dachte ich mir: Und wie sollen die dann buchen ohne Mitgliedsdaten? – Ich lass’ das mal so im Raum stehen. Und war sichtlich erleichtert, dass das CiviCRM nun doch online blieb. Somit wurde am 31.12.2011 der letzte Neumitgliederimport gemacht denn es hatte sich in den letzten Tagen des Wartens auf die Abschaltung doch einiges angehäuft.

Der Jahreswechsel

Wenn ich für meine Auftraggeber Buchhaltung mache, dann ist der Jahreswechsel einfach erledigt. Die notwendigen Buchungen sind im Vorjahr erledigt worden und können Software sei dank, einfach übernommen werden. Es folgt ein Saldenabgleich zwischen den Konten und wenn alles korrekt ist, kann es direkt weiter gehen. Doch wie macht man sowas bitte in Excel? Da die eine Tabelle ein weiteres Jahr nicht vertragen kann braucht man eine neue Tabelle. Und nun darf man die Zahlen von Hand tippen und übertragen. Allein wenn ich an diese Vorgänge denke stellen sich mir die Nackenhaare, denn jeder weiss dass getippte Zahlen immer Fehler erzeugen, deswegen muss so viel wie nur möglich mit direkter Übertragung durchgeführt werden (Formeln, Importe etc.).

Und dann kam genau das was ich angekündigt hatte: Innerhalb von 10 Tagen haben 1000 Piraten ihren Beitrag gezahlt. Zusammengefasst aus Überweisungen und Lastschriften. Eine Flut von Einzugsermächtigungen und Beitragsminderungen ergoß sich ins Wanninger – und wir denken dran wir haben CiviCRM und Excel. Solange jeder seinen Beitrag wie folgt angibt ist das kein Problem:

0000,Mustermann,Max,MB2012

Wie macht man das nun in Excel? Ganz einfach: Datensätze rein, Text in Spalten, Trennzeichen “,” und los gehts. Man hat dann die Mitgliedsnummer und alles sauber in einer Spalte und kann weiterarbeiten. Doch nicht jeder hält sich daran. Es kommen wildeste Verwendungszwecke, teilweise fehlen Name, Nummer oder es steht nur “MB201″ dabei. Gilt das nun für 2011 oder 2012? Nachfragen beim Piraten, keine Antwort erhalten, auf das aktive Jahr buchen und markieren.

Gleichzeitig eine Neuerung in Bayern: Der Schatzmeister schafft es doch tatsächlich allen Zahlern des Beitrages über 40 € eine Spendenbescheinigung auszustellen – und das innerhalb von einer Woche bei dem Ansturm. Ja Freunde, das ist ganz normal. Wenn ich beim LSVD meinen Beitrag bezahle bekomme ich auch innerhalb einer Woche den Schrieb. Selbst die SPD hat das hinbekommen. Aber wir als IT Partei schaffen sowas nicht. Doch es geht, mit einer Software noch viel einfacher.

Was ist eigentlich mit der Software? Es gab Neuerungen: Nun sollte jeder einen Dump einliefern. Die Beschreibung der CSV Datei erfolgte so:

Name;String;darf nicht leer sein
Vorname;String;darf nicht leer sein
Anrede;String;darf leer sein

Das bedeutet: Man nimmt nun eine Exceltabelle und muss die Felder abschreiben, denn anstatt eine CSV Tabelle vorzubereiten und als Anhang zu versenden oder in der Form abzuliefern:

Name;Vorname;Anrede;
nicht leer;nicht leer;leer;

Damit man einfach und unkompliziert die CSV Beschreibung aus der Mail kopieren kann, sitzen nun alle und kopieren die einzelnen Felder aus der Email und müssen kontrollieren ob nun alle da sind. Das war aber nicht der einzige Fail. Es wurde in dem Thread über den CSV Inhalt noch disktutiert, so wurden 5 Emails später, noch Felder nachgereicht. Gefühlte 40 Emails habe ich dann nach dem Geburtsdatum gefragt, “Stimmt das fehlt”. Super :)

Und jetzt erkläre mir bitte jemand, dass diese Vorgehensweise “professionell” ist, wie in Heidenheim schwadroniert wurde. Leute dass ist Bullshit, gerührter Bullshit und er stinkt zum Himmel dass es mir die Galle in die Augen treibt.

Der Export

Der Export wurde, nachdem ich nun die Felder kopiert hatte (denkt beim Lesen dran ich habe immer noch das Tagesgeschäft zu bewältigen, also ein tobendes Wanninger), angefertigt. Dauer: 12 Stunden. Von 12 Uhr nachts bis 12 Uhr am Morgen des 14. Januar 2012. Da sollte er fertig sein. Was wurde gemacht:

  1. Export aller Daten aus dem CiviCRM
  2. Anreicherung mit den Ausweisdruckdaten
  3. Anreicherung mit den Einzugsermächtigungen
  4. Korrektur der Schreibfehler (soweit “Excelmöglich”)
  5. Vereinheitlichung des Rufnummernformates

Den Export eingeliefert und übermüdet ins Bett gefallen. Seit dem Export habe ich das CiviCRM nur noch als Informationsbasis verwenden können. Edits hätten keine Auswirkung auf den bereits eingelieferten Export, so dass ab dem Zeitpunkt alle Änderungen liegen bleiben oder in eine Changelogdatei erfasst werden müssen. Nachdem ich manuelle Changelogpflege für unsinnig halte (Fehlerquelle) habe ich also beschlossen die Sachen liegen zu lassen, denn der Plan war, dass die Software nun asap innerhalb einer Woche eingeführt wird. Der Tenor war dabei dass in der Woche 16 – 22 Januar 2012 die Schulungen stattfinden sollten. Stattgefunden hat nichts. Dagegeben habe ich live den Zwist zwischen der BundesIT und dem Generalsekretär des Bundes mit erlebt. Das schafft Vertrauen dass es mit der Software bald weiter gehen wird – Nicht!

Das CiviCRM wird geschlachtet

Nachdem der Export eingeliefert war, wurde die Fehlentscheidung des Jahrhunderts getroffen. Das CiviCRM wurde abgeschaltet. Komplett – nichts ging mehr. Ich hatte nur noch eine Excelliste aller Mitglieder und eine Liste aller Buchungen. Diesen Monat kommen mehrere KV Gründungen, ein Bezirksparteitag auf mich zu und ich darf alles per Excel erstellen. Kein Klick Klick im CiviCRM und ich hab eine Mitgliederliste, nein: In Excel nach Bezirk filtern, in ein neues Blatt kopieren, das Blatt dann in eine neue Mappe verschieben. Alles nochmal kontrollieren, in ODS umwandeln und dann verschlüsselt versenden. Mit CiviCRM: Kontakte suchen, Mittelfranken, Template auswählen, CSV herunterladen öffnen und testen, versenden. Geht 3 x schneller.

Es geht also weiter, nur jetzt mit noch weniger Tools. Ich habe nun gar nichts mehr das mir stabile undveränderbare Daten liefert. CiviCRM ist zwar nicht unveränderbar aber es ist nicht so veränderbar wie in Excel. Eine Spalte verschoben und schon ist der Datensatz zerrissen und kann nie wieder anständig zusammen geführt werden. Im CiviCRM ist der Datensatz immer zusammen gefasst. Allein wenn ich an die ganzen möglichen Fehler denke, renne ich mich übergebend aufs Klo.

Da sitzt man nun also, ohne CiviCRM, eine sich beharkende IT und Verwaltung. Überforderung tritt an einigen Stellen ein. Es werden weitere Fehlentscheidungen getroffen als man feststellt, dass die neue Software noch lange nicht so ist, dass man in den Live Betrieb gehen kann, denn wie erklärt sich, dass nun noch SQL Abfragen für alle Gliederungen angelegt werden müssen? Sowas macht man vorher. Wurde der Import jemals getestet, die importierten Daten jemals validiert? Leute hab ihr jemals ein Projekt ERFOLGREICH umgesetzt? Scheinbar nicht, denn alle Grundregeln sind vergessen:

  • Schalte das alte System niemals ab wenn das neue noch nicht funktioniert
  • auf Deutsch: Reiss deine verdammte Scheisshausschüssel erst dann aus dem Bad wenn die neue im Flur steht oder Du musst den Arsch aus dem Fenster halten!
  • Denke immer an Murphy
  • Überlege Dir einen Rollback Plan
  • Informiere alle Beteiligten ausreichend und oft (lieber 10 Emails zu viel als 1 zu wenig)
  • Höre auf mit grossmütterlichem “Das wird schon mein Bub” Reden, sondern schaffe Fakten!
  • Teste das neue System ausreichend, validiere die Daten
  • Ob eine Validierung stattgefunden hat, weiss ich nicht, es gab keine Info dazu. Nachdem alles mit heisser Nadel gestrickt wird, gehe ich auch nicht davon aus, dass eine gemacht wurde.

    Die Landesgeschäftsstelle in Bayern

    Während all dem Tumult gab es in Bayern die Idee eine eigene Landesgeschäftsstelle zu errichten. Die Idee finde ich gut und habe ich auch unterstützt – die Umsetzung aber nicht. So wurden seit anbeginn immer Fakten geschaffen, denen sich der Landesvorstand nicht entziehen konnte. Und auch nachdem die LGS da war, werden weiter Fakten geschaffen:
    Wir müssen einen Drucker kaufen, der kostet 1500 €, eigentlich ja 3000 € aber durch einen Deal sind es nur 1500 wovon die Differenz wieder gespendet wird und der Drucker dann ja quasi über die Parteienfinanzierung refinanziert wird. (Sinngemäß wiedergegeben)
    Wir “müssen” einen Drucker kaufen? Und dann die Rethorik mit der Parteienfinanzierung – da sagt doch jeder der keine Ahnung hat, sofort: Ja kaufen! Geld kommt ja wieder rein. Ja klar kann das wieder reinkommen, aber wann! Auch hier muss man wieder Zahlen orakeln, denn ein Vorjahresvergleich kann nicht gezogen werden, wie man das üblicherweise macht bevor man so weitreichende Entscheidungen zieht. Doch die Vorjahre wurden ebenfalls alle mit Excel abgerechnet und die Schatzmeister behalten solche Listen gern. Aus dem Rechenschaftsbericht, so denn er dann bei einem eintrifft kann man einiges herauslesen, aber gerade was die Sachkonten angeht, fehlt die Summen und Saldenliste (zumindest habe ich die nicht gefunden).
    Die ganze Einführung der Landesgeschäftsstelle brachte immer das Gefühl mit, dass wir uns gar nicht anders entscheiden können, denn es sind viele aktive Piraten im Hintergrund die mit einer negativen Entscheidung des Landesvorstandes vermutlich hingeworfen oder sich abgewendet hätten. Es wurde die LGS somit beschlossen zusammen mit dem BZV Oberbayern sowie KV München. Ich hoffe inständig dass die LGS das erfüllen wird was alle erwarten.

    Der IST-Zustand – ich kann nicht mehr

    Der IST-Zustand ist, dass das CiviCRM wieder läuft, allerdings mit den Daten vom 24.11.2011. Warum das so ist? Keine Ahnung. Vielleicht war die Datenbank im Sack und das ist das letzte Backup? In den letzten Tagen konnte ich nämlich rund um die Uhr arbeiten ohne dass ich pünktlich um 4 aus dem VPN geflogen bin. Ist nur eine Vermutung, freue mich wenn es anders als vermutet ist.

    Buchhaltung: Weiterhin auf Excel. Wann die neue Software kommt ungewiss. Aber: Es stehen weitreichende Entscheidungen an: 2 Landesparteitage müssen beschlossen werden, ein Neumünster Zug will beauskunftet werden, wieviel Bayern zB beisteuern kann, ein Vorstandswochenende wird geplant. Öffentlichkeitsarbeit. Eine Landesgeschäftsstelle wird betrieben: Geplanter Geldumfang: 15 – 20 K € – Entscheidungen deren Grundlage Excel ist, Reporte die von Hand geschrieben werden.

    Mitgliederverwaltung: Excel (wer hätte das gedacht) und die Neuerung dass jeder der umgezogen ist, einen Ausweis anfordert, austreten will die Meldung bekommt: Sorry wir stellen derzeit unsere Software um, Du musst warten. Das haben wir 2009 schon so gemacht, da musste man auch warten bis man überhaupt aufgenommen wurde. 3 Jahre später sind die Piraten immer noch so dilettantisch dass wir es noch nicht gelernt haben, dass man Mitglieder nicht vergräzt und monatelang auf eine einfache Aufnahme warten lässt.

    Jetzt ist das Maß voll. Ich habe Angst dass mir der ganze Landesverband um die Ohren fliegt. Jede Ausgabe wird zum Zahlenorakeln, jedem Mitglied dem ich sagen muss, du musst warten, ist ein Geständnis, dass die Piraten unfähig sind Verwaltung zu machen. Dafür stehe ich nicht. Ich bin aufgestanden und stehe weiterhin für mehr Ausdünnung, Automatisierung und Professionalisierung in der Verwaltung. Da gibt es viele Punkte die man nehmen kann, ein Beispiel:

    • Warum drucken wir die Ausweise immer noch selbst? Es gibt Druckereien für sowas. Und kommt mir jetzt nicht mit dem Datenschutz, weil dann darf man auch keinen Brief mehr versenden, denn die Post kennt ja den Empfänger!! Auf einem Ausweis steht übringens nur der Name, die Mitgliedsnummer und das Eintrittsdatum.
    • Warum drucken wir Spendenquittungen immer noch selber? Es gibt Firmen die das praktisch per Schnittstelle erledigen können. Francotyp-Postalia – die erledigen sogar Behördenschreiben, sind zertifiziert und auf das Postgeheimnis sowie Datenschutz verpflichtet. Wir Piraten wollen doch immer zeigen, dass wir uns mit Datenschutz auskennen. Ist “Auskennen” ein “Wir machen alles selber damit keine Daten rausgehen müssen” der richtige Weg? Nein! Kontrolliert mit den Daten umgehen, das ist das Ziel. Ein Schatzmeister kann so mit einem Klick 500 Briefe versenden. Für einen kleinen Obolus von 17 Cent pro Brief (und bei Mengenabnahme sogar noch günstiger) und das Material ist dabei schon enthalten! Die effektiven Kosten für die Erstellung dürften somit bei 5 Cent liegen. Im Umkehrschluss heisst das für mich ein Schatzmeister arbeitet um 5 Cent pro Brief zu sparen – und wir sind gegen Billiglohn? Beginnt eure Arbeit zu rechnen und nicht immer zu denken: Naja wenn wir das selber machen kostet es ja nichts. Klar wenn man die eigene Arbeitszeit nicht rechnet stimmt das. Aber Zeit ist ein wichtiges Gut, von dem wir alle zu wenig haben.
    (die beiden vorstehenden Postings können Spuren von Polemik enthalten – bitte vorsicht für alle die die Essenz nicht verstehen)
    “Am 25.Januar 2012 erklärte der Landesschatzmeister des Landesverbandes Bayern seinen Rücktritt. Die Gründe dafür sind die vollständige Lähmung und Wegnahme bzw. Vorenthaltung wichtiger Verwaltungswerkzeuge, die eine zeitnahe, ordnungsgemäße und verantwortungsbewusste Führung des Landesverbandes nicht sicherstellen können”
    So könnte man den Blogpost in einem Satz zusammenfassen. Unter den vorgenannten, sehr ausfühlichen Punkten kann ich es nicht mehr verantworten 200 000 € zu verwalten, da die Gefahr dass Fehlentscheidungen durch falsche Informationsgrundlagen zu groß geworden ist. Die Entscheidung ist hart. Viele haben mich dafür angeschrien, beleidgt und ausgebuht. Aber für meine Entscheidung schäme ich mich nicht, denn sie muss durch jene verantwortet werden die mich dazu getrieben haben!

    E N D E

    Und damit beende ich meine Geschichte als Landesschatzmeister der bayrischen Piraten. Schade dass es hier endet – vorerst.

    Meine Fehler

    Was habe ich falsch gemacht? Nun ich habe auch vieles richtig gemacht. Zusammen mit dem vorherigen Vorstand und dem jetzigen haben wir dank der Berlin Wahl dem Landesverband ordentlich Leben eingehaucht. Die Richtung dass die Verwaltung durch den Landesverband erledigt wird, halte ich auch weiterhin für richtig, denn deswegen bedeutet es nicht, dass die Bezirke abhängig sind. Vielmehr erhalten sie durch den Landesverband einen Dienstleister der den Bezirken damit den Rücken für die wichtigen politischen Themen freihält.

    Mein Fehler war es zu wenig aufzuschreien. Da ich eher der ruhige Typ bin, liegt es mir nicht wütende Emails auf eine Liste zu schreiben, da diese nur den Charakter der tobenden Witwe Bolde haben, aber niemand ernst nimmt. Meine Befürchtungen wurden nicht erhört. Eine Veröffentlichung hätte nur schnell einen Shitstorm eingebracht der sich eher gegen mich gewandt hätte, weil ich jemanden bloßstelle, anstatt die wahren Schuldigen erfasst. So sind sie eben, die Piraten.

    Ich hätte mehr delegieren können, – das ist in der Tat ein Fehler. Das unterscheidet mich eben von anderen – so bin ich. Und seit Bingen wissen wir, dass nur Delegieren von den Piraten nicht gerne gesehen wird. Vorstände sollen bei den Piraten leisten und nicht nur delegieren und kommandieren, auch wenn die Basis das immer von sich gibt. In der Landesvorstandssitzung zählt nur was Du auf dem Tätigkeitsbericht stehen hast, nicht wem Du alles Arbeit aufgehalst hast.

    Wen es wirklich trifft

    Primär trifft es die Fehlentscheider nicht. Vielmehr trifft es den Landesvorstand, den Landesverband insgesamt. Dennoch, ich habe mich bis zum Ende aufgerieben, wurde mürbe gekocht, runtergeschluckt, verarscht und wieder ausgekotzt. Jetzt geht es an die Gesundheit. Und auch wenn ich als Kellerkind nicht der ÖKO Fanatiker bin, ich will noch länger leben und nicht mit 30 den ersten Herzinfarkt oder Schlaganfall hinter mir haben.

    Ich hoffe dass Franz die Ausdauer und Kraft haben wird, die beiden Ämter nun gut bewältigen zu können. Ich bin mir sicher Franz wird ausreichend delegieren und findet auch jemanden an den er Delegieren kann.

    Mein Hühnerhaus auf Koks (ich schreibe nicht wer das ist, die wissen das), wie ich euch immer liebevoll genannt habe, ihr werdet mir verdammt nochmal fehlen. Bayern braucht euch auch weiterhin, zieht das weiter durch, aber: Übernehmt euch nicht. Ihr seid beide genau mit dem gleichen brennenden Piratenherz bei der Sache wie ich es war. Doch mein Herz liegt jetzt im Koma und die Verwandtschaft steht mit Blumen am Bett.

    Abschluss

    Dieser Blogbeitrag ist gleichzeitig mein Tätigkeitsbericht. Ausführlich, detailliert und umfassend lang – wie immer. Wer die genauen Details wissen will findet diese in den Landesvorstandsprotokollen.

    Was aus mir wird? Nun ich trete nicht aus, ich werde hier und da unerwartet auf einem Parteitag auftauchen, werde hier und da noch mitlesen. Aber Vorstandsamt ist für einige Zeit erst einmal passè. Ja das klingt danach dass ich es nicht ausschließe mich wieder in diese Arbeit zu stürzen. Denn etwas ganz ausschließen soll man nie. Ich habe bei den Piraten Freunde gewonnen und die möchte ich auch weiterhin behalten, bzw. in Kontakt bleiben.

     

    Mein Name ist Dominique und ich war, bin und bleibe Pirat!

    Nov
    2

    Piraten-mond.de Admin gesucht!

    By pyloor  //  Piraten  //  No Comments

    Ich suche für den bisher von mir betreuten und von @einfachben ins Leben gerufenen Piraten Mond einen Nachfolger.

    Warum?
    Der Piratenmond beansprucht Zeit um betreut zu werden und  vor allem hat er meines Erachtens ein Redesign sowie eine Überarbeitung des Backends nötig. Es ist einiges rudimentär umgesetzt worden um eine Plattform zu bieten. Allerdings muss im Anschluss eben nachgearbeitet werden so dass alles stabil weiter läuft und keine manuellen Eingriffe wie “leeren der Urlliste für den Shortener” mehr notwendig sind.

    Kontakt?
    Einfach eine Email an netandroid [ät] piraten [punkt] it und kurz vorstellen. In einem intransparenten, rein subjektiven ( ;) ) Auswahlverfahren werde ich dann einem Bewerber den Job umhängen :)

    Sep
    22

    Neumitgliederzufluss v. 18.09.2011-22.09.2011

    By pyloor  //  Piraten  //  7 Comments

    Seitdem die Berliner Piraten erfolgreich mit 9% ins Abgeordnetenhaus eingezogen sind, wurden wir in Bayern von Neumitgliedsanträgen förmlich überflutet. Hier eine kleine Statistik auf die Bezirke aufgeschlüsselt:

    [easychart type="vertbar" height="100" title="Neuanmeldungen v. 18.09.2011 - 22.09.2011" groupnames="Bezirke" valuenames="Oberbayern, Niederbayern, Oberfranken, Unterfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Schwaben" group1values="148,13,22,29,15,18,42" groupcolors="F08817" grid="true"]

    Ich bin mir sicher dass noch viel mehr Anträge kommen werden, allein die Anne Will Show hat uns über nacht rnd 50 Anträge beschert.

    “Wolle Mitglied werden?” Dann hier: http://piratenpartei-bayern.de/mitglied-werden/

    Sep
    15

    Tätigkeitsbericht als LGensek im LV Bayern (5. Vorstand)

    By pyloor  //  Piraten  //  4 Comments

    Tätigkeitsbericht als Landesgeneralsekretär im LV Bayern (5. Vorstand)

    • Amtszeit in 3 positiven Worten
    • Amtszeit in 3 negativen Worten
    • Erreichte Ziele
    • Schwächen / Verbesserungsfähiges
    • Was Delegation wirklich ist
    • Zukunft

    1.) Amtszeit in 3 positiven Worten

    • Neuland
    • Arbeitsreichtum
    • Leger
    In Text: Meine erste Amtszeit habe ich im BzV Mittelfranken verbracht, dort nur 6 Monate, da der erste Vorstand nur für diese Dauer gewählt war. Schwerpunkt damals war Organisation, infrastruktureller Aufbau und – Wahlkampf. In dieser Amtszeit, und das war das Neuland, ging es nun um das reine Tagesgeschäft, die Erweiterung des Blickfeldes und die damit verbundene Verwaltung. Das Wort Arbeitsreichtum verbindet nicht jeder mit positiven Gedanken – ich hin gegen schon. Ein Vorstand oder ein Gremium in dem man nur rumsitzt und die Wand ansieht ist nichts für mich, daher habe ich mich gefreut dass es diese Situation nie gab (zum Ende hin wäre ich doch über die ein oder andere Pause glücklich gewesen ;) )
    Leger – hier meine ich nicht Schlacksichkeit sondern vielmehr den offenen Umgangston der innerhalb des Vorstandes geprägt war. Auskotzen auf der Vorstandsmailingliste, einfach mal frei reden “wäi mer der Schnobl gwachsn is” – würde man in Franken sagen – das war es was so manchen Durchhänger wieder verschwinden hat lassen.

    2.) Amtszeit in 3 negativen Worten

    • Unsicherheit
    • Einzelkampf
    • Retardation
    Nun zu den negativen Worten: Unsicherheit – das betraf vor allem die Finanzsituation. Durch Arthurs Rücktritt und meiner kommissarischen Übernahme, die rein in der Umsetzung der Buchhaltung, nicht in der Erweiterung oder Darstellung bestand, war es nicht möglich diese Unsicherheit aus dem Vorstand zu nehmen. Man war sich nie hundertprozentig sicher ob die Ausgabe nun so gemacht werden kann oder nicht, was darin geendet ist, dass sehr zögerliche bzw. konservative Entscheidungen getroffen wurden. Damit verbunden war allerdings auch die bis dato unklare Zahl der Zahler und Mitglieder.
    Wie ich noch weiter unten ausführen werde, ist es zu einer Teambildung nicht gekommen, sei es auf Ebene der Verwaltungspiraten oder sei es auf Ebene des Vorstandes. Ich habe bis heute das Gefühl dass wir als Team nicht richtig zusammen gewachsen sind. Das kann daran liegen, dass es keine teambildenden Maßnahmen gab und die Kluft zwischen den arbeitswütigen Vorstandsmitgliedern und derer die gemäßigt gearbeitet haben ab der Halbzeit deutlich erkennbar war. Mit dem letzten Wort beschreibe ich vor allem den Part dass manche Vorgänge unheimlich zähflüssig bis hin zur Staggnation gelangt sind. Das ist dabei nicht primär auf den Vorstand gemünzt sondern auch in der innerparteilichen Zusammenarbeit; ellenlange Diskussionen die am Schluss argumentationslos dennoch wieder von vorne begonnen wurden, nur des Diskussionswillens, als auch die eher wattebauschartige Reaktion bei der Umsetzung neuer Ideen. Ich denke wer sich innerhalb der Partei umsieht wird diesen letzten Punkt finden und wahrnehmen.

    3.) Erreichte Ziele
    Als ich September 2010 voller Energie angetreten bin, sprach ich in meinem damaligen “Kandidaturprogramm” von dem Slogan “Landesverband als Leistungsverband”. Geleistet wurde viel, obwohl einiges anders kam als erwartet. Aber der Reihe nach:

    a) Entlastung der Bezirke in der Verwaltung
    Ich denke dass ich dieses Ziel gut erreicht habe, stelle aber nicht in Abrede dass es sicherlich noch Optimierungsbedarf gibt. Zunächst haben wir als erstes ein neues Bankkonto bei der Sparkasse München Starnberg eröffnet, dass uns a) enorm Kosten spart, da wir keine Gebühren für Buchungen zahlen müssen und b) darüber die Lastschriften für den Landesverband abwickeln können. Mit Einführung des Lastschriftverfahrens ist eine deutliche Vereinfachung für diese Buchungen entstanden, da man nicht jeden Tag das Konto kontrollieren muss um einzelne Zahler zu verbuchen, sondern man kann direkt im Batch die Mitgliedszahlungen verbuchen. Zudem hat man einen direkteren Zugriff auf die Mitgliedsgelder, da diese auch dementsprechend gesammelt uns erreichen anstatt über den Zeitraum der ersten 3 Monate (dort finden die meisten Zahlungen statt, je weiter das Jahr fortschreitet um so weniger werden es (ausgenommen Neumitglieder).
    Zudem habe ich mich um Neuanmeldungen sowie Datenänderungen als auch Austritte gekümmert. Die Schreiben sind dabei alle als Scans im Wanninger vorhanden und im CiviCRM Datensatz vermerkt, so dass leicht nachvollziehbar ist wann welches Schreiben eingegangen ist. Optimierungsbedarf wäre hier, für die Zukunft kein Wanninger mehr zu verwenden sondern auf ein DMS (Document Management System) zu setzen in dem alle Dateien als Scan inkl. Verschlagwortung und Indexierung vorherrschen.

    aa) CiviCRM Arbeiten, Entmüllung der Verwaltung
    Über die Jahre des Landesverbandes ist einiges historisch gewachsen. In Anbetracht dass uns bald eine Bundestagswahl bevor steht war es also notwendig einen generellen Blick auf die Landesverbandsverwaltung zu werfen. Das habe ich einmal im CiviCRM als auch im vorliegenden Papierwerk vorgenommen: Der mir zum Amtsantritt übergebene Ordner wurde ausgemistet, Unterlagen die an die Bezirke gerichtet waren wurden nach Digitalisierung an die Bezirke weitergeleitet zur Aufbewahrung. Dass ich bei den Aufräumarbeiten die ich bald zu Beginn der Amtszeit erledigt habe einen Stolperstein noch später entdecken würde, war mir nicht bewusst (dazu später mehr).
    Ein größerer Knackpunkt war das CiviCRM. Amtskollegen wissen wovon ich gleich spreche, allen anderen versuche ich das so gut wie nur möglich zu vermitteln:
    In Bayern werden Neumitglieder mittels eines Onlineantrages importiert. Diese kommen dann in einen seperaten Pool und werden solange dort als “bevorstehendes Mitglied” getaggt bis das Neumitglied bezahlt hat. Passiert das nicht verweilt er so vor sich hin. Als die Umstellung der Verwaltung auf die Bezirke begonnen wurde, war es die Aufgabe der Bezirke die Mitglieder entsprechend des Mitgliedsstatus anzupassen, sofern bezahlt wurde. Ob Mitglieder die nie bezahlt haben aussortiert wurden, weiss niemand. Angesichts dessen dass wir derzeit einen Mitgliederstamm von 2600 Mitgliedern haben, davon rnd 1400 bezahlt haben, kann man davon ausgehen dass ein Teil inaktive Konten sind, ein anderer sind Mitglieder die nie Mitglied geworden sind. Diese Bereinigung war Anlass eine Landesrevision einzuleiten, die unter Christian Haas als Revisor begonnen wurde und noch andauert.
    Weiterhin habe ich das CiviCRM hinsichtlich der Zahlungsinformationen erweitert, um den Punkt der Excel/OpenOffice Sheets zu minimieren: Jeder Gensek/Schatzmeister pflegt in der Regel eigene Listen in Bayern um zu wissen wer bezahlt hat und wer nicht. Das CiviCRM wurde von einigen Bezirken gar nicht gepflegt, so dass die erste Abfrage der stimmberechtigten Mitglieder in Bayern eine 3- stellige Zahl ergab, der Rest war entweder bevorstehend oder abgelaufen.
    Ich habe mich daher mittels mühseliger Kleinarbeit daran gemacht, die Mitglieder zu exportieren, anzupassen und wieder zu importieren. Das Gleiche mit den Mitgliedschaften die ebenfalls korrigiert, konsolidiert (mehrere Datensätze statt nur 1 Mitgliedsdatensatz) und reimportiert wurden. Weiterhin habe ich eingegangene Zahlungen importiert. Somit bietet das CiviCRM nun eine Basis daraus mittels 1 Klick (BY-Cerebro_Akkreditierungsliste) eine Akkreditierungsliste zu exportieren um damit an einem Parteitag zu akkreditieren.
    Wer das liest wird sich grade denken: Naja ist ja eigentlich nichts Großartiges – von wegen :) Das CiviCRM hält eine Fülle von Stolpersteinen, Kniffen die man wissen muss und FuckUps bereit die man nach dem Try-Error-Verfahren knallhart durchlaufen muss. Irgendwann ist man so oft gegen die Wand gelaufen dass man die CiviCRM-Erleuchtung hat und dann findet man das Toll auch noch toll (das ist dann der Zeitpunkt wo der Krankenwagen vor die Tür rollt (kleiner Scherz am Rande)).

    b) Entlastung des Vorstandes bei rechtlichen Problemstellungen
    Hier müsste man eigentlich schreiben, dass es gut ist, dass wir derartige Faupaxes nicht hatten die eine Entlastung erforderlich gemacht hätten. Es gab zwar hier und da einige rechtliche Punkte zu klären, allerdings haben wir dies gut lösen können. Bei Fragen haben wir uns an die AG Recht des Bundes wenden können, die immer mit einem Ansatz / Rat zur Seite stand. Daher in diese Richtung meinen Dank. Generell kann man abschließend sagen, dass es gut ist, dass wir während unserer Amtszeit uns nicht mit rechtlichen Problemen herumschlagen mussten, die ein Arbeiten blockiert hätten.

    c) Mitgliederaquise, Neupiraten
    Das Thema ist und war schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen sind die Zahlen die ich anfangs aus dem Landesverband gelesen habe, trügerisch. Wer 2600 Zähler auf der Uhr hat, empfindet eine gewisse Grundsicherheit. Diese Sicherheit war nach Ende Jannuar / Anfang Februar weg. Denn dann kamen die Zahlen die wirklich das Ausmaß angezeigt haben: Wenn von 2600 Piraten nur 50% bezahlen, der Rest schweigt und/oder gar nicht sicher ist ob der 50%-Anteil überhaupt jemals Mitglied war bzw. wie viele davon, dann sieht das ganz anders aus. Aquise ist dringend notwendig. Und das ist mit einem Neumitgliederpaket nicht getan – Aquise ist Kommunikation, offenes Zugehen auf Menschen auf der Strasse und das Werben für eine Mitgliedschaft. Die akommunikativen Punkte habe ich soweit gemeistert: Das Mitgliederpaket wurde in einer SG besprochen und ist aus meiner Sicht fertig. Allerdings fehlt es an der Umsetzung und vor allem an der Finanzierung. Der Landesverband hat begrenzte Mittel, da er den kleinsten Anteil aus den Mitgliedsbeiträgen erhält. Hier nun ein Mitgliederpaket zu schnüren, das 3 € / Mitglied verbraucht ist nicht finanzierbar. 3 € ist dabei ein aus meiner Sicht niedriger Wert, wenn man die Briefmarke für den Versand noch herausrechnet.

    Bei den kommunikativen Parts muss ich einräumen, dass das überhaupt nicht meine Stärke ist: Es ist mir während der Amtszeit mehr als klar geworden, dass Kommunikation für mich primär auf der schriftlichen Ebene abläuft (das allein erkennt man schon an dem ein oder anderen Tweet), das Zugehen auf mir fremde Menschen liegt mir überhaupt nicht; genau das ist aber für die Mitgliederaquise notwendig. Hier muss jemand her, der weit aus besser in der Lage ist sich um Mitglieder zu kümmern – und es muss stärker in das Blickfeld des gesamten Vorstands rücken.

    Ein Punkt der mich ein wenig traurig macht ist, dass sich mein Vorschlag statt Textemails HTML-Emails zu verwenden nicht durchgesetzt hat. Der bayrische Newsletter hat immer noch normalen Text und hat es nicht zum HTML Newsletter geschafft. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die HTML Multipart Emails gut bei Neumitgliedern ankommen. Dank Multipart kann sogar jeder einstellen wie er die Email sehen möchte, ob Text oder in HTML.

    Ich plädiere daher erneut und weiterhin dass wir dringend daran arbeiten müssen diesen Bereich weiter aufzuhübschen, denn derzeit ist der bay. Newsletter nicht für Interessenten sondern für Piraten (das sind die die ihre Emails mit mutt in der Konsole lesen ;) )

    d) Verwaltungspiraten / Teambildung
    Meine damalige Vorstellung war, dass die Verwaltung an einem Punkt im Landesverband primär stattfindet. Durch die gewählten Generalsekretäre haben wir Piraten die von Amtswegen dem Datenschutz verpflichtet sind und somit hatte ich die Vision, dass dadurch ein Team geschaffen werden kann das gemeinsam den Gesamtlandesverband in der Verwaltung bearbeitet. Ob man nun SekretärInnen und Buchhalter einstellt (die man eigentlich bezahlen müsste) oder ob man einfach vorhandene verpflichtete Piraten mit einbezieht, hat immerhin den Unterschied, dass letztere Parteimitglieder und Amtskollegen sind. Leider ist dieses Vorhaben allerdings auf Ablehnung wg. des Datenschutzes gestoßen, was ich allerdings nicht als Grund dafür sehe. Denn wäre es in der Tat datenschutzrechtlich bedenklich, dann dürfte auch auch keinen “normalen” Piraten in einen Posten delegieren der mit sensiblen Daten in Berührung kommt, nachdem er seine Datenschutzbelehrung erhalten und die Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet hat.
    Demzufolge ist es nicht zur Teambildung gekommen, was sehr schade ist, da der Kontakt zwischen den Verwaltungspiraten Land und Bezirk (nicht nur Gensek sondern auch Schatzmeister) fast zum Erliegen gekommen ist. Beweis dafür bringt die seit Wochen schweigende Verwaltungsliste.

    e) Technik
    In der Technik war ich primär unterstützend tätig und habe mich zusammen mit @ReBeLL_ um Hardwareausfälle, Störungen und Einrichtungen gekümmert. Den technischen Support habe ich ebenfalls im Rahmen der Ticketbearbeitung übernommen.

    f) Ticketbearbeitung / Anfragen
    Durch die einführung einer virtuellen Landesgeschäftsstelle, kurz LGS, wurde im Wanninger die Kommunikation im LV von der Vorstandsemailadresse auf die LGS umgestellt. So sind alle Emails und auch der Uhrenspam den Sekor so mag, in der LGS aufgeschlagen und wurde von mir bearbeitet. Anträge, Anfragen an den Vorstand wurden entweder von mir beantwortet oder/und an den Vorstand weitergeleitet, in dem die Emails direkt auf die Vorstandsliste gesendet wurden. Durch die Konsolidierung einiger Emailadressen sowie Abschaffung alter Postfächer und Import derer Emails wurde in diesem Bereich eine Basis geschaffen die locker auf mehrere Personen, die in der LGS die Anfragen bearbeiten, erweitert werden kann.

    g) Schatzmeisterei
    Bedingt durch den Rücktritt des gewählten Schatzmeisters Arthur, war es notwendig ein Vorstandsmitglied mit der Aufgabe zu benennen. Ich habe diese Aufgabe übernommen. Damit verbunden habe ich die Buchhaltung im Belegwesen komplett restauriert und die Belege sauber zu den Kontoauszügen geführt, mich um die Buchungen (Ausgaben und Einnahmen) gekümmert, sowie die Lastschriften für die Beiträge erledigt. Durch die Übernahme dieser Aufgabe sind mir einige Punkte aufgefallen die Anlass für meine Kandidatur zum Schatzmeister sind (dazu später mehr). Leider hat die Übernahme dieses Bereiches einen hohen Tribut gefordert, nämlich die Abgabe der CSD Planung als auch die reine Konzentration auf die Verwaltung, das zum einen zwar Möglichkeiten eröffnet hat zum anderen doch zu einer merklichen Belastung geführt hat. Es sind eben 2 Ämter die abgewickelt werden und nicht nur eines. Durch Umstrukturierung und Neuausrichtung des Genseks wird diese Aufgabe aber leicht zu bewältigen, in der derzeitigen Konstellation geht das nicht (wg. der Kürze der Zeit).


    Fazit:
    Aus meiner Sicht habe ich mein damaliges Kandidaturprogramm erfüllt, mit ein oder zwei kleinen Schwächen. Dazu stand ich während meiner Amtszeit immer als williger Helfer für alle anfallenden Tätigkeiten zur Verfügung und habe vor allem Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen bewiesen. Ein für mich wesentlicher Punkt war und ist es weiterhin dass die Verwaltung derart schlank und flexibel ist, dass wir den zu erwartenden Bundestagswahlkampf problemlos meistern und nicht in einem Chaos ertrinken. Ich sehe dass dieser BT Wahlkampf weitaus stärker werden wird als 2009, sprich es wird vor allem für die Verwaltungspiraten ein Batzen an Arbeit zu kommen.
    Die notwendigen Grundsteine für Bayern sind gelegt. Ein weiterer Meilenstein wird 2012 mit der neuen Buchhaltungssoftware kommen, die Dank Rene, unserem Bundesschatzmeister, eingeführt wird.

    4.) Schwächen / Verbesserungsfähiges
    Schwächen sind aus meiner Sicht normal, da menschlich. Allerdings muss man sie erkennen und dann für Verbesserung sorgen. Ich sehe bei mir, dass ich für verbale direkte Kommunikation nicht sonderlich geeignet bin, vor allem im Punkt der Neumitgliederaquise bei der man am Infostand steht und Leute anspricht. Das hat sich auch, wie bereits geschrieben, deutlich gezeigt. Eine weitere Schwäche ist, die von mir noch nicht optimierte Prioritätensetzung – andere nennen es die Unfähigkeit der Delegation. Hier will ich nun aber kurz einhaken:

    Was ist Delegation?
    Delegation ist nichts anderes wie die Entscheidung der Person die delegiert, welche Prioritäten sie welcher Arbeit gibt. Nehmen wir eine Skala von 1 – 10. Arbeiten von Punkt 1 – 4 werden auf jeden Fall selbst bearbeitet – da führt kein Weg daran vorbei, das wird gemacht! Aufgaben 5 – 7 kann man abgeben, muss man aber nicht. Aufgaben 8 – 10, ja kann jemand anderes machen.

    Nun ziehen wir einen Vergleich:

    Ein alleinstehender Mensch, hat verschiedene Aufgaben zu erledigen (z.B. bei den Piraten). Seine Arbeitspriorität wird daher locker von 1 – 8 gehen, die er bearbeitet. die Punkte 9 und 10 sind Arbeiten die er nicht machen will. Damit schafft er vor sich hin. Die Außenwelt sagt: Du kannst nicht delegieren. Der Mensch schaut verdutzt, denn er sieht nichts zu delegieren…
    Stelle nun diesem Menschen einen anderen Menschen hin und lasse sie eine Beziehung beginnen. Was meinst Du wie schnell diese Prioritätenspanne von 8 Punkten auf 3 reduziert wird. Der delegiert wie ein Weltmeister. Die Aussenwelt nimmt wahr: Donnerwetter, der spannt die halbe Partei ein :)

    Daher: Der Vorwurf dass jemand nicht delegieren kann oder auch die Aussage “ich kann gut delegieren” ist nichts anderes wie: Meine Priospanne geht nur von 1 – 4, alles was drüber ist machen andere für mich. Das bedeutet nicht, dass diese Einstellung falsch ist, sondern es geht allein darum dem Werkzeug Delegationsfähigkeit die Klingen zu stutzen.

    Nun wieder zurück: Während meiner Amtszeit habe ich vieles über die Prioritätenstufen 1 – 8 bearbeitet. Das hat man vor allem daran gemerkt, dass die Übernahme von Arbeiten immer mehr geworden ist: Ich habe mich in der Verwaltung gekümmert, war in der Technik unterwegs und zum Schluss nun noch die Schatzmeisterei. Hier hätte ich ein paar Arbeiten abgeben sollen und meine Prioskala von 8 Punkten auf 6 herunterstufen sollen, mit dem Ergebnis dass ich etwas entspannter bin und damit ein paar aktive Mitglieder die sich einbringen wollen, bilde.
    Ein letztes das mir noch aufgefallen war ist, dass ich manchmal zu konservativ und zu vorsichtig zweitweilig auch zu bürokratisch in einigen Punkten gedacht habe. Ich habe diese Punkte allerdings noch in der Amtszeit bewältigt. Als Beispiel, mit dem meine Vorstandskollegen sicher etwas anfangen können, wäre z.B. die Online-Lastschriftthematik. Dass ich während meiner Amtszeit auch den Stempel des Rechtsposivisten abbekommen habe, hat mich zwar im ersten Moment etwas gekränkt, da dieser Begriff für mich negativ toniert ist, aber schlussendlich sehe ich das nicht als Schwäche an.

    5) Zukunft
    Man kann nun sicher eine ganze Mailingliste mit der Diskussion füllen, was hat in einem Tätigkeitsbericht die Zukunft zu suchen. Meines Erachtens gehört dieser Ausblick aber dazu. Jede Arbeit, Tätigkeit und Entscheidung die wir während dieses Amtsjahres getroffen haben, hat die Zukunft verändert. So sammeln wir nun Spenden per SMS, haben PayPal rausgeworfen, bieten Lastschriften an und haben HTML Emails. Für die Zukunft ist ein Vorstand notwendig der mutiger an Aktionen heran geht, den Wahlkampf jetzt beginnen lässt, Durchsetzungsvermögen beweisen kann und auf seiner Agenda: Mitgliederaquise, Fundraising (eigentlich müsste ich das in riesengroß schreiben) sowie Öffentlichkeit stehen hat. Das bayrische Granteln sowie das etwas würzigere Miteinander bitte beibehalten, denn das zeichnet uns einfach als Menschen aus.
    Sep
    13

    Wie stehst du zur Entscheidung zur geplanten proprietären Verwaltungssoftware?

    By pyloor  //  Piraten  //  2 Comments
    GnuCash

    Quo vadis Buchhaltungssoftware?

    Diese Frage erreichte mich über Formspring zu meiner Kandidatur (später mehr). Da ich sowas nicht Sekor-like in 140 Zeichen beantworten kann, ein kleiner Blogbeitrag den ich dann auf Formspring ebenfalls veröffentliche.

    Vielen Dank für Deine Frage.

    Nun, man kann die Frage selbst nicht durch ein einfaches “gut” oder “schlecht” beantworten sondern muss dies aus 2 Sichtweisen machen. Diese beiden Sichtweisen will ich hier kurz zeichnen um damit die Antwort auf Deine Frage zu liefern:

    1) Sicht der Verwaltungspiraten
    Wenn Du Dir die Zeit nimmst und kurz durch den Vorstandswechsel der Piraten auf Landesebene und Bundesebene blickst, was fällt auf? Es ist ein stetiger Wechsel der Verwaltungspiraten. Nur sehr wenige Schatzmeister stellen sich für eine Folgezeit auf, einige verschwinden spurlos andere sitzen amtsmüde resignierend vor den Akten und wissen weder ein noch aus. Hier nun die Frage: Warum ist das so? Die Antwort auf die Frage ist einfach: Frage nicht die Opfer (hier die Schatzmeister) sondern prüfe die Methode (in diesem Fall die Arbeit die sie verrichten sollen) – und da sind wir bereits beim Knackpunkt.

    Die derzeitige Buchhaltung bei den Piraten besteht aus einem Aktenordner, alternativ einem Schuhkarton in dem die Belege gesammelt werden. Nun fliegen durch das Konto diverse Buchungen (Mitgliedsbeiträge und Spenden), es werden zig Ausgaben erzeugt durch Vorstandsmitglieder selbst (je nach Lage der Geschäftsordnung) und durch Ausgabenbeschlüsse. Ein ganz normaler Buchhalteralltag würde man sagen. Ja ist richtig, aber: Die Buchhaltungssoftware mit der alles abgewickelt wird ist Excel (oder parteipolitisch korrekt: Open Office Calc). Und damit schlägt man unsanft am Boden auf. Sofern man nun nicht der totale Excel Geek ist, oder Bekannte hat die Excel in allen Formen und Farben beherrschen sitzt man wie der Ochs vorm Berg und muss nun versuchen all die Buchungen die anfallen in Excel zu verwalten.

    In einem Bezirks- oder Kreisverband ist das machbar. In einem Landesverband, wie z.B. in Bayern, sieht es da ganz anders aus. Noch dazu dass es Verrechnungsposten zwischen dem Landesverband und den darunter liegenden Gliederungen gibt. Sprich jeder Schatzmeister unterhalb des Landesverbandes hat ebenfalls wieder eine Excel Tabelle, die aber von der des Landesschatzmeisters natürlich komplett abweicht und anders aufgebaut ist (das liegt daran dass es kein fest definiertes Format der Tabellen gibt und jeder so arbeitet wie es für ihn am angenehmsten ist) – diese Daten nun aber widerrum gegenseitig ausgetauscht werden müssen.

    Allein wenn man nun bedenkt wie viele offenen Stellen, die veränderbar sind hier entstehen und wenn wir den Faktor Mensch dazu zählen, dann läuft es zumindest mir kalt den Rücken runter. Allein das Aptippen von Kontoauszügen in die Exceltabelle sowie das Versehen der Kontobewegung mit einer Belegnummer die auch in die Exceltabelle eingetragen wird ist fehleranfällig. Da wird schnell aus einem gezahlten Mitgliedsbeitrag von 63 € – 36 € oder aus 69 € wird 96 €. Auf die rechtlichen Vorgaben, die an eine Buchhaltungssoftware aus den Vorschriften des HGB, sowie der GdoB gestellt werden gehe ich hier absichtlich nicht ein, da jeder der die beiden genannten Vorschriften kennt, das Problem selbst auch analysieren kann. Mein Beitrag soll sich aber an all die richten, die mit Buchhaltung per se nichts zu tun haben um das Problem verstehen zu können.

    Es geht aber noch weiter: Die derzeitige Buchhaltung ist immer pro Ebene geschlossen bzw. eher gekapselt. Das liegt ganz einfach daran, dass es nicht möglich ist über die Tellerränder zu schauen bzw. schnell Reporte auszutauschen. Auf Landesebene sind die Bezirke aus finanzieller Sicht eine Blackbox in die ich nicht hineinsehen kann. Die Veröffentlichung von Kontoständen, die der Transparenz dienen soll, ist aus meiner Sicht weisse Salbe. Das befriedigt kurz den Tranzparenzgedanken den jeder Einzelne hat. Doch was sagt ein Kontostand aus – dass auf einem Konto ein Betrag X liegt. Was mit dem Betrag ist, warum er da liegt und warum nicht alles sinnvoll ausgegeben wurde, das beantwortet die Zahl selbst nicht. Weiterhin sagt ein Kontostand nichts über Verbindlichkeiten, Forderungen und Rückstellungen / Rücklagen aus. Ich weiss nur den Kontostand. Damit nun die gewünschte Transparenz hergestellt werden kann müssen Monatsberichte ersatzweise Quartalsberichte geschrieben werden. Und nun sitzt unser Schatzmeisterlein wieder vor seiner Exceltabelle und versucht aus den Daten die er hat eine Bilanz zu schnitzen die er dann als Monats- oder Quartalsbericht veröffentlichen kann. Damit er das machen kann rennt er 7 Bezirken bettelnd hinterher und hofft wenigstens eine CSV Liste mit Buchungen zu bekommen die er irgendwie auf seine Konten aufflanscht – Hilfe.

    Das gleiche Procedere übrigens auf Bundesebene, da sind die Blackboxes unten drunter noch größer und noch undurchsichter. Problemstellungen wie: Ein Mitglied A hat in einen anderen LV bezahlt in dem er eigentlich ist und anderes werden erst gelöst, sobald die Daten zum Buchhaltungsbüro Fr. Wichmann geschickt wird die dann (mein letzer Informationsstand war so) alles in Datev eingibt. Sprich die Schatzmeister unterhalb des Bundes sind Datensammler, zeichnen die Buchungen schmerzhaft mit Excel auf damit diese dann in andere Tabellen umgetragen werden können die dann Frau Wichmann in Datev importiert.

    Klingt irgendwie komisch alles. Was muss her? Richtig, eine Buchhaltungssoftware (hier noch nicht festlegen ob proprietär oder opensource) die es möglich macht dass die Gliederungen unterhalb einer Gliederung keine Blackboxes mehr sind, dass Buchungen die fehlgeleitet sind (Mitglied überweist falsch) auch da ankommen wo sie hin sollen und zum Schluss ein einfacher Report jederzeit gezogen werden kann, wenn wir Übersicht über unsere Finanzen haben wollen.

    Die Buchhaltungssoftware hat aber einen weiteren Vorteil: Einhaltung der Rechtsvorschriften (z.B. die Unveränderbarkeit von Datensätzen) sowie Einsparungen der externen Buchhaltungsdienstleister (müssen ja nicht mehr so viel arbeiten). Doch der größte Effekt der damit verbunden sein dürfte: Zufriedene quicklebendige Schatzmeister die jede Buchung mit wenigen Handgriffen erledigen und sich auf das Wesentliche konzentrieren können; da tritt man auch gerne, sofern die Basis es will, nochmal als Schatzmeister an.

    2) Sichtweise mit den Parteizielen
    Hier wird es nun etwas schwieriger das Thema anzugehen. Nachdem im ersten Part rein der pragmatische Ansatz zählte, nämlich “wir wollen endlich einfach Buchhaltung machen und wissen wie die Piraten dastehen” haben wir hier nun eine andere Grundlage:

    Die Piraten sprechen sich FÜR freie / offene Software aus.

    Wie kann es also sein, dass wir nun von Sage eine Software anschaffen die nicht quelloffen ist. Nun, hier sollte man sich ansehen welche Pflicht wir als Partei zunächst uns gegenüber und gegenüber unseren Mitgliedern haben. Denn von den Mitgliedern kommt immerhin der Mitgliedsbeitrag/die Spnden, mit dem hier ein Teil (ich schreibe hier explizit ein Teil, denn der andere Teil kommt durch Parteifinanzierung) finanziert wird. Wir haben nun also als erstes die Pflicht alle Zahlungen die eingehen ordnungsgemäß zu verbuchen, dem Mitglied eine Spendenquittung auszustellen und uns für seinen Beitrag zu bedanken. Das wird erwartet, leisten wir genau das nicht, kommt schnell der Vorwurf: Ihr habt ja nicht mal eure Verwaltung im Griff, wie wollt ihr dann in die Politik?!

    Eine quelloffene Lösung gibt es nicht, zumindest habe ich keine auf meiner Reise gefunden die den Ansprüchen die wir an eine Software stellen genügt. Eine proprietäre Software gibt es, einen Dienstleister der mit NGOs Erfahrung hat ebenfalls, so dass hier sich die Lösung eigentlich schon abzeichnet. Nun kommt aber der berechtigte Einwand dass wir eine Software auf opensource erstellen können, die genau das leistet was wir brauchen. Klar können wir das: Suche dir mind. 15 Leute, baue ein Team auf mit Entwicklern, Designern und Fachkräften aus Buchhaltung und erstelle eine Software. Und während der Zeit in der die Software erstellt wird? Wieder Schuhkarton, Excel und frustrierte Schatzmeister? Noch dazu Mitglieder die die Frage stellen: Warum habt ihr eure Buchhaltung nicht im Griff, das wir dann mit “Dafür schreiben wir uns gerade eine neue tolle Software die in 2 Jahren fertig ist und dann wird alles besser” beantworten? – Man sieht doch hier deutlich, dass das nicht der Weg sein kann.

    Damit wir uns nun, wie einige Prinzippienpiraten bereits vorgeworfen haben uns nicht selbst verraten, sehe ich es als gangbaren Weg, dass wir jetzt mit einer proprietären Buchhaltung beginnen, damit unseren Aufwand senken und Erfahrung sammeln wie eine solche Buchhaltung funktionieren muss um uns dann im nächsten Schritt in einem groß angelegten Softwareprojekt eine eigene Buchhaltung parallel zu schreiben. Damit verbunden könnten wir beweisen, welchen Power opensource wirklich hat und nochmal alle Vor- und Nachteile zu proprietärer Software aufzeigen. Vielleicht ergeben sich sogar Bündnisse mit anderen Parteien die ebenfalls an einer solchen Lösung interessiert sind. Wenn wir nach der Zeit X die Software fertig haben, die den Ansprüchen der Gesetze genügt und einen vollwertigen Ersatz zur bestehenden Lösung bieten kann, dann sehe ich keine Probleme einen Wechsel durchzuführen – nur bis es soweit ist, haben wir eine saubere aufgeräumte und ordentliche Buchhaltung und zufriedene Schatzmeister.

    Vielleicht noch eine kleine Fußnote zum Schluss: Am vergangenen Bundesparteitag gab es diese Frage bzw. Entscheidung schon einmal: Ein Kandidat, Rene, stand mit dem klaren Ziel eine Buchhaltungssoftware einzuführen ungeachtet dessen ob proprietär oder quelloffen, sein damaliger Gegenkandidat trat mit dem Ziel an, auch auf Excel bzw. bereits vorhandenen quelloffenen Softwares aufzusetzen um damit den Parteizielen von Anbeginn bereits treu zu bleiben. Die Piraten hatten bereits zum damaligen Zeitpunkt die Wahl und haben sich für Rene unseren jetzigen Bundesschatzmeister entschieden. Kann es also eine klarere Antwort auf die Frage als dieses Wahlergebnis geben?

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