Archive for the ‘ Netzwelt ’ Category

Kein Nachspiel ohne Vorspiel

Da studiVZ nicht versucht seinen Usern etwas – nämlich das Sie bei Facebook seien – vorzuspielen gibt es, zumindest nach aktuellem Stand, auch kein juristisches Nachspiel in Form eines Urteils gegen studiVZ. Die für Wettbewerbsrecht zuständige 33. Zivilkammer des Landgericht Köln hat aus diesem Grund die unter dem AZ 33 O 374/08 geführte von Facebook angestrengte Klage gegen studiVZ abgewiesen. “Trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten” fehle es an einer Herkunftstäuschung, so das Gericht.

Die Facebook‘ler, die mit 225 Millionen Nutzern monatlich das weltweit größte Social Network betreiben, hatten dem deutschen studiVZ vorgehalten den Quellcode und das grundsätzliche Design kopiert zu haben. In der Tat soll während der Gründertage bei studiVZ im “versteckten” Quellcode der Seite sogar das Wort “Facebook” gestanden haben. Aus diesem Grund, aber auch wegen offensichtlicher optischer Ähnlichkeiten, will Facebook studiVZ untersagen, den vorhandenen Auftritt weiterhin zu betreiben.

studiVZ ist im Verbund mit seinen Ablegern schuelerVZ und meinVZ mit 12,9 Millionen registrierten Benutzer der deutsche Marktführer und wurde zu einer Zeit gegründet, zu der Facebook in Deutschland noch gar nicht bekannt gewesen sein soll. Facebook selbst ist erst über 2 Jahre nach studiVZ mit einer deutschen Version Online gegangen. Genau dieser Punkt war ein entscheidener Faktor für die Abweisung der Klage.

Bei studiVZ zeigt man sich über die Entscheidung des Gerichts erfreut. Markus Berger- de Léon, Geschäftsführer der studiVZ Limited: “Wir freuen uns, dass das Landgericht Köln die Klage vollumfänglich abgewiesen hat. Denn solch eine Klage bindet Kapazitäten und Geld. Für uns ist dieses Urteil auch ein Signal an den Markt, dass unser Angebot rechtens ist.”

Zur Stellungnahme des Richters, das die Amerikaner lediglich Vermutungen angestellt hätten, die für einen Vergleich der Quellcodes durch einen Sachverständigen nicht konkret genug gewesen wären, kommentiert Berger- de Léon: “Es ist schon bemerkenswert, wie viel Energie Facebook in diese Klage gesteckt hat. Man hat den Eindruck, es geht darum, mit Methoden außerhalb des Wettbewerbs im deutschen Markt Fuß zu fassen.”

Ob das deutsche Urteil auf das Urteil der weiteren Klage die in den USA läuft Auswirkungen hat ist derzeit genau so wenig bekannt, wie ob Facebook in die nächste Instanz gehen wird.

Die Initiatorin der Petition gegen Internetsperren, Franziska Heine, wirft dem BKA vor sich nicht für die Löschung von Kinderpornographischen Seiten im Ausland einzusetzen.

Kinderpornographische Seiten lassen sich, so haben es verschiedene Bürgerrechtsorganisationen herausgefunden, auch im Ausland kurzfristig löschen. Phishing Seiten sollen sich immerhin im Durchschnitt innerhalb von vier Stunden aus dem Netz entfernen lassen.

Nach Äußerungen von Martina Krogmann, der parlamentarischen Geschäftsführerin der CDU/CSU Fraktion, werden Kinderporno Seiten bei ausländischen Hostern nur nicht gelöscht, weil das BKA die Hinweise nicht direkt an die Hoster, sondern auf dem internationalen Dienstweg an die ausländischen Behörden weiterleitet. Deutsche Provider sollen hingegen von ausländischen Behörden direkt über strafbare Inhalte auf Ihren Servern hingewiesen werden, so das sie diese vom Netz nehmen können bzw. dies auch tun und ggf. sogar selbst Strafanzeige erstatten können.

Einige Bundestagsabgeordenete fordern mittlerweile aber sogar die Internetsperren auf Inhalte wie Killerspiele und Islamismus auszudehnen. Ich Frage mich, wann ein Gesetz raus kommt, das Bloggern verbietet Ihre Meinung frei in Bild, Ton und Text zu fassen?

Am vergangenen Donnerstag war in Bayern Fronleichnam. Das ist ein katholischer Feiertag an dem an die Gegenwart Christi im Abendmahl erinnern soll. Der Feiertag ist aber kein bundesweiter Ruhetag sondern nur in einigen Bundesländern vertreten. Thüringen zählt dazu nicht.

Aufgrund des Feiertages, der folglich arbeitsfrei ist, war auch in Bayern niemand da das Landesdatennetz wieder zu richten. Der Servicedienstleister hatte nämlich frei. Dies bedeutete das Suchanfragen nicht funktionieren, der e-Mail Verkehr ebenfalls kurzzeitig nicht verfügbar war. Die Landtagsverwaltung teilte auf Nachfrage mit, dass es wohl an einem Defekt im Rechenzentrum gelegen haben soll.

Der SPD-Abgeordnete Rolf Baumann hingegen kritisierte das Fehlen eines Notfallplans. Er donnerte weiter, dass es um Zentausende vergeudete Arbeitsstunden sowie einen immensen Schaden für das Land ginge. Den Schaden mag ich noch nachvollziehen, die Zehntausende an Arbeitsstunden bringe ich beim besten Willen nicht in 24 Stunden Ausfall unter. Im Haushaltsausschuss will er dies zur Sprache bringen, während ich mich immer noch frage: Wer ist Rolf Baumann, und was hat er vorher gemacht ?

Google hat eine neue Entwicklerversion veröffentlicht. Man dürfte diese wohl als pre-beta Status einstufen, da diese ausschliesslich an Entwickler gerichtet ist. Die Version ist für die Nutzer auf Linux und Mac Rechnern entwickelt und auch nur dort lauffähig. Durch die zu erwartenden Rückmeldungen der Entwickler versucht damit Google dann eine halbwegs funktionierende Beta Version hinzubekommen.

Klingt alles sehr abendteuerlich. Mir fröstelts da etwas…

Job weg wegen Twitter?

Ein unbedachter Tweet könnte einen Amerikaner seinen neuen Job bei Cisco gekostet haben. Er Twitterte für die Öffentlichkeit sichtbar

Cisco hat mir gerade einen Job angeboten! Jetzt muss ich den Nutzen eines dicken Gehaltsschecks dagegen abwägen, dass ich täglich nach San Jose pendeln und die Arbeit hassen werde

wozu ein Cisco Mitarbeiter nur süffisant

Wer immer der zuständige Mitarbeiter in der Personalabteilung ist. Bestimmt interessiert er sich sehr dafür, dass Du die Arbeit hassen wirst. Wir hier bei Cisco kennen uns mit dem Internet aus

zurück Twitterte.

Ob Cicso dem potentiellen neuen Mitarbeiter genommen hat oder Ihm direkt wieder abgesagt hat, ist nicht bekannt.

Er hat allerdings daraus gelernt und sein Twitter nun nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht.