“Twitter verpflichtet sich zu besserem Datenschutz”, titelten die Süddeutsche und Heise kürzlich. Ein Titel, der meiner Meinung nach nicht stimmt. Hier würde sich als Titel wohl eher “Twitter wurde zu besserem Datenschutz verdonnert” eignen, denn Twitter wurde von der Federal Trade Commission -immerhin eine US Behörde- zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen verdonnert. “Wenn ein Unternehmen seinen Nutzern verspricht, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, dann muss es dieses Versprechen auch einhalten”, so David Vladeck, der die Verbraucherschutzbehörde vertritt.
Insbesondere die zu simplen Administrator Passwörter von Twitter wurden von der Behörde bemängelt, durch welche es nach Festellung der Behörde gelungen war, Anfang 2009 die Kontrolle über die komplette Webseite zu übernehmen.
Der eindringling, der sich Zugriff zu Obama’s Twitter Account verschafft hatte, ist in einer Donnerstag endenden Verhandlung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er gab an, persönliche Daten über Mitarbeiter von Twitter gesammelt zu haben und daraus auf deren Passwörter geschlossen zu haben – erfolgreich, in einem Fall.
Die Behörde will die Umsetzung zu der Sie Twitter verdonnert hat überwachen, wobei Twitter betont, die meisten Dinge bereits schon vorher umgesetzt zu haben.
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NetAndroid
Feb
22

Ich habe heute schon einige Blogs und Nachrichten zu dem heutigen Selbstmord des bekannten Abmahnanwaltes von Gravenreuth gelesen. Viele freuen sich darüber – ich finde das pietätlos. Gravenreuth wurde durch verschiedene Abmahnpraktiken bekannt und hat sich dadurch auch einen zweifelhaften Ruf erarbeitet.
Seine Taten die er begangen hat sind das eine, dass er sich nun kurz vor Antritt seiner Haftstrafe von 14 Monaten das Leben genommen hat ist das andere.
Verschiedenen Berichten zu Folge hat Gravenreuth vor seinem Selbstmord noch an sein Adressbuch im Mailprogramm eine Email versendet, in der nach Aussage von Steffen Wernery einem der Gründer des CCC, hauptsächlich private Probleme als Grund für diesen drastischen Schritt genannt wurden:
“Finanzprobleme, die nicht ausgestandene Strafsache, der Verdacht auf Krebs – letztlich aber schwere Beziehungsprobleme und der Entzug seines sozialen Umfeldes, sind laut seinen letzten Worten die Hintergründe”, so Wernery
Die Münchner Polizei hat bisher noch keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben und wollte bisher nur bestätigen, dass wegen einer Suizidandrohung ein Sondereinsatzkommando im Einsatz war.
Ich kannte Gravenreuth persönlich und hatte auch mit ihm zu tun, ungeachtet seiner Taten über die er letzlich selbst gefallen war, hoffe ich er findet nun seinen Frieden. Seiner Familie und Freunden spreche ich mein herzlichstes Beileid aus.
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NetAndroid
Okt
22
Nur noch 9 1/2 Stunden und der Wahnsinn um die heiß begehrten Domains beginnt. Die letzten Tage standen nur wenige seriöse Hoster still und schlossen sich dem Hype um die rnd 1600 ein- und zweistelligen Domains nicht an. Hierzu gehört auch die Hetzner Online AG die zwar die Vorregistrierung ermöglicht, allerdings ohne hierfür horrende Gebühren zu verlangen. Einige Unternehmen gingen sogar soweit, ihren DENIC Zugang auf Ebay zu versteigern, hierbei waren Bieter sogar bereit über 70.000 € zu bezahlen, allerdings dem Anbieter war dies scheinar nicht genug, denn nach Auktionsende, war der Mindestpreis immer noch nicht erreicht.
Andere Anbieter belegen Ihre Kunden mit Vertragsstrafen, wie zB SEDO. Dort werden Domains bereits jetzt versteigert, die noch gar nicht registriert sind. Das Prinzip dabei ist einfach: Es werden bereits jetzt die Domains versteigert und dann versucht durch SEDO zu registrieren, sollte dies gelingen bekommt der Bieter mit dem höchsten Gebot den Zuschlag. Zudem darf aber ein Bieter bei SEDO bei keinem anderen Anbieter die Domain registrieren, denn dafür behält sich SEDO einen pauschalierten Schadensersatz vor. Nach Auskunft von einigen Rechtsanwälten mag ein Schadensersatz zwar uU zustehen, aber nicht pauschaliert. Diese Klausel ist nach den Vorschriften aus §§305 ff BGB unzulässig.
Dennoch zeigt es welch unseriöse Angebote hier gemacht werden. Ich schliesse mich in diesem Fall den Aussagen von Martin Hetzner von der Hetzner Online AG an, dass ein Hoster ein seriöser Provider sein sollte und kein Glücksritter. Ferner sind diese Preistreiberreien lediglich gut um Bilanzen aufzubügeln.
Auch bei den Piraten wurde das Thema pp.de auf der Tech-Talk Mailingliste diskutiert. Es ist aber unwahrscheinlich dass die pp.de an die Piratenpartei abfallen wird. Ein Sponsor wurde zwar gesucht, aber nach meinem Wissenstand nicht gefunden.
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Netzwelt, Piraten
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NetAndroid
Okt
19
“Jeder Nutzer muss im Internet identifizierbar sein”, diese Aussage könnte so vom Antivirenhersteller Kaspersky Labs, besser gesagt seinem Gründer Eugene Kaspersky stammen. Wortwörtlich hat er das nicht gesagt, allerdings gemeint. Nach seiner Vorstellung dürfe das Internet nicht länger anonym sein, sondern jeder Benutzer des Internets muss eindeutig identifizierbar sein.
Damit wird der Ruf nach Internetpässen, Globalen Interpols als auch starke Überwachung laut. Nach Auffassung Kasperskys war das Internet nie dazu gedacht überhaupt netzneutral zu sein, denn als es ursprünglich erfunden wurde, war dies nur ein kleiner Kreis von Menschen die es genutzt haben. Und dabei hätte es auch bleiben sollen, denn Eugene Kaspersky ist der Meinung, dass die Vorstellung des Internets an die Öffentlichkeit ein großer Fehler war.
Bei diesen Worten würde unser Rolli jubeln vor Freude, denn es spielt den Ball genau in seine Richtung. Mir als Internetnutzer dreht es dabei nur den Magen herum. Ausserdem zeigt es auch, dass man scheinbar nicht verstanden hat, dass das Internet keineswegs anonym ist. Man hinterlässt genug Spuren, gewollt (zB durch diverse Soziale Netwerke) oder ungewollt (durch Analytictools die die IP mitloggen). Auch frage ich mich wie die ganzen “Raubkopierer” vor deutschen und amerikanischen Gerichten verknackt werden konnten wenn das Internet doch so anonym ist.
Das die Firma Kaspersky heute wahrscheinlich russische Gieskannen verkaufen würde, weil es ja keine Hacker und Virencoder gäbe, sieht Eugene scheinbar auch nicht. Denn wer ist schon so verrückt und setzt in einem überwachten und mit Internetpass betretenen Internet einen Virus aus, da kann man auch direkt vor der nächsten Polizeidienststelle mit einem Schild um den Hals tanzen auf dem groß geschrieben steht: “Buchtet mich ein, ich wars”.
Dem Zwang nach Überwachung aber noch nicht genug, Eugene geht einen Schritt weiter. Alle Länder auf dieser Welt müssten ein internationales Abkommen treffen, dass sie sich der Überwachung beteiligen, denn sonst werden diese vom Netz getrennt und dürfen nicht mehr online. Erpressung 2.0 nenne ich soetwas, bzw. hat da wohl jemand zu viel ScFi Filme gesehen, denn ansonsten kann ich mir solche seltsamen Vorstellungen nicht erklären.
Wie gut dass diese Vorstellung nur ein Interview war und nicht so schnell Realtität werden wird, auch wenn die Bundesregierung schon über Internetpässe nachgedacht hat.
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Netzwelt, Piraten
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NetAndroid
Okt
16
Das Urteil ist gesprochen, die Provider jetzt schon genervt und sauer. Doch um was geht es eigentlich ? Es geht um das sog. VW Urteil, darin wurde geklagt, weil das DeNIC eine zweistellige Domain nicht zuweisen wollte. Nachdem das OLG Frankfurt den Richterspruch erlassen hat, dass das DeNIC die Domain zu zuteilen hat, eine Nichtzulassungsbeschwerde am BGH gestern abgelehnt wurde und damit das Urteil rechtskräftig ist, reagiert das DeNIC um Rechtssicherheit zu schaffen.
Susanne Dolderer, die Chefin der Registrierungsstelle, teilte mit, dass sich das DeNIC schon länger auf diesen Fall eingestellt habe und daher technisch nichts zu befürchten sei. Bereits ab dem 23. Oktober 2009 9.00 Uhr geht es los und die 274 registrierten DeNIC Mitglieder können ihre Registrierungen einspeisen. Dabei gibt es harte Regeln: Nur 1 IP darf als Sender von signierten e-Mails verwendet werden, max. 4 Registrierungen / Minute dürfen erfolgen.
Die Provider reagieren allerdings nicht so freudig darauf wie ihre Kunden die jetzt schon mit Wünschen herangetreten sind. So macht sich die Geschäftsführerin eines bekannten Unternehmens auf dem Unternehmensblog Luft: “Das ist der absolute Wahnsinn und wird intern für viel Wirbel sorgen, jetzt auf die Schnelle die erforderlichen Systemanpassungen für zweistellige de-Domains und möglichst eine wie auch immer geartete Vorregistrierung auf die Beine zu stellen. Wir sitzen ja nicht rum, drehen Däumchen und warten auf gute Gelegenheiten, um mal wieder was zu tun zu haben.”
Bei 1und1 sieht man das Ganze etwas gelassener, dort ist man sich nicht sicher ob man auf die schnelle allen Kunden eine Registrierungsmöglichkeit zur Verfügung stellen könne, vor allem erwarte man dass 8000 bis 10000 der begehrtesten Domains binnen weniger Stunden vergriffen sind.