Archive for the ‘ Die Welt und ich ’ Category

DENIC und Whois Captchas

Seit geraumer Zeit sind Whois Abfragen über die Shell nicht mehr sonderlich informativ. Es wird nur noch der TECH-C und ZONE-C ausgegeben. Um vollständige Daten zu erhalten muss man schon die Webseite der DENIC bemühen und dort nachsehen.

Als Grabbingschutz hat die DENIC auf ein Captcha gesetzt, welches lediglich als Bild aber nicht in einer barrierefreien Version zB als vorgelesene Audioaufnahme vorgehalten wird.

Ich habe mich nun an die DENIC gewendet, was man dagegen unternehmen möchte um auch sehbehinderten Menschen die Whois Abfrage wieder zur Verfügung stellen zu können.

Gespannt warte ich auf Antwort…

Update

Die Antwort der DENIC ist da:

Sehr geehrter Herr Schramm,

die DENIC eG hat seit September letzten Jahres den Zugriff auf
Domaininhaberdaten mit einer Sicherheitscode-Abfrage, einem sogenannten
Captcha, versehen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Zugriff nur durch
berechtigte Personen und nicht durch automatisierte Abfragen erfolgt.
Hintergrund dafür war die zunehmende Zahl von Hinweisen, dass die Daten von
Domaininhabern in öffentlich durchsuchbaren Datenbanken zu finden sind.

Da die DENIC im Interesse Ihrer Mitglieder auf Datenschutz bedacht ist, musste
zeitnah eine Lösung gefunden werden. Wir sind bestrebt, die Sicherheitsabfrage
hinsichtlich einer besseren Lesbarkeit zu optimieren und eine barrierefreie
Umsetzung zu realisieren und arbeiten derzeit an der technischen Umsetzung.

Wir bitten Sie daher um etwas Geduld und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Zum Gedenken an die Loveparade Opfer

Logo der LoveparadeEs sollte eine Veranstaltung werden, die der Stadt Duisburg und der verbundenen Region vor allem ein Imageplus bringen sollte.

Jahrelang war die Loveparade in Berlin angehalten worden, bis man sie dort nicht mehr haben wollte. Die Loveparade zog somit ins Ruhrgebiet um, bis es zum tragischen Ereignis am vergangenen Sonntag in Duisburg kam, an dem 19 Menschen starben und 511 verletzt wurden.
Tragisch aber dennoch konsequent ist weiterhin die Einstellung der Loveparade durch den Veranstalter selbst. Mit diesem Ereignis hat sich die Loveparade keinen Gefallen getan, es würde noch viele Jahre an dem Namen kleben, von Feierlaune wäre da nichts mehr zu spüren, wie auch am vergangenen Sonntag.

Nachdem am Wegesrand die ersten Toten lagen, ging die Parade zunächst weiter, um nicht eine noch größere Massenpanik auszulösen als es bereits war. Die Ordnungshüter als auch die Hilfskräfte vor Ort waren überfordert und zugleich überlastet, obwohl sie von mehreren Dienststellen aus der ganzen Region unterstütz wurden. Als Fazit bleibt nun die lückenlose und offene Aufklärung, eine verfrühte Schuldzuweisung halte ich nicht für sachdienlich. Es muss geklärt werden, warum auf ein Gelände das nur 250 000 Menschen fassen konnte, bis zu 1,4 Millionen eingelassen werden sollten, das durch eine schmale Rampe von 2 Tunnels beschickt wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt, hoffen wir dass die Ermittlungen nicht verwässert oder gar erfolglos eingestellt werden, denn die Verantwortung hat hier jemand zu übernehmen.

Für die betroffenen Familien und deren Angehörige der Verunglückten wünsche ich nun alle Kraft den Schmerz zu überwinden und drücke mein tiefstes Beileid aus. Weiterhin ist zu hoffen dass durch die Ermittlungen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

“Twitter verpflichtet sich zu besserem Datenschutz”, titelten die Süddeutsche und Heise kürzlich. Ein Titel, der meiner Meinung nach nicht stimmt. Hier würde sich als Titel wohl eher “Twitter wurde zu besserem Datenschutz verdonnert” eignen, denn Twitter wurde von der Federal Trade Commission -immerhin eine US Behörde- zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen verdonnert. “Wenn ein Unternehmen seinen Nutzern verspricht, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, dann muss es dieses Versprechen auch einhalten”, so David Vladeck, der die Verbraucherschutzbehörde vertritt.

Insbesondere die zu simplen Administrator Passwörter von Twitter wurden von der Behörde bemängelt, durch welche es nach Festellung der Behörde gelungen war, Anfang 2009 die Kontrolle über die komplette Webseite zu übernehmen.

Der eindringling, der sich Zugriff zu Obama’s Twitter Account verschafft hatte, ist in einer Donnerstag endenden Verhandlung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er gab an, persönliche Daten über Mitarbeiter von Twitter gesammelt zu haben und daraus auf deren Passwörter geschlossen zu haben – erfolgreich, in einem Fall.

Die Behörde will die Umsetzung zu der Sie Twitter verdonnert hat überwachen, wobei Twitter betont, die meisten Dinge bereits schon vorher umgesetzt zu haben.

Die Sex-Domain kommt….

Nach einem riesen Hick-Hack, einem Gerichtsverfahren und einer erneuten Beleuchtung des Ganzen durch die ICANN kommt sie nun doch: Die .xxx Domain. Laut dem zukünftigen Registrar liegen bereits jetzt 110.000 Registrierungen vor, so dass dieser großes Interesse daran hat, endlich die Domain online bringen zu dürfen.

Seit 2000 laufen bereits die Zankereien um die Sexdomain. So wurde der erste Antrag für die Zone bereits 2004 von ICM gestellt, von der ICANN dann aber wohl auf Druck der konservativen US-Regierung 2007 abgelehnt. Ein anschließendes Schiedsgerichtsverfahren ergab, dass die ICANN nicht zureichend genug gehandelt hätte. Die ICANN räumt mittlerweile ein, dass sie bei der Entscheidung nicht objektiv genug gehandelt hätte und deswegen die Zone abgelehnt hätte.

Ich messe der .xxx Domain wenig Chancen zu, ausser dass heimische Zensurmaßnahmen, sprich Jugendschutzsysteme, wahrscheinlich diese Endung per default sperren und dies als ultimativen Schutz hevorheben werden. Dass dies kein Schutz sein kann, liegt auf der Hand, jahrelang ist die Pornoindustrie auch gut ohne die Domain klargekommen.

Zensus 2011

Klammheimlich wurde 2009 das Zenusgesetz verabschiedet, so dass die wenigsten davon wissen. 2011 steht eine neue Volkszählung an. Bei dieser Volkszählung wird allerdings nicht wie erwartet jeder vorgeladen und gezählt, sondern es werden die Daten verschiedener Datenbanken zusammen geführt. Genau dabei liegt aber die Gefahr, allein Daten miteinander zu verknüpfen sollte die Datenschützer auf den Parkett rufen. In Deutschland wird das registergestützte Zenusverfahren durchgeführt werden, dabei werden die Daten aus den Melderegistern sowie der Bundesagentur für Arbeit erhoben. Zusätzlich sollen allerdings Stichproben von einzelnen Bürgern mit der traditionellen Methode (Fragebogen) in denen auch Daten wie Ausbildung etc. abgefragt werden.

Rein rechtlich kann gegen den Zensus ebenfalls was unternommen werden und es geht auch bereits voran: Die Bürgerrechtsorganisation FoeBuD hat am gestrigen Dienstag, 12.00 Uhr begonnen Unterschriften für die Unterstützung einer Verfassungsbeschwerde zu sammeln.

Nach wenigen Stunden waren es bereits über 1500 Zeichner, Tendenz steigend.

Unter zensus11.de kann jeder bis 12.Juli 2010 mitzeichnen und sich gegen den Zensus aussprechen.

Auch die Piratenpartei beschäftigt sich mit dem Zensus und hat bereits im Wiki erfasst, wie ein Zensusdatensatz zur Übermittlung aussehen wird. Weitere Infos unter http://wiki.piratenpartei.de/Zensusdatensatz