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Sep
22

Neumitgliederzufluss v. 18.09.2011-22.09.2011

By pyloor  //  Piraten  //  7 Comments

Seitdem die Berliner Piraten erfolgreich mit 9% ins Abgeordnetenhaus eingezogen sind, wurden wir in Bayern von Neumitgliedsanträgen förmlich überflutet. Hier eine kleine Statistik auf die Bezirke aufgeschlüsselt:

[easychart type="vertbar" height="100" title="Neuanmeldungen v. 18.09.2011 - 22.09.2011" groupnames="Bezirke" valuenames="Oberbayern, Niederbayern, Oberfranken, Unterfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Schwaben" group1values="148,13,22,29,15,18,42" groupcolors="F08817" grid="true"]

Ich bin mir sicher dass noch viel mehr Anträge kommen werden, allein die Anne Will Show hat uns über nacht rnd 50 Anträge beschert.

“Wolle Mitglied werden?” Dann hier: http://piratenpartei-bayern.de/mitglied-werden/

Sep
15

Tätigkeitsbericht als LGensek im LV Bayern (5. Vorstand)

By pyloor  //  Piraten  //  4 Comments

Tätigkeitsbericht als Landesgeneralsekretär im LV Bayern (5. Vorstand)

  • Amtszeit in 3 positiven Worten
  • Amtszeit in 3 negativen Worten
  • Erreichte Ziele
  • Schwächen / Verbesserungsfähiges
  • Was Delegation wirklich ist
  • Zukunft

1.) Amtszeit in 3 positiven Worten

  • Neuland
  • Arbeitsreichtum
  • Leger
In Text: Meine erste Amtszeit habe ich im BzV Mittelfranken verbracht, dort nur 6 Monate, da der erste Vorstand nur für diese Dauer gewählt war. Schwerpunkt damals war Organisation, infrastruktureller Aufbau und – Wahlkampf. In dieser Amtszeit, und das war das Neuland, ging es nun um das reine Tagesgeschäft, die Erweiterung des Blickfeldes und die damit verbundene Verwaltung. Das Wort Arbeitsreichtum verbindet nicht jeder mit positiven Gedanken – ich hin gegen schon. Ein Vorstand oder ein Gremium in dem man nur rumsitzt und die Wand ansieht ist nichts für mich, daher habe ich mich gefreut dass es diese Situation nie gab (zum Ende hin wäre ich doch über die ein oder andere Pause glücklich gewesen ;) )
Leger – hier meine ich nicht Schlacksichkeit sondern vielmehr den offenen Umgangston der innerhalb des Vorstandes geprägt war. Auskotzen auf der Vorstandsmailingliste, einfach mal frei reden “wäi mer der Schnobl gwachsn is” – würde man in Franken sagen – das war es was so manchen Durchhänger wieder verschwinden hat lassen.

2.) Amtszeit in 3 negativen Worten

  • Unsicherheit
  • Einzelkampf
  • Retardation
Nun zu den negativen Worten: Unsicherheit – das betraf vor allem die Finanzsituation. Durch Arthurs Rücktritt und meiner kommissarischen Übernahme, die rein in der Umsetzung der Buchhaltung, nicht in der Erweiterung oder Darstellung bestand, war es nicht möglich diese Unsicherheit aus dem Vorstand zu nehmen. Man war sich nie hundertprozentig sicher ob die Ausgabe nun so gemacht werden kann oder nicht, was darin geendet ist, dass sehr zögerliche bzw. konservative Entscheidungen getroffen wurden. Damit verbunden war allerdings auch die bis dato unklare Zahl der Zahler und Mitglieder.
Wie ich noch weiter unten ausführen werde, ist es zu einer Teambildung nicht gekommen, sei es auf Ebene der Verwaltungspiraten oder sei es auf Ebene des Vorstandes. Ich habe bis heute das Gefühl dass wir als Team nicht richtig zusammen gewachsen sind. Das kann daran liegen, dass es keine teambildenden Maßnahmen gab und die Kluft zwischen den arbeitswütigen Vorstandsmitgliedern und derer die gemäßigt gearbeitet haben ab der Halbzeit deutlich erkennbar war. Mit dem letzten Wort beschreibe ich vor allem den Part dass manche Vorgänge unheimlich zähflüssig bis hin zur Staggnation gelangt sind. Das ist dabei nicht primär auf den Vorstand gemünzt sondern auch in der innerparteilichen Zusammenarbeit; ellenlange Diskussionen die am Schluss argumentationslos dennoch wieder von vorne begonnen wurden, nur des Diskussionswillens, als auch die eher wattebauschartige Reaktion bei der Umsetzung neuer Ideen. Ich denke wer sich innerhalb der Partei umsieht wird diesen letzten Punkt finden und wahrnehmen.

3.) Erreichte Ziele
Als ich September 2010 voller Energie angetreten bin, sprach ich in meinem damaligen “Kandidaturprogramm” von dem Slogan “Landesverband als Leistungsverband”. Geleistet wurde viel, obwohl einiges anders kam als erwartet. Aber der Reihe nach:

a) Entlastung der Bezirke in der Verwaltung
Ich denke dass ich dieses Ziel gut erreicht habe, stelle aber nicht in Abrede dass es sicherlich noch Optimierungsbedarf gibt. Zunächst haben wir als erstes ein neues Bankkonto bei der Sparkasse München Starnberg eröffnet, dass uns a) enorm Kosten spart, da wir keine Gebühren für Buchungen zahlen müssen und b) darüber die Lastschriften für den Landesverband abwickeln können. Mit Einführung des Lastschriftverfahrens ist eine deutliche Vereinfachung für diese Buchungen entstanden, da man nicht jeden Tag das Konto kontrollieren muss um einzelne Zahler zu verbuchen, sondern man kann direkt im Batch die Mitgliedszahlungen verbuchen. Zudem hat man einen direkteren Zugriff auf die Mitgliedsgelder, da diese auch dementsprechend gesammelt uns erreichen anstatt über den Zeitraum der ersten 3 Monate (dort finden die meisten Zahlungen statt, je weiter das Jahr fortschreitet um so weniger werden es (ausgenommen Neumitglieder).
Zudem habe ich mich um Neuanmeldungen sowie Datenänderungen als auch Austritte gekümmert. Die Schreiben sind dabei alle als Scans im Wanninger vorhanden und im CiviCRM Datensatz vermerkt, so dass leicht nachvollziehbar ist wann welches Schreiben eingegangen ist. Optimierungsbedarf wäre hier, für die Zukunft kein Wanninger mehr zu verwenden sondern auf ein DMS (Document Management System) zu setzen in dem alle Dateien als Scan inkl. Verschlagwortung und Indexierung vorherrschen.

aa) CiviCRM Arbeiten, Entmüllung der Verwaltung
Über die Jahre des Landesverbandes ist einiges historisch gewachsen. In Anbetracht dass uns bald eine Bundestagswahl bevor steht war es also notwendig einen generellen Blick auf die Landesverbandsverwaltung zu werfen. Das habe ich einmal im CiviCRM als auch im vorliegenden Papierwerk vorgenommen: Der mir zum Amtsantritt übergebene Ordner wurde ausgemistet, Unterlagen die an die Bezirke gerichtet waren wurden nach Digitalisierung an die Bezirke weitergeleitet zur Aufbewahrung. Dass ich bei den Aufräumarbeiten die ich bald zu Beginn der Amtszeit erledigt habe einen Stolperstein noch später entdecken würde, war mir nicht bewusst (dazu später mehr).
Ein größerer Knackpunkt war das CiviCRM. Amtskollegen wissen wovon ich gleich spreche, allen anderen versuche ich das so gut wie nur möglich zu vermitteln:
In Bayern werden Neumitglieder mittels eines Onlineantrages importiert. Diese kommen dann in einen seperaten Pool und werden solange dort als “bevorstehendes Mitglied” getaggt bis das Neumitglied bezahlt hat. Passiert das nicht verweilt er so vor sich hin. Als die Umstellung der Verwaltung auf die Bezirke begonnen wurde, war es die Aufgabe der Bezirke die Mitglieder entsprechend des Mitgliedsstatus anzupassen, sofern bezahlt wurde. Ob Mitglieder die nie bezahlt haben aussortiert wurden, weiss niemand. Angesichts dessen dass wir derzeit einen Mitgliederstamm von 2600 Mitgliedern haben, davon rnd 1400 bezahlt haben, kann man davon ausgehen dass ein Teil inaktive Konten sind, ein anderer sind Mitglieder die nie Mitglied geworden sind. Diese Bereinigung war Anlass eine Landesrevision einzuleiten, die unter Christian Haas als Revisor begonnen wurde und noch andauert.
Weiterhin habe ich das CiviCRM hinsichtlich der Zahlungsinformationen erweitert, um den Punkt der Excel/OpenOffice Sheets zu minimieren: Jeder Gensek/Schatzmeister pflegt in der Regel eigene Listen in Bayern um zu wissen wer bezahlt hat und wer nicht. Das CiviCRM wurde von einigen Bezirken gar nicht gepflegt, so dass die erste Abfrage der stimmberechtigten Mitglieder in Bayern eine 3- stellige Zahl ergab, der Rest war entweder bevorstehend oder abgelaufen.
Ich habe mich daher mittels mühseliger Kleinarbeit daran gemacht, die Mitglieder zu exportieren, anzupassen und wieder zu importieren. Das Gleiche mit den Mitgliedschaften die ebenfalls korrigiert, konsolidiert (mehrere Datensätze statt nur 1 Mitgliedsdatensatz) und reimportiert wurden. Weiterhin habe ich eingegangene Zahlungen importiert. Somit bietet das CiviCRM nun eine Basis daraus mittels 1 Klick (BY-Cerebro_Akkreditierungsliste) eine Akkreditierungsliste zu exportieren um damit an einem Parteitag zu akkreditieren.
Wer das liest wird sich grade denken: Naja ist ja eigentlich nichts Großartiges – von wegen :) Das CiviCRM hält eine Fülle von Stolpersteinen, Kniffen die man wissen muss und FuckUps bereit die man nach dem Try-Error-Verfahren knallhart durchlaufen muss. Irgendwann ist man so oft gegen die Wand gelaufen dass man die CiviCRM-Erleuchtung hat und dann findet man das Toll auch noch toll (das ist dann der Zeitpunkt wo der Krankenwagen vor die Tür rollt (kleiner Scherz am Rande)).

b) Entlastung des Vorstandes bei rechtlichen Problemstellungen
Hier müsste man eigentlich schreiben, dass es gut ist, dass wir derartige Faupaxes nicht hatten die eine Entlastung erforderlich gemacht hätten. Es gab zwar hier und da einige rechtliche Punkte zu klären, allerdings haben wir dies gut lösen können. Bei Fragen haben wir uns an die AG Recht des Bundes wenden können, die immer mit einem Ansatz / Rat zur Seite stand. Daher in diese Richtung meinen Dank. Generell kann man abschließend sagen, dass es gut ist, dass wir während unserer Amtszeit uns nicht mit rechtlichen Problemen herumschlagen mussten, die ein Arbeiten blockiert hätten.

c) Mitgliederaquise, Neupiraten
Das Thema ist und war schwieriger als ich erwartet habe. Zum einen sind die Zahlen die ich anfangs aus dem Landesverband gelesen habe, trügerisch. Wer 2600 Zähler auf der Uhr hat, empfindet eine gewisse Grundsicherheit. Diese Sicherheit war nach Ende Jannuar / Anfang Februar weg. Denn dann kamen die Zahlen die wirklich das Ausmaß angezeigt haben: Wenn von 2600 Piraten nur 50% bezahlen, der Rest schweigt und/oder gar nicht sicher ist ob der 50%-Anteil überhaupt jemals Mitglied war bzw. wie viele davon, dann sieht das ganz anders aus. Aquise ist dringend notwendig. Und das ist mit einem Neumitgliederpaket nicht getan – Aquise ist Kommunikation, offenes Zugehen auf Menschen auf der Strasse und das Werben für eine Mitgliedschaft. Die akommunikativen Punkte habe ich soweit gemeistert: Das Mitgliederpaket wurde in einer SG besprochen und ist aus meiner Sicht fertig. Allerdings fehlt es an der Umsetzung und vor allem an der Finanzierung. Der Landesverband hat begrenzte Mittel, da er den kleinsten Anteil aus den Mitgliedsbeiträgen erhält. Hier nun ein Mitgliederpaket zu schnüren, das 3 € / Mitglied verbraucht ist nicht finanzierbar. 3 € ist dabei ein aus meiner Sicht niedriger Wert, wenn man die Briefmarke für den Versand noch herausrechnet.

Bei den kommunikativen Parts muss ich einräumen, dass das überhaupt nicht meine Stärke ist: Es ist mir während der Amtszeit mehr als klar geworden, dass Kommunikation für mich primär auf der schriftlichen Ebene abläuft (das allein erkennt man schon an dem ein oder anderen Tweet), das Zugehen auf mir fremde Menschen liegt mir überhaupt nicht; genau das ist aber für die Mitgliederaquise notwendig. Hier muss jemand her, der weit aus besser in der Lage ist sich um Mitglieder zu kümmern – und es muss stärker in das Blickfeld des gesamten Vorstands rücken.

Ein Punkt der mich ein wenig traurig macht ist, dass sich mein Vorschlag statt Textemails HTML-Emails zu verwenden nicht durchgesetzt hat. Der bayrische Newsletter hat immer noch normalen Text und hat es nicht zum HTML Newsletter geschafft. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die HTML Multipart Emails gut bei Neumitgliedern ankommen. Dank Multipart kann sogar jeder einstellen wie er die Email sehen möchte, ob Text oder in HTML.

Ich plädiere daher erneut und weiterhin dass wir dringend daran arbeiten müssen diesen Bereich weiter aufzuhübschen, denn derzeit ist der bay. Newsletter nicht für Interessenten sondern für Piraten (das sind die die ihre Emails mit mutt in der Konsole lesen ;) )

d) Verwaltungspiraten / Teambildung
Meine damalige Vorstellung war, dass die Verwaltung an einem Punkt im Landesverband primär stattfindet. Durch die gewählten Generalsekretäre haben wir Piraten die von Amtswegen dem Datenschutz verpflichtet sind und somit hatte ich die Vision, dass dadurch ein Team geschaffen werden kann das gemeinsam den Gesamtlandesverband in der Verwaltung bearbeitet. Ob man nun SekretärInnen und Buchhalter einstellt (die man eigentlich bezahlen müsste) oder ob man einfach vorhandene verpflichtete Piraten mit einbezieht, hat immerhin den Unterschied, dass letztere Parteimitglieder und Amtskollegen sind. Leider ist dieses Vorhaben allerdings auf Ablehnung wg. des Datenschutzes gestoßen, was ich allerdings nicht als Grund dafür sehe. Denn wäre es in der Tat datenschutzrechtlich bedenklich, dann dürfte auch auch keinen “normalen” Piraten in einen Posten delegieren der mit sensiblen Daten in Berührung kommt, nachdem er seine Datenschutzbelehrung erhalten und die Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet hat.
Demzufolge ist es nicht zur Teambildung gekommen, was sehr schade ist, da der Kontakt zwischen den Verwaltungspiraten Land und Bezirk (nicht nur Gensek sondern auch Schatzmeister) fast zum Erliegen gekommen ist. Beweis dafür bringt die seit Wochen schweigende Verwaltungsliste.

e) Technik
In der Technik war ich primär unterstützend tätig und habe mich zusammen mit @ReBeLL_ um Hardwareausfälle, Störungen und Einrichtungen gekümmert. Den technischen Support habe ich ebenfalls im Rahmen der Ticketbearbeitung übernommen.

f) Ticketbearbeitung / Anfragen
Durch die einführung einer virtuellen Landesgeschäftsstelle, kurz LGS, wurde im Wanninger die Kommunikation im LV von der Vorstandsemailadresse auf die LGS umgestellt. So sind alle Emails und auch der Uhrenspam den Sekor so mag, in der LGS aufgeschlagen und wurde von mir bearbeitet. Anträge, Anfragen an den Vorstand wurden entweder von mir beantwortet oder/und an den Vorstand weitergeleitet, in dem die Emails direkt auf die Vorstandsliste gesendet wurden. Durch die Konsolidierung einiger Emailadressen sowie Abschaffung alter Postfächer und Import derer Emails wurde in diesem Bereich eine Basis geschaffen die locker auf mehrere Personen, die in der LGS die Anfragen bearbeiten, erweitert werden kann.

g) Schatzmeisterei
Bedingt durch den Rücktritt des gewählten Schatzmeisters Arthur, war es notwendig ein Vorstandsmitglied mit der Aufgabe zu benennen. Ich habe diese Aufgabe übernommen. Damit verbunden habe ich die Buchhaltung im Belegwesen komplett restauriert und die Belege sauber zu den Kontoauszügen geführt, mich um die Buchungen (Ausgaben und Einnahmen) gekümmert, sowie die Lastschriften für die Beiträge erledigt. Durch die Übernahme dieser Aufgabe sind mir einige Punkte aufgefallen die Anlass für meine Kandidatur zum Schatzmeister sind (dazu später mehr). Leider hat die Übernahme dieses Bereiches einen hohen Tribut gefordert, nämlich die Abgabe der CSD Planung als auch die reine Konzentration auf die Verwaltung, das zum einen zwar Möglichkeiten eröffnet hat zum anderen doch zu einer merklichen Belastung geführt hat. Es sind eben 2 Ämter die abgewickelt werden und nicht nur eines. Durch Umstrukturierung und Neuausrichtung des Genseks wird diese Aufgabe aber leicht zu bewältigen, in der derzeitigen Konstellation geht das nicht (wg. der Kürze der Zeit).


Fazit:
Aus meiner Sicht habe ich mein damaliges Kandidaturprogramm erfüllt, mit ein oder zwei kleinen Schwächen. Dazu stand ich während meiner Amtszeit immer als williger Helfer für alle anfallenden Tätigkeiten zur Verfügung und habe vor allem Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen bewiesen. Ein für mich wesentlicher Punkt war und ist es weiterhin dass die Verwaltung derart schlank und flexibel ist, dass wir den zu erwartenden Bundestagswahlkampf problemlos meistern und nicht in einem Chaos ertrinken. Ich sehe dass dieser BT Wahlkampf weitaus stärker werden wird als 2009, sprich es wird vor allem für die Verwaltungspiraten ein Batzen an Arbeit zu kommen.
Die notwendigen Grundsteine für Bayern sind gelegt. Ein weiterer Meilenstein wird 2012 mit der neuen Buchhaltungssoftware kommen, die Dank Rene, unserem Bundesschatzmeister, eingeführt wird.

4.) Schwächen / Verbesserungsfähiges
Schwächen sind aus meiner Sicht normal, da menschlich. Allerdings muss man sie erkennen und dann für Verbesserung sorgen. Ich sehe bei mir, dass ich für verbale direkte Kommunikation nicht sonderlich geeignet bin, vor allem im Punkt der Neumitgliederaquise bei der man am Infostand steht und Leute anspricht. Das hat sich auch, wie bereits geschrieben, deutlich gezeigt. Eine weitere Schwäche ist, die von mir noch nicht optimierte Prioritätensetzung – andere nennen es die Unfähigkeit der Delegation. Hier will ich nun aber kurz einhaken:

Was ist Delegation?
Delegation ist nichts anderes wie die Entscheidung der Person die delegiert, welche Prioritäten sie welcher Arbeit gibt. Nehmen wir eine Skala von 1 – 10. Arbeiten von Punkt 1 – 4 werden auf jeden Fall selbst bearbeitet – da führt kein Weg daran vorbei, das wird gemacht! Aufgaben 5 – 7 kann man abgeben, muss man aber nicht. Aufgaben 8 – 10, ja kann jemand anderes machen.

Nun ziehen wir einen Vergleich:

Ein alleinstehender Mensch, hat verschiedene Aufgaben zu erledigen (z.B. bei den Piraten). Seine Arbeitspriorität wird daher locker von 1 – 8 gehen, die er bearbeitet. die Punkte 9 und 10 sind Arbeiten die er nicht machen will. Damit schafft er vor sich hin. Die Außenwelt sagt: Du kannst nicht delegieren. Der Mensch schaut verdutzt, denn er sieht nichts zu delegieren…
Stelle nun diesem Menschen einen anderen Menschen hin und lasse sie eine Beziehung beginnen. Was meinst Du wie schnell diese Prioritätenspanne von 8 Punkten auf 3 reduziert wird. Der delegiert wie ein Weltmeister. Die Aussenwelt nimmt wahr: Donnerwetter, der spannt die halbe Partei ein :)

Daher: Der Vorwurf dass jemand nicht delegieren kann oder auch die Aussage “ich kann gut delegieren” ist nichts anderes wie: Meine Priospanne geht nur von 1 – 4, alles was drüber ist machen andere für mich. Das bedeutet nicht, dass diese Einstellung falsch ist, sondern es geht allein darum dem Werkzeug Delegationsfähigkeit die Klingen zu stutzen.

Nun wieder zurück: Während meiner Amtszeit habe ich vieles über die Prioritätenstufen 1 – 8 bearbeitet. Das hat man vor allem daran gemerkt, dass die Übernahme von Arbeiten immer mehr geworden ist: Ich habe mich in der Verwaltung gekümmert, war in der Technik unterwegs und zum Schluss nun noch die Schatzmeisterei. Hier hätte ich ein paar Arbeiten abgeben sollen und meine Prioskala von 8 Punkten auf 6 herunterstufen sollen, mit dem Ergebnis dass ich etwas entspannter bin und damit ein paar aktive Mitglieder die sich einbringen wollen, bilde.
Ein letztes das mir noch aufgefallen war ist, dass ich manchmal zu konservativ und zu vorsichtig zweitweilig auch zu bürokratisch in einigen Punkten gedacht habe. Ich habe diese Punkte allerdings noch in der Amtszeit bewältigt. Als Beispiel, mit dem meine Vorstandskollegen sicher etwas anfangen können, wäre z.B. die Online-Lastschriftthematik. Dass ich während meiner Amtszeit auch den Stempel des Rechtsposivisten abbekommen habe, hat mich zwar im ersten Moment etwas gekränkt, da dieser Begriff für mich negativ toniert ist, aber schlussendlich sehe ich das nicht als Schwäche an.

5) Zukunft
Man kann nun sicher eine ganze Mailingliste mit der Diskussion füllen, was hat in einem Tätigkeitsbericht die Zukunft zu suchen. Meines Erachtens gehört dieser Ausblick aber dazu. Jede Arbeit, Tätigkeit und Entscheidung die wir während dieses Amtsjahres getroffen haben, hat die Zukunft verändert. So sammeln wir nun Spenden per SMS, haben PayPal rausgeworfen, bieten Lastschriften an und haben HTML Emails. Für die Zukunft ist ein Vorstand notwendig der mutiger an Aktionen heran geht, den Wahlkampf jetzt beginnen lässt, Durchsetzungsvermögen beweisen kann und auf seiner Agenda: Mitgliederaquise, Fundraising (eigentlich müsste ich das in riesengroß schreiben) sowie Öffentlichkeit stehen hat. Das bayrische Granteln sowie das etwas würzigere Miteinander bitte beibehalten, denn das zeichnet uns einfach als Menschen aus.
Sep
13

Wie stehst du zur Entscheidung zur geplanten proprietären Verwaltungssoftware?

By pyloor  //  Piraten  //  2 Comments
GnuCash

Quo vadis Buchhaltungssoftware?

Diese Frage erreichte mich über Formspring zu meiner Kandidatur (später mehr). Da ich sowas nicht Sekor-like in 140 Zeichen beantworten kann, ein kleiner Blogbeitrag den ich dann auf Formspring ebenfalls veröffentliche.

Vielen Dank für Deine Frage.

Nun, man kann die Frage selbst nicht durch ein einfaches “gut” oder “schlecht” beantworten sondern muss dies aus 2 Sichtweisen machen. Diese beiden Sichtweisen will ich hier kurz zeichnen um damit die Antwort auf Deine Frage zu liefern:

1) Sicht der Verwaltungspiraten
Wenn Du Dir die Zeit nimmst und kurz durch den Vorstandswechsel der Piraten auf Landesebene und Bundesebene blickst, was fällt auf? Es ist ein stetiger Wechsel der Verwaltungspiraten. Nur sehr wenige Schatzmeister stellen sich für eine Folgezeit auf, einige verschwinden spurlos andere sitzen amtsmüde resignierend vor den Akten und wissen weder ein noch aus. Hier nun die Frage: Warum ist das so? Die Antwort auf die Frage ist einfach: Frage nicht die Opfer (hier die Schatzmeister) sondern prüfe die Methode (in diesem Fall die Arbeit die sie verrichten sollen) – und da sind wir bereits beim Knackpunkt.

Die derzeitige Buchhaltung bei den Piraten besteht aus einem Aktenordner, alternativ einem Schuhkarton in dem die Belege gesammelt werden. Nun fliegen durch das Konto diverse Buchungen (Mitgliedsbeiträge und Spenden), es werden zig Ausgaben erzeugt durch Vorstandsmitglieder selbst (je nach Lage der Geschäftsordnung) und durch Ausgabenbeschlüsse. Ein ganz normaler Buchhalteralltag würde man sagen. Ja ist richtig, aber: Die Buchhaltungssoftware mit der alles abgewickelt wird ist Excel (oder parteipolitisch korrekt: Open Office Calc). Und damit schlägt man unsanft am Boden auf. Sofern man nun nicht der totale Excel Geek ist, oder Bekannte hat die Excel in allen Formen und Farben beherrschen sitzt man wie der Ochs vorm Berg und muss nun versuchen all die Buchungen die anfallen in Excel zu verwalten.

In einem Bezirks- oder Kreisverband ist das machbar. In einem Landesverband, wie z.B. in Bayern, sieht es da ganz anders aus. Noch dazu dass es Verrechnungsposten zwischen dem Landesverband und den darunter liegenden Gliederungen gibt. Sprich jeder Schatzmeister unterhalb des Landesverbandes hat ebenfalls wieder eine Excel Tabelle, die aber von der des Landesschatzmeisters natürlich komplett abweicht und anders aufgebaut ist (das liegt daran dass es kein fest definiertes Format der Tabellen gibt und jeder so arbeitet wie es für ihn am angenehmsten ist) – diese Daten nun aber widerrum gegenseitig ausgetauscht werden müssen.

Allein wenn man nun bedenkt wie viele offenen Stellen, die veränderbar sind hier entstehen und wenn wir den Faktor Mensch dazu zählen, dann läuft es zumindest mir kalt den Rücken runter. Allein das Aptippen von Kontoauszügen in die Exceltabelle sowie das Versehen der Kontobewegung mit einer Belegnummer die auch in die Exceltabelle eingetragen wird ist fehleranfällig. Da wird schnell aus einem gezahlten Mitgliedsbeitrag von 63 € – 36 € oder aus 69 € wird 96 €. Auf die rechtlichen Vorgaben, die an eine Buchhaltungssoftware aus den Vorschriften des HGB, sowie der GdoB gestellt werden gehe ich hier absichtlich nicht ein, da jeder der die beiden genannten Vorschriften kennt, das Problem selbst auch analysieren kann. Mein Beitrag soll sich aber an all die richten, die mit Buchhaltung per se nichts zu tun haben um das Problem verstehen zu können.

Es geht aber noch weiter: Die derzeitige Buchhaltung ist immer pro Ebene geschlossen bzw. eher gekapselt. Das liegt ganz einfach daran, dass es nicht möglich ist über die Tellerränder zu schauen bzw. schnell Reporte auszutauschen. Auf Landesebene sind die Bezirke aus finanzieller Sicht eine Blackbox in die ich nicht hineinsehen kann. Die Veröffentlichung von Kontoständen, die der Transparenz dienen soll, ist aus meiner Sicht weisse Salbe. Das befriedigt kurz den Tranzparenzgedanken den jeder Einzelne hat. Doch was sagt ein Kontostand aus – dass auf einem Konto ein Betrag X liegt. Was mit dem Betrag ist, warum er da liegt und warum nicht alles sinnvoll ausgegeben wurde, das beantwortet die Zahl selbst nicht. Weiterhin sagt ein Kontostand nichts über Verbindlichkeiten, Forderungen und Rückstellungen / Rücklagen aus. Ich weiss nur den Kontostand. Damit nun die gewünschte Transparenz hergestellt werden kann müssen Monatsberichte ersatzweise Quartalsberichte geschrieben werden. Und nun sitzt unser Schatzmeisterlein wieder vor seiner Exceltabelle und versucht aus den Daten die er hat eine Bilanz zu schnitzen die er dann als Monats- oder Quartalsbericht veröffentlichen kann. Damit er das machen kann rennt er 7 Bezirken bettelnd hinterher und hofft wenigstens eine CSV Liste mit Buchungen zu bekommen die er irgendwie auf seine Konten aufflanscht – Hilfe.

Das gleiche Procedere übrigens auf Bundesebene, da sind die Blackboxes unten drunter noch größer und noch undurchsichter. Problemstellungen wie: Ein Mitglied A hat in einen anderen LV bezahlt in dem er eigentlich ist und anderes werden erst gelöst, sobald die Daten zum Buchhaltungsbüro Fr. Wichmann geschickt wird die dann (mein letzer Informationsstand war so) alles in Datev eingibt. Sprich die Schatzmeister unterhalb des Bundes sind Datensammler, zeichnen die Buchungen schmerzhaft mit Excel auf damit diese dann in andere Tabellen umgetragen werden können die dann Frau Wichmann in Datev importiert.

Klingt irgendwie komisch alles. Was muss her? Richtig, eine Buchhaltungssoftware (hier noch nicht festlegen ob proprietär oder opensource) die es möglich macht dass die Gliederungen unterhalb einer Gliederung keine Blackboxes mehr sind, dass Buchungen die fehlgeleitet sind (Mitglied überweist falsch) auch da ankommen wo sie hin sollen und zum Schluss ein einfacher Report jederzeit gezogen werden kann, wenn wir Übersicht über unsere Finanzen haben wollen.

Die Buchhaltungssoftware hat aber einen weiteren Vorteil: Einhaltung der Rechtsvorschriften (z.B. die Unveränderbarkeit von Datensätzen) sowie Einsparungen der externen Buchhaltungsdienstleister (müssen ja nicht mehr so viel arbeiten). Doch der größte Effekt der damit verbunden sein dürfte: Zufriedene quicklebendige Schatzmeister die jede Buchung mit wenigen Handgriffen erledigen und sich auf das Wesentliche konzentrieren können; da tritt man auch gerne, sofern die Basis es will, nochmal als Schatzmeister an.

2) Sichtweise mit den Parteizielen
Hier wird es nun etwas schwieriger das Thema anzugehen. Nachdem im ersten Part rein der pragmatische Ansatz zählte, nämlich “wir wollen endlich einfach Buchhaltung machen und wissen wie die Piraten dastehen” haben wir hier nun eine andere Grundlage:

Die Piraten sprechen sich FÜR freie / offene Software aus.

Wie kann es also sein, dass wir nun von Sage eine Software anschaffen die nicht quelloffen ist. Nun, hier sollte man sich ansehen welche Pflicht wir als Partei zunächst uns gegenüber und gegenüber unseren Mitgliedern haben. Denn von den Mitgliedern kommt immerhin der Mitgliedsbeitrag/die Spnden, mit dem hier ein Teil (ich schreibe hier explizit ein Teil, denn der andere Teil kommt durch Parteifinanzierung) finanziert wird. Wir haben nun also als erstes die Pflicht alle Zahlungen die eingehen ordnungsgemäß zu verbuchen, dem Mitglied eine Spendenquittung auszustellen und uns für seinen Beitrag zu bedanken. Das wird erwartet, leisten wir genau das nicht, kommt schnell der Vorwurf: Ihr habt ja nicht mal eure Verwaltung im Griff, wie wollt ihr dann in die Politik?!

Eine quelloffene Lösung gibt es nicht, zumindest habe ich keine auf meiner Reise gefunden die den Ansprüchen die wir an eine Software stellen genügt. Eine proprietäre Software gibt es, einen Dienstleister der mit NGOs Erfahrung hat ebenfalls, so dass hier sich die Lösung eigentlich schon abzeichnet. Nun kommt aber der berechtigte Einwand dass wir eine Software auf opensource erstellen können, die genau das leistet was wir brauchen. Klar können wir das: Suche dir mind. 15 Leute, baue ein Team auf mit Entwicklern, Designern und Fachkräften aus Buchhaltung und erstelle eine Software. Und während der Zeit in der die Software erstellt wird? Wieder Schuhkarton, Excel und frustrierte Schatzmeister? Noch dazu Mitglieder die die Frage stellen: Warum habt ihr eure Buchhaltung nicht im Griff, das wir dann mit “Dafür schreiben wir uns gerade eine neue tolle Software die in 2 Jahren fertig ist und dann wird alles besser” beantworten? – Man sieht doch hier deutlich, dass das nicht der Weg sein kann.

Damit wir uns nun, wie einige Prinzippienpiraten bereits vorgeworfen haben uns nicht selbst verraten, sehe ich es als gangbaren Weg, dass wir jetzt mit einer proprietären Buchhaltung beginnen, damit unseren Aufwand senken und Erfahrung sammeln wie eine solche Buchhaltung funktionieren muss um uns dann im nächsten Schritt in einem groß angelegten Softwareprojekt eine eigene Buchhaltung parallel zu schreiben. Damit verbunden könnten wir beweisen, welchen Power opensource wirklich hat und nochmal alle Vor- und Nachteile zu proprietärer Software aufzeigen. Vielleicht ergeben sich sogar Bündnisse mit anderen Parteien die ebenfalls an einer solchen Lösung interessiert sind. Wenn wir nach der Zeit X die Software fertig haben, die den Ansprüchen der Gesetze genügt und einen vollwertigen Ersatz zur bestehenden Lösung bieten kann, dann sehe ich keine Probleme einen Wechsel durchzuführen – nur bis es soweit ist, haben wir eine saubere aufgeräumte und ordentliche Buchhaltung und zufriedene Schatzmeister.

Vielleicht noch eine kleine Fußnote zum Schluss: Am vergangenen Bundesparteitag gab es diese Frage bzw. Entscheidung schon einmal: Ein Kandidat, Rene, stand mit dem klaren Ziel eine Buchhaltungssoftware einzuführen ungeachtet dessen ob proprietär oder quelloffen, sein damaliger Gegenkandidat trat mit dem Ziel an, auch auf Excel bzw. bereits vorhandenen quelloffenen Softwares aufzusetzen um damit den Parteizielen von Anbeginn bereits treu zu bleiben. Die Piraten hatten bereits zum damaligen Zeitpunkt die Wahl und haben sich für Rene unseren jetzigen Bundesschatzmeister entschieden. Kann es also eine klarere Antwort auf die Frage als dieses Wahlergebnis geben?

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