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Neumitgliederzufluss v. 18.09.2011-22.09.2011
Seitdem die Berliner Piraten erfolgreich mit 9% ins Abgeordnetenhaus eingezogen sind, wurden wir in Bayern von Neumitgliedsanträgen förmlich überflutet. Hier eine kleine Statistik auf die Bezirke aufgeschlüsselt:
[easychart type="vertbar" height="100" title="Neuanmeldungen v. 18.09.2011 - 22.09.2011" groupnames="Bezirke" valuenames="Oberbayern, Niederbayern, Oberfranken, Unterfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Schwaben" group1values="148,13,22,29,15,18,42" groupcolors="F08817" grid="true"]
Ich bin mir sicher dass noch viel mehr Anträge kommen werden, allein die Anne Will Show hat uns über nacht rnd 50 Anträge beschert.
“Wolle Mitglied werden?” Dann hier: http://piratenpartei-bayern.de/mitglied-werden/
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Tätigkeitsbericht als LGensek im LV Bayern (5. Vorstand)
Tätigkeitsbericht als Landesgeneralsekretär im LV Bayern (5. Vorstand)
- Amtszeit in 3 positiven Worten
- Amtszeit in 3 negativen Worten
- Erreichte Ziele
- Schwächen / Verbesserungsfähiges
- Was Delegation wirklich ist
- Zukunft
1.) Amtszeit in 3 positiven Worten
- Neuland
- Arbeitsreichtum
- Leger
)2.) Amtszeit in 3 negativen Worten
- Unsicherheit
- Einzelkampf
- Retardation
Das CiviCRM hält eine Fülle von Stolpersteinen, Kniffen die man wissen muss und FuckUps bereit die man nach dem Try-Error-Verfahren knallhart durchlaufen muss. Irgendwann ist man so oft gegen die Wand gelaufen dass man die CiviCRM-Erleuchtung hat und dann findet man das Toll auch noch toll (das ist dann der Zeitpunkt wo der Krankenwagen vor die Tür rollt (kleiner Scherz am Rande)).Bei den kommunikativen Parts muss ich einräumen, dass das überhaupt nicht meine Stärke ist: Es ist mir während der Amtszeit mehr als klar geworden, dass Kommunikation für mich primär auf der schriftlichen Ebene abläuft (das allein erkennt man schon an dem ein oder anderen Tweet), das Zugehen auf mir fremde Menschen liegt mir überhaupt nicht; genau das ist aber für die Mitgliederaquise notwendig. Hier muss jemand her, der weit aus besser in der Lage ist sich um Mitglieder zu kümmern – und es muss stärker in das Blickfeld des gesamten Vorstands rücken.
Ein Punkt der mich ein wenig traurig macht ist, dass sich mein Vorschlag statt Textemails HTML-Emails zu verwenden nicht durchgesetzt hat. Der bayrische Newsletter hat immer noch normalen Text und hat es nicht zum HTML Newsletter geschafft. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die HTML Multipart Emails gut bei Neumitgliedern ankommen. Dank Multipart kann sogar jeder einstellen wie er die Email sehen möchte, ob Text oder in HTML.
)g) Schatzmeisterei
Bedingt durch den Rücktritt des gewählten Schatzmeisters Arthur, war es notwendig ein Vorstandsmitglied mit der Aufgabe zu benennen. Ich habe diese Aufgabe übernommen. Damit verbunden habe ich die Buchhaltung im Belegwesen komplett restauriert und die Belege sauber zu den Kontoauszügen geführt, mich um die Buchungen (Ausgaben und Einnahmen) gekümmert, sowie die Lastschriften für die Beiträge erledigt. Durch die Übernahme dieser Aufgabe sind mir einige Punkte aufgefallen die Anlass für meine Kandidatur zum Schatzmeister sind (dazu später mehr). Leider hat die Übernahme dieses Bereiches einen hohen Tribut gefordert, nämlich die Abgabe der CSD Planung als auch die reine Konzentration auf die Verwaltung, das zum einen zwar Möglichkeiten eröffnet hat zum anderen doch zu einer merklichen Belastung geführt hat. Es sind eben 2 Ämter die abgewickelt werden und nicht nur eines. Durch Umstrukturierung und Neuausrichtung des Genseks wird diese Aufgabe aber leicht zu bewältigen, in der derzeitigen Konstellation geht das nicht (wg. der Kürze der Zeit).
Nun ziehen wir einen Vergleich:
Daher: Der Vorwurf dass jemand nicht delegieren kann oder auch die Aussage “ich kann gut delegieren” ist nichts anderes wie: Meine Priospanne geht nur von 1 – 4, alles was drüber ist machen andere für mich. Das bedeutet nicht, dass diese Einstellung falsch ist, sondern es geht allein darum dem Werkzeug Delegationsfähigkeit die Klingen zu stutzen.
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Wie stehst du zur Entscheidung zur geplanten proprietären Verwaltungssoftware?
Diese Frage erreichte mich über Formspring zu meiner Kandidatur (später mehr). Da ich sowas nicht Sekor-like in 140 Zeichen beantworten kann, ein kleiner Blogbeitrag den ich dann auf Formspring ebenfalls veröffentliche.
Vielen Dank für Deine Frage.
Nun, man kann die Frage selbst nicht durch ein einfaches “gut” oder “schlecht” beantworten sondern muss dies aus 2 Sichtweisen machen. Diese beiden Sichtweisen will ich hier kurz zeichnen um damit die Antwort auf Deine Frage zu liefern:
1) Sicht der Verwaltungspiraten
Wenn Du Dir die Zeit nimmst und kurz durch den Vorstandswechsel der Piraten auf Landesebene und Bundesebene blickst, was fällt auf? Es ist ein stetiger Wechsel der Verwaltungspiraten. Nur sehr wenige Schatzmeister stellen sich für eine Folgezeit auf, einige verschwinden spurlos andere sitzen amtsmüde resignierend vor den Akten und wissen weder ein noch aus. Hier nun die Frage: Warum ist das so? Die Antwort auf die Frage ist einfach: Frage nicht die Opfer (hier die Schatzmeister) sondern prüfe die Methode (in diesem Fall die Arbeit die sie verrichten sollen) – und da sind wir bereits beim Knackpunkt.
Die derzeitige Buchhaltung bei den Piraten besteht aus einem Aktenordner, alternativ einem Schuhkarton in dem die Belege gesammelt werden. Nun fliegen durch das Konto diverse Buchungen (Mitgliedsbeiträge und Spenden), es werden zig Ausgaben erzeugt durch Vorstandsmitglieder selbst (je nach Lage der Geschäftsordnung) und durch Ausgabenbeschlüsse. Ein ganz normaler Buchhalteralltag würde man sagen. Ja ist richtig, aber: Die Buchhaltungssoftware mit der alles abgewickelt wird ist Excel (oder parteipolitisch korrekt: Open Office Calc). Und damit schlägt man unsanft am Boden auf. Sofern man nun nicht der totale Excel Geek ist, oder Bekannte hat die Excel in allen Formen und Farben beherrschen sitzt man wie der Ochs vorm Berg und muss nun versuchen all die Buchungen die anfallen in Excel zu verwalten.
In einem Bezirks- oder Kreisverband ist das machbar. In einem Landesverband, wie z.B. in Bayern, sieht es da ganz anders aus. Noch dazu dass es Verrechnungsposten zwischen dem Landesverband und den darunter liegenden Gliederungen gibt. Sprich jeder Schatzmeister unterhalb des Landesverbandes hat ebenfalls wieder eine Excel Tabelle, die aber von der des Landesschatzmeisters natürlich komplett abweicht und anders aufgebaut ist (das liegt daran dass es kein fest definiertes Format der Tabellen gibt und jeder so arbeitet wie es für ihn am angenehmsten ist) – diese Daten nun aber widerrum gegenseitig ausgetauscht werden müssen.
Allein wenn man nun bedenkt wie viele offenen Stellen, die veränderbar sind hier entstehen und wenn wir den Faktor Mensch dazu zählen, dann läuft es zumindest mir kalt den Rücken runter. Allein das Aptippen von Kontoauszügen in die Exceltabelle sowie das Versehen der Kontobewegung mit einer Belegnummer die auch in die Exceltabelle eingetragen wird ist fehleranfällig. Da wird schnell aus einem gezahlten Mitgliedsbeitrag von 63 € – 36 € oder aus 69 € wird 96 €. Auf die rechtlichen Vorgaben, die an eine Buchhaltungssoftware aus den Vorschriften des HGB, sowie der GdoB gestellt werden gehe ich hier absichtlich nicht ein, da jeder der die beiden genannten Vorschriften kennt, das Problem selbst auch analysieren kann. Mein Beitrag soll sich aber an all die richten, die mit Buchhaltung per se nichts zu tun haben um das Problem verstehen zu können.
Es geht aber noch weiter: Die derzeitige Buchhaltung ist immer pro Ebene geschlossen bzw. eher gekapselt. Das liegt ganz einfach daran, dass es nicht möglich ist über die Tellerränder zu schauen bzw. schnell Reporte auszutauschen. Auf Landesebene sind die Bezirke aus finanzieller Sicht eine Blackbox in die ich nicht hineinsehen kann. Die Veröffentlichung von Kontoständen, die der Transparenz dienen soll, ist aus meiner Sicht weisse Salbe. Das befriedigt kurz den Tranzparenzgedanken den jeder Einzelne hat. Doch was sagt ein Kontostand aus – dass auf einem Konto ein Betrag X liegt. Was mit dem Betrag ist, warum er da liegt und warum nicht alles sinnvoll ausgegeben wurde, das beantwortet die Zahl selbst nicht. Weiterhin sagt ein Kontostand nichts über Verbindlichkeiten, Forderungen und Rückstellungen / Rücklagen aus. Ich weiss nur den Kontostand. Damit nun die gewünschte Transparenz hergestellt werden kann müssen Monatsberichte ersatzweise Quartalsberichte geschrieben werden. Und nun sitzt unser Schatzmeisterlein wieder vor seiner Exceltabelle und versucht aus den Daten die er hat eine Bilanz zu schnitzen die er dann als Monats- oder Quartalsbericht veröffentlichen kann. Damit er das machen kann rennt er 7 Bezirken bettelnd hinterher und hofft wenigstens eine CSV Liste mit Buchungen zu bekommen die er irgendwie auf seine Konten aufflanscht – Hilfe.
Das gleiche Procedere übrigens auf Bundesebene, da sind die Blackboxes unten drunter noch größer und noch undurchsichter. Problemstellungen wie: Ein Mitglied A hat in einen anderen LV bezahlt in dem er eigentlich ist und anderes werden erst gelöst, sobald die Daten zum Buchhaltungsbüro Fr. Wichmann geschickt wird die dann (mein letzer Informationsstand war so) alles in Datev eingibt. Sprich die Schatzmeister unterhalb des Bundes sind Datensammler, zeichnen die Buchungen schmerzhaft mit Excel auf damit diese dann in andere Tabellen umgetragen werden können die dann Frau Wichmann in Datev importiert.
Klingt irgendwie komisch alles. Was muss her? Richtig, eine Buchhaltungssoftware (hier noch nicht festlegen ob proprietär oder opensource) die es möglich macht dass die Gliederungen unterhalb einer Gliederung keine Blackboxes mehr sind, dass Buchungen die fehlgeleitet sind (Mitglied überweist falsch) auch da ankommen wo sie hin sollen und zum Schluss ein einfacher Report jederzeit gezogen werden kann, wenn wir Übersicht über unsere Finanzen haben wollen.
Die Buchhaltungssoftware hat aber einen weiteren Vorteil: Einhaltung der Rechtsvorschriften (z.B. die Unveränderbarkeit von Datensätzen) sowie Einsparungen der externen Buchhaltungsdienstleister (müssen ja nicht mehr so viel arbeiten). Doch der größte Effekt der damit verbunden sein dürfte: Zufriedene quicklebendige Schatzmeister die jede Buchung mit wenigen Handgriffen erledigen und sich auf das Wesentliche konzentrieren können; da tritt man auch gerne, sofern die Basis es will, nochmal als Schatzmeister an.
2) Sichtweise mit den Parteizielen
Hier wird es nun etwas schwieriger das Thema anzugehen. Nachdem im ersten Part rein der pragmatische Ansatz zählte, nämlich “wir wollen endlich einfach Buchhaltung machen und wissen wie die Piraten dastehen” haben wir hier nun eine andere Grundlage:
Die Piraten sprechen sich FÜR freie / offene Software aus.
Wie kann es also sein, dass wir nun von Sage eine Software anschaffen die nicht quelloffen ist. Nun, hier sollte man sich ansehen welche Pflicht wir als Partei zunächst uns gegenüber und gegenüber unseren Mitgliedern haben. Denn von den Mitgliedern kommt immerhin der Mitgliedsbeitrag/die Spnden, mit dem hier ein Teil (ich schreibe hier explizit ein Teil, denn der andere Teil kommt durch Parteifinanzierung) finanziert wird. Wir haben nun also als erstes die Pflicht alle Zahlungen die eingehen ordnungsgemäß zu verbuchen, dem Mitglied eine Spendenquittung auszustellen und uns für seinen Beitrag zu bedanken. Das wird erwartet, leisten wir genau das nicht, kommt schnell der Vorwurf: Ihr habt ja nicht mal eure Verwaltung im Griff, wie wollt ihr dann in die Politik?!
Eine quelloffene Lösung gibt es nicht, zumindest habe ich keine auf meiner Reise gefunden die den Ansprüchen die wir an eine Software stellen genügt. Eine proprietäre Software gibt es, einen Dienstleister der mit NGOs Erfahrung hat ebenfalls, so dass hier sich die Lösung eigentlich schon abzeichnet. Nun kommt aber der berechtigte Einwand dass wir eine Software auf opensource erstellen können, die genau das leistet was wir brauchen. Klar können wir das: Suche dir mind. 15 Leute, baue ein Team auf mit Entwicklern, Designern und Fachkräften aus Buchhaltung und erstelle eine Software. Und während der Zeit in der die Software erstellt wird? Wieder Schuhkarton, Excel und frustrierte Schatzmeister? Noch dazu Mitglieder die die Frage stellen: Warum habt ihr eure Buchhaltung nicht im Griff, das wir dann mit “Dafür schreiben wir uns gerade eine neue tolle Software die in 2 Jahren fertig ist und dann wird alles besser” beantworten? – Man sieht doch hier deutlich, dass das nicht der Weg sein kann.
Damit wir uns nun, wie einige Prinzippienpiraten bereits vorgeworfen haben uns nicht selbst verraten, sehe ich es als gangbaren Weg, dass wir jetzt mit einer proprietären Buchhaltung beginnen, damit unseren Aufwand senken und Erfahrung sammeln wie eine solche Buchhaltung funktionieren muss um uns dann im nächsten Schritt in einem groß angelegten Softwareprojekt eine eigene Buchhaltung parallel zu schreiben. Damit verbunden könnten wir beweisen, welchen Power opensource wirklich hat und nochmal alle Vor- und Nachteile zu proprietärer Software aufzeigen. Vielleicht ergeben sich sogar Bündnisse mit anderen Parteien die ebenfalls an einer solchen Lösung interessiert sind. Wenn wir nach der Zeit X die Software fertig haben, die den Ansprüchen der Gesetze genügt und einen vollwertigen Ersatz zur bestehenden Lösung bieten kann, dann sehe ich keine Probleme einen Wechsel durchzuführen – nur bis es soweit ist, haben wir eine saubere aufgeräumte und ordentliche Buchhaltung und zufriedene Schatzmeister.
Vielleicht noch eine kleine Fußnote zum Schluss: Am vergangenen Bundesparteitag gab es diese Frage bzw. Entscheidung schon einmal: Ein Kandidat, Rene, stand mit dem klaren Ziel eine Buchhaltungssoftware einzuführen ungeachtet dessen ob proprietär oder quelloffen, sein damaliger Gegenkandidat trat mit dem Ziel an, auch auf Excel bzw. bereits vorhandenen quelloffenen Softwares aufzusetzen um damit den Parteizielen von Anbeginn bereits treu zu bleiben. Die Piraten hatten bereits zum damaligen Zeitpunkt die Wahl und haben sich für Rene unseren jetzigen Bundesschatzmeister entschieden. Kann es also eine klarere Antwort auf die Frage als dieses Wahlergebnis geben?
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