Weihnachtskarte mit Kreditvolumen
Posted by ReBeLLDez 20
Die Frage wie es passieren konnte, das insgesamt 907 Microfiches mit tausenden Kreditkartenabrechnungen, insgesamt 8 Postrückläufer mit PINs (deren Perforation unzerstört war), drei Lieferscheine und einer Rechnung der Firma Atos Worldline bei der Frankfurter Rundschau landen konnten, ist nun wohl geklärt.
Es ist auf 2 überaus hochintelligente Mitarbeiter eines Kurierdienstes zurückzuführen.
Eine Firma aus Stuttgart hatte per Kurierdienst ein Paket mit einem Stollen an den Chefredakteur der Frankfurter Rundschau geschickt, welches zunächst in einer Sammelstelle in Mainz landete. Zur ungefähr gleichen Zeit beauftrage die Firma Atos Worldline in Frankfurt am Main wie gewohnt einen Kurierdienst damit, 6 Pakete mit den Dingen an die Landesbank Berlin zu befördern.
Zwei Mitarbeiter des Kurierdienstes haben das Paket mit dem Stollen allerdings in die eigene Tasche wandern lassen und dann, um Ihre Tat zu vertuschen, dem ganzen Übel seinen Beginn verpasst. Anstatt z.B. einen leeren Karton zu nehmen, nahm man einfach eines der 6 Pakete von Atos an die LBB und versah es mit dem Etikett des Stollenpakets, das an die Frankfurter Rundschau ging. Somit war alles perfekt, und die Frankfurter Rundschau erhielt die Daten, die eigentlich an die LBB gehen sollten.
Schlecht für die LBB, gut für die Zeitung. So hat man direkt die Schlagzeilen für den bzw. sogar die nächsten Tage ohne dafür etwas zu tun, als ein Paket anzunehmen. Die LBB hat dafür, ganz ohne Kosten und Mühen, dann direkt mal die Promotion kassiert. Ob nun diese Promotion allerdings so gut war, wage ich in Frage zu stellen.
Ob es nun ein gutes Geschäft war seinen Job in Gefahr zu bringen damit man einen Christstollen bekommt, ist sicherlich mit Nein zu beantworten. Es würde mich nämlich ehrlich gesagt wundern, wenn der Kurierdienst die zwei Mitarbeiter nicht wegen des Diebstahls sofort entlassen hätte. Das ginge doch schon allein wegen der Publicity wohl kaum anders, als mit zwei Entlassungen.
Ich frage mich bei dem ganzen allerdings, wieso man solch empfindliche Daten mit einem normalen Kurier und ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen befördern lässt. Sparen ist ja schön und gut, aber doch bitte richtig!



4 comments
Trackback by DBCLAN.de on 20.12.2008 at 06:34
Skandalöser Christstollen…
Es gibt Zusteller, ähm Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, deren Arbeitsleistung angezweifelt werden kann. Mal kommen sie zu spät, manchmal überpünktlich, so dass man selbst gerade nicht zu Hause ist, ein anderes Mal schaff…
Pingback by Der Stollen-Fall, der den Skandal nur größer macht - und es keiner merkt es | blogoperium.de on 20.12.2008 at 13:15
[...] und Sachverstand und nicht nur boulevardesquen Sprachabfall. Hintergründe und Leute, die etwas weiterdenken scheint es nur noch in der Blogosphäre zu geben – Traurig, dass Journalisten (mit [...]
Kommentar by Weihnachtslicht on 20.12.2008 at 17:06
Die Firma ATOS verschickt elektronisch und verschlüsselt die angefallenen Tagesdaten an eine Bank. Der Bank-PC sortiert die Daten nach Kontoinhaber und rechnet deren Kontostand aus. Der Kunde lässt sich den Auszug drucken und danach wird der Auszug verfilmt und wandert in den Keller der Bank (für den Fall, dass ein Kunde erneut einen älteren Kontoauszug haben möchte). Die Daten auf dem PC werden gelöscht (der würde ja sonst überlaufen). Soweit so gut.
Aus welchem Grund sollte eine Bank nun die Archivalien an die Firma ATOS schicken? Was sollte die bloß damit machen? Diese Firma war es doch, die die Daten zuerst hatte und sicherlich auch elektronisch speicherte. Der ganze Vorgang macht keinen Sinn.
Aber bevor wir darüber mehr erfahren, werden sicher morgen die Zeitungen melden, dass die beiden Fahrer Jacobs-Kaffe zu dem Stollen getrunken haben. Dazu folgt dann eine ganzseitige Anzeige von Jacobs Kaffee.
Aha…, jetzt kommt Licht ins Dunkel.
Pingback by Interview à trois organes de presse allemande | mIRC.ma on 31.12.2008 at 00:24
[...] Weihnachtskarte mit Kreditvolumen – Frankfurter, Rundschau … [...]