Archive for Dezember, 2008

Prosit Neujahr

Das Team von Schwarz-Weiss wünscht allen Freunden, Kollegen, Bekannten und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir freuen uns bereits jetzt auf viele neue Beiträge und Informationen und werden wieder fleisig in die Tasten hauen.

Schnell, Schneller, Sinnlos?

An der Spitze fällt es sich leichtDer Baden-Württembergische Kabelnetzbetreiber KabelBW hat mit Investionen von 150 Millionen Euro wie geplant in diesem Jahr sein Netz ausgebaut, womit nun rund 8 Millionen Menschen in rund 3,5 Millionen Haushalten in Baden-Würtemmberg mit bis zu 32 MBit/s surfen und telefonieren können.

In der im Schwarzwald liegenden Stadt Schramberg hatten die 22.000 Einwohner der Stadt bisher gerade einmal DSL Light, können nun nachdem die Stadt an das Glasfasernetz angeschlossen wurde mit einem vielfachen der Geschwindigkeit surfen, wenn Sie denn wollen.

Die Gesellschaft, die nach eigenen Angaben rund 2,3 Millionen Kunden hat, kann somit theoretisch alle Kunden mit bis zu 32 MBit/s versorgen – wohlbemerkt mit “bis zu”. Bei Arcor bekomme ich auch bis zu 16 MBit/s, allerdings lade ich höchstens mit 1,5 MiB/s herunter, was dann doch eher 12 MBit/s entspricht – aber es ist eben eine “bis zu” Angabe.

Diese Bandbreiten sind vielleicht für den Endverbraucher recht schön, aber wirklich benötigt? Ich könnte mit meiner Leitung, wenn ich vom realistischen Wert von 1,5 MiB/s ausgehe, in 30 Tagen rein rechnerisch rund 3.71 TiB herunterladen. Mein durchschnittlicher Verbrauch allerdings liegt, laut vnstat, bei monatlich rund 50 GB, was wiederum etwa 1,5% der theoretisch Möglichen Menge ist. Bei 32 MBit/s Brandbreite sind 50 GB etwa 0,5% der in 30 Tagen maximal möglichen rund 9,89 TiB. Man bedenke nun, das der durchschnittliche Benutzer am heimischen DSL Anschluss kaum 50 GB Volumen verbraucht, da er nicht wie ich mehr oder minder schon im Internet lebt ;)

Ein weiterer Punkt ist, das die meisten Server in Rechenzentren mit 100 MBit/s angebunden sind. Das bedeutet, es können maximal 3,125 Downloads zur selben Zeit mit 32 MBit/s stattfinden. Wenn wir nun Hetzner mit einer RZ Anbindung von 72 GBit/s nehmen, dann können bei 32 MBit/s nur 2304 User Downloaden. Somit wären Portale wie Rapidshare für Rechenzentren schlichtweg ein vielleicht sogar tödliches Unterfangen.

Wenn unsere lieben DSL Provider weiter so machen, haben wir demnächst die dicken RZs in den Kellern stehen – natürlich ohne USV und Brandschutzanlagen :o

Schwarzmarkt Angebot: Windows 7 Beta

win72Der Schwarzmarkt steht auch an den Feiertagen nicht still und hält für Interessierte Windows Fetischisten die neue Windows 7 Beta zum Download bereit.

Offiziell gibt es diese bei Microsoft aber noch nicht, sondern erst im Januar 2009 wird diese auf der CES in Las Vegas veröffentlicht.

Der Windows-Experte Paul Thurrott konnte dem Angebot nicht widerstehen und hat sich die Beta 1 von Windows (Build-Nummer 7000) angesehen und war überrascht: Es gibt keine neuen Funktionen seit der Vorabversion von Windows 7 (wer hätte das erwartet…).

Es wurden einige Neuerungen in die Beta 1 integriert, die in der Vorabversion gefehlt haben, allerdings von Microsoft bereits gezeigt wurden. Hinsichtlich der Stabilität soll die Beta wohl sehr gut laufen, so der Tester.

Neben Thurrott hat sich auch Adrian Kingsley-Hughes von CNet.com die Beta Version angesehen und war positiv überrascht. Der Vista Nachfolger läuft seiner Ansicht nach bereits sehr stabil und zuverlässig. Bis zum Erscheinen der Finalversion sind keine neuen Funktionen mehr geplant, so dass Microsoft nun weitere Bugs einbauen kann Fehlerkorrekturen an den bestehenden Neuerungen und am Betriebssystem vornehmen kann.

Es ist schade, dass Microsoft wohl bei Windows 7 schnell einen Nachfolger für das vergeigte Windows Vista züchten wollte und dabei wieder keine merklichen Änderungen vorgenommen hat. Meines Erachtens wird es mit Windows 7 nun noch schlimmer als mit Windows Vista. Zum Glück muss mich das als Debian Nutzer nicht belasten :)

OpenOffice.org krankt

Openoffice hat nach Ansicht des Entwicklers Michael Meeks, einige ernsthafte Probleme. Zu diesem Schluss kam er als er sich über die Statstiken der Code Repositories hergemacht hat. Meeks selbst ist hauptberuflicher Entwickler an OOo der von Novell finanziert wird.

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Nach Meeks Zählung sind aktuell nur noch 24 Entwickler an dem Probjekt richtig zugange, während es früher sogar einmal 65 Entwickler waren, die im Schnitt 100 Zeilen Code pro Monat zu dem Projekt neu hinzugefügt haben.

Verantwortlich für den Rückgang und das Entwicklertief macht Meeks aber nicht an der mangelnden Community sondern vielmehr daran, dass es a) Problematiken mit der Lizenz von OOo gibt und b) das die Strukturen innerhalb des Projekts einfach zu komplex wären.

Sun hat sich bereits nach und nach aus dem Projekt zurückgezogen. Zu seinem Arbeitgeber Novell kann er dazu kaum Auskünfte geben, weil dieser mit eigenen Repositories arbeitet, die dann abgeglichen werden und somit der neue Quellcode erst ziemlich spät in das Hauptrepository einfließt.

Der Nachteil liegt auch in der Lizenz, Sun verpflichtet jeden Entwickler dazu, dass der Quellcode mit dem Check In in das Repos damit mit allen Rechten an Sun übergeht. Einigen Entwicklern wird dies nicht so sehr schmecken, wie bei einer GPL gestützten Lizenz.

Als Lösung schlägt Meeks drastische Mittel vor: Entkopplung von Sun, sowie Vereinfachung der Strukturen. Abgerundet wird sein Vorschlag von einer gemeinnützigen Einrichtung (einer sog. Foundation oder Genossenschaft) die allen zu Gute kommt.

Ob er allerdings mit seinen Vorhaben Gehör findet ist ungewiss. Als abschliessenden Apell bringt Meeks vorallem ins Spiel, dass auch Desktopanwender, die das Produkt nutzen, sich mehr engagieren müssten, sofern sie weiterhin das Produkt nutzen wollen.

Festus ignorantis

Internationale Schutzorganisationen geben bekannt, das der Bestand der Weihnachtsmuffel nicht mehr als gefährdet gelten kann, da die Bestände in den letzten Jahren wieder stetig zugenommen haben.

Der Weihnachtsmuffel (Festus ignorantis) entpuppt sich meist Anfang Dezember. Seine Lebensdauer beträgt nur einen knappen Monat, bis zum 26. Dezember. Eine noch kürzere Lebensdauer, nämlich ein Tag, kann beim artverwandten Geburtstagsmuffel (Natalis ignorantis) beobachtet werden.

Das massenhafte Auftreten des Weihnachtsmuffels in den letzen Jahren ist nach Angaben von Wissenschaftlern mit dem verstärkten Angebot von Weihnachtsprodukten bereits im September vor der winterlichen Weihnachtszeit verbunden. Das Sortiment bei den einschlägig bekannten Discountern, Plus, Aldi, Lidl usw. wird dann dafür aber auch ab 02. Januar auf die Osterproduktion umgeräumt. Ein weiterer Faktor sollen häufig abgespielte Weihnachtslied-DVDs in der Endlosschleifen-Betriebsart sein. Eine schwedische Forschergruppe stellte bereits im vergangenen Jahr in einer Studie fest, dass übermäßiger Konsum von „Last Christmas” (Wham!) bei einem Großteil der Bevölkerung zu einem Verlust an Weihnachtsstimmung führen kann, vor allem, weil James Last nun wirklich sein Gnadenbrot verdient haben sollte.

Wer den scheuen Weihnachtsmuffel beobachten möchte, sollte fern von Weihnachtsmärkten und weihnachtlich geschmückten Einkaufsstraßen auf die Suche gehen. Der Weihnachtsmuffel beherrscht die Kunst der Tarnung, manchmal erkennt man ihn nur an einem unwillkürlichen Zittern bei auftretendem Glühweingeruch, an der auftretenden Panik beim Gebrauch des Wortes „Geschenk” oder am krampfhaft geschlossenen Mund beim gemeinschaftlichen Weihnachtlieder-Absingen.

Weihnachtsmuffel werden den Nützlingen zugeordnet, denn sie bewahren uns vor der weiteren Ausweitung der Weihnachtszeit bis in den Sommer hinein – dem (von Marktstrategen bereits geplantem) „Totalweihnachten” vom 01. Januar bis zum 31. Dezember jeden Jahres.

Auf der Frankfurter Messe „Christmasworld” sind sie Ende Januar unter den Plüschtieren, die zu Weihnachten in Schaufenstern vor den Kindern hin und her wackeln. Riesenenten. Sie jetten in durchsichtigen Badehosen-Overalls, plumpsen in weltweite Wässer. Die Enten haben Eulenaugen, schielen auf xmas.

Die Weihnachtsmuffel treffen sich alljährlich auf „Malle” und in den Niederungen unterhalb des Cruz de Tejeda, nämlich Maspalomas auf Gran Canaria, und in Los Gigantes auf Teneriffa, vereinzelt auch an der Playa de America und in Puerto de la Cruz beim Shoppen. Alle Tripper-Clipper der Lusthansa sind zu diesem Zeitpunkt ausverkauft und auch keine Bonusmeilen ergatterbar.

In diesem Sinne gehabts wohl :)