So oder so ähnlich hatte ich mir das mit dem gestern durchgeführten Mainboardwechsel klappen sollen. Es kam aber ein wenig anders…

Zum Vorhaben

Altes Mainboard war nach 2 Jahren Dauerbetrieb(!) etwas altersschwach geworden, daher musste ein neues Mainboard angeschafft werden. Da ich mit den ASROCK Mainboards sehr gute Erfahrungen gemacht habe und ein Sockel 478 aus den meisten Shops schon verbannt war, habe ich daher nach einer guten und kompatiblen Lösung gesucht. Nach einigem Studium der Onlinebereiche entschied ich mich für ein ASROCK P4i65G – wie gesagt, ich habe keine Probleme mit den Brettern und für Officebereiche und sogar einige Games reicht es dicke. Das meiste macht dann sowieso der RAM und die CPU noch aus.
Nun wollte ich aber auf jeden Fall vermeiden, dass ich Windows XP komplett neuinstallieren muss. Das hat seinen Grund:

Seit 2 Jahren 18 Tagen kein Neuinstall erforderlich
Liebevolle und fürsorgsame Pflege von Windows und der Registry
2 Monate Getüftel von “wie stelle ich meine Windows Firewall nach einer Norton Deinstallation wieder her ?
Das System lief schön rund (hatte zwar seine Macken aber gut)

Daher war ich auf der Suche nach einer Lösung wie ich das Brett unter den Füßen von XP wegziehen konnte :)

Zum Tathergang

Der erfolgreiche Mainboardwechsel sollte vorallem darin bestehen, dass man a) Ruhe hat, b) keine Frauen um sich hat (is nur gefrage und Generve (“was machste denn da?” – “Die Schrauben rausdrehen” – “Und warum?” – “Damit ich das Mainboard rausnehmen kann” – “Achso muss man das?” – “Nein ich kleb das andere einfach mit 2 Litern Heissleim auf das andere und verstreche dann alles bündig”)), c) Tiere wegsperren (Katzen oder Hundehare im RAM Sockel kommen nich gut), d) Kaffe (oder anderes Koffeinhaltiges Getränk) und e) eine Schachtel Zigaretten (zumindes für mich als Raucher :)).

Nachdem wir das alles haben, brauchen wir natürlich noch die Hardware selbst :) Wichtig: Mainboard am besten auf den Teppichboden legen, nochma ordentlich mit der Leiterplatte durchs Wohnzimmer schieben (übern Teppich) damit sich auch alles schön Aufladen kann und man das Mainboard dann direkt im nächsten Papierkorb entsorgen kann ;) – Scherz beiseite, NICHT AUF DEN TEPPICH Legen, sondern auf einen glatten sauberen Tisch. Aufladung des Systems durch Elektrostatik oder sog. ESD (electrostatic discharge) kann schädlich für die IC (Integrated Circuit) sein und schrottet das Mainboard schon bevor Ihr die Ramriegel verkehrt herum eingebaut habt ;)

Daten sollte man vorher sichern auch wenn man es über den Weg versucht wie ich. Daher Backup machen, Eigene Dateien, Programme Ordner für Einstellungen etc und was ihr sonst alles noch so auf der Systempartition habt.

PC Ausschalten, auf den Tisch stellen oder legen und für gutes Licht suchen. Bei Kerzenschein wird das nichts. Bevor wir aber uns in das innere des Computers stürzen legen wir uns entweder ein Erdungsarmband an (gibts bei Unrath Conrad Electronic oder beim TV Fuzzi umme Ecke günstig) oder wir gehen mal eben an den nächsten Heizkörper oder Küchenherd und fassen mal kräftig an die Metallstücke dran, damit wir entladen sind. Danach laufen wir mit unseren von Omma gestrickten dicken Wollsocken über den Teppichboden schlurchend wieder zurück in Hauslatschen mit Gummisohle oder sonstige Schuhe die keine Ladung erzeugen wieder dahin wo der PC liegt.

Nun bauen wir alles langsam und ohne Hast aus dem PC aus. Ramriegel und PCI Karten die wir noch brauchen legen wir auf eine saubere und trockene glatte Oberfläche (Tisch) oder legen es auf ESD Tüten oder ESD Folien (das sind die Folien in die die Hardware immer eingepackt ist. Die Folie schimmert silbern und schirmt die Ladung ab).
An eurer Stelle würde ich gleich einmal den Staubsauger von Muttern beschlagnahmen und den PC innen sauber machen. Die Freaks können auch mal reinpusten, das Zeug einatmen und sich dann freuen wenn irgendwann der Krebs wuchert oder in der Bildzeitung steht, dass der Feinstaubwert an eurem Wohnort mal eben um 100% gestiegen ist. Der Staub der sich im PC bildet ist nicht besonders gesund, daher absaugen und weg damit.

Beim Einbau des neuen Mainboards achten wir besonders darauf dass wir die ABSTANDSHALTER auch im Gehäuse haben und nicht das Mainboard direkt ins Gehäuse schrauben (Silverster is vorbei, Feuerwerker werden daher nicht mehr gebraucht)

Ihr werdet lachen, aber ich kenne einen Kollegen der das brachte!! Ok ich erzähls euch kurz: Chieftec Gehäuse, Super Teil, neue Hardware endlich vom Gesparten gekauft und angeliefert. Schnell alles rausgerupft und eingebaut. Nur vergaß man beim Einbau leider die Abstandshalter zwischen Mainboard und PC Gehäuse. Damit nagelte man die Platine direkt auf das metallische Gehäuse. Der Freude zum Einschalten steckte man den Strom an, und drückte auf Power On – leider nur dieses eine Mal – Puff – Funken sprangen, Sicherung flog und alles war dunkel. “Was warn das ?” – “Keine Ahnung” – Sicherung wieder reingedrückt. “Muss an deiner Kiste liegen” – “Kann ja gar net sein, is alles neu” “Aha und woher kommt der Plastikgeruch?” – *schnupper* – “Hm ich schau mal nach” Rechner hochgeholt, reingehsehen – “Da passt alles” – “Ja seh ich auch, das passt so gut das das Mainboard sogar bündig auf dem Gehäuse geschraubt ist.” – Dann wird man noch blöd angeschaut… “Waren zufällig so komische Metall oder Plastikteile über?” – “Ja, die hier, keine Ahnung was das ist, die sind rausgefallen” – “Junge das sind die Abstandshalter für das Mainboard zum Gehäuse. Und nun rate mal was passiert wenn man das MB direkt auf das gehäuse schraubt das aus Metall ist und geerdet ist :)” – Der Abend war dann gelaufen, und der neue Rechner auch denn es war fast alles kaputt durch den Stromstoß.

Also zurück zur Sache, Mainboard eingebaut. Mit den PCI Karten würde ich nun vorsichtig sein. Wir haben nämlich folgendes vor:

Anstatt Windows neu zu installieren, möchten wir es reparieren und damit eine Neuinstallation vermeiden.

Das ist die Aufgabe, der Gegner Microsoft Windows XP :) Daher empfehle ich einmal nur die notwendigsten Karten einzubauen die für den Betrieb notwendig sind. Bei NVIDIA Karten kann es zu ein paar Problemen kommen da ich festgestellt habe, dass die Erweiterten Treiber von NVIDIA scheinbar nicht sauber durch die Reparatur laufen und das ganze irgendwann abbricht.

Nachdem wir den Rechner wieder zusammengeschraubt haben, werfen wir direkt die Windows XP CD ein und booten auch von dieser. Nichts anderes. Sobald die Treiber für das Setup geladen wurden, wählen wir als erstes “Windows XP Installation” aus und warten bis er die bereits vorhandene XP Version erkannt hat. Ist dies geschehen schalten wir mit Tastendruck auf “R” in den Reparaturmodus um.

Nun werden wir aber wenn wir Pech haben in ein paar Probleme laufen:

1) Windows steht bei der 34 Minuten Marke (Geräteerkennung)
Durch den Reperaturmodus werden alle Treiberdateien erst einmal verworfen und die Hardware neu gekämmt. Die Reparatur prüft daher welche Treiber erforderlich sind um das System wieder zum Laufen zu bekommen. Dabei passiert es gerne das das ganze System irgendwann stehen bleibt. Meistens nachdem er die HIDs erkannt hat oder mit einem Laufwerk / Device nicht klarkommt.

Nachsehen können wir das durch UMSCHALT+F10 – Damit erhalten wir eine Console mit der wir uns normal wie in DOS bewegen können. Im Verzeichniss C:\WINDOWS liegen dabei einige Dateien die mit setup* beginnen. Diese LOG oder TXT Dateien beinhalten wichtige Informationen über den Ablauf. Sofern dort Fehler stehen oder ein Eintrag ala:

Call RunOnceAndWait
RunOnceAndWait: RunOnce (nn known entries)

Dann ist der Rechner irgendwo hängen geblieben. Microsoft selbst rät nun neu zu starten, was bis zu 30 Mal passieren kann, bei jeder Aktion wird dabei ein Gerät deaktivert mit dem er nicht klarkommt. Bei den NVIDIA Treibern wird es da etwas komplizierter. Diese kann er scheinbar nicht sauber ausgliedern, so dass das System auch nach 10 Mal rebooten immer wieder bei mir an dem Punkt stehen geblieben ist.

2) System kann Datei nicht finden
Dieser Fehler entsteht auch einige Male wenn er eine Datei nicht löschen kann, weil nicht vorhanden. Das triviale,die Datei existierte bei mir am Rechner! Warum dieser Fehler also kommt weiss das Setup allein.

Abschluss

Bei mir hat die Taktik leider nicht funktioniert, auch wenn diese in einigen Foren angepriesen wird. Besonders vorsichtig wäre ich mit Programmen die Teile der IDE Treiber aus der drivers.cab entfernen. Ein kaputter Treiberkatalog kann schnell zum totalen Fiasko mit Neuinstallation führen, daher ist Vorsicht geboten.
Ich habe nun meinen Rechner wieder neu installiert und mittlerweile wieder eingerichtet, bei Linux wär das nicht passiert, aber das ist eine andere Sache ;)

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