Still und heimlich…

… wurde die Trackback Funktion bei Golem.de eingestellt. Finde ich interessant, dass diese Einstellung noch nicht einmal einen Betrag bei Golem.de selbst wert war. Aber seitdem die Gründer des Onlinemaganzins nicht mehr Bestandteil sind, scheinen dort andere Winde zu wehen. Schade eigentlich, jedoch ist mir in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, dass dort Beiträge auftauchen, die mehr Werbecharakter denn journalistischer Beitrag sind.

Minority Report

Einem Beitrag von Golem.de zufolge, beginnen bereits die ersten Vorbereitungen oder “Überlegungen” zu einem predictive Policing. Das klingt erst einmal harmlos, ist es jedoch nicht. Wer den Film Minority Report gesehen hat, wird bei dem Thema schlagartig hellhörig.

Die Polizei plant anhand von empirischen Daten eine Vorhersage von möglichen Straftaten und will dementsprechend reagieren. Dabei geht es jedoch nicht darum, entsprechend viele Polizeibeamte zu einer Versammlung zu fahren, weil dort viele Taschen gestohlen werden sollen um im Anschluss die Anzeigen, Beweise und Aussagen aufzunehmen, nein – es geht direkt um das Verhindern der Straftaten, noch bevor sie geschehen sind. Und genau darin liegt die Gefahr. Um die Vorhersagen möglichst genau zu treffen, ist es notwendig Daten zu sammeln. Bisher werden diese Daten, sofern sie gesammelt werden, vom Datenschutz geschützt, der jedoch an vielen Stellen so weich wie Butter ist. Ausserdem: Die Daten sind da, angesichts der Rechtsverletzungen die unbekümmert von den Ermittlungsbehörden in den letzten Monaten und Jahren ungeahndet begangen wurden, muss man sich nicht wundern, wenn plötzlich Daten miteinander verschränkt werden, die eigentlich nicht verschränkt werden dürften. Die rechtliche Bastion ist mir persönlich hier viel zu dünn. Daher: Daten gar nicht erst erheben, dann können diese auch nicht für andere Zwecke verwendet werden.

Jedes System das dazu geschaffen ist, Gutes zu tun, kann leicht dazu verwendet werden, Schlechtes zu vollbringen, denn es führt nur das aus, was der Bediener ihm anweist.

Wenn es also nun einhergeht, dass mittels Vorhersagen Menschenansammlungen, oder Auffälligkeiten, wie das Parken eines dunklen Lieferwagens in einer Seitenstrasse, die Gedankenpolizei auf den Spielplan ruft, weil es könnte jemand eine Straftat planen, so frage ich mich, wo das Ganze enden wird. Wer das wissen will, ist mit dem Film Minority Report gut bedient.

Getrennte Wege

spaltholz

Es war ein Experiment, das war aber keinem bewusst, es wurde einfach gemacht und irgendwie hat es funktioniert. Bis gestern, da war Schluss. Einer packt seine Sachen, räumt alles raus, nimmt alles mit – nach kurzer Diskussion wie was aufgeteilt wird. Danach bleibt einer zurück; allein mit dem Rest.

Bestandsaufnahme. Neuanfang – weiter gehts.

Was im ersten Moment wie ein Roman über Ehekrieg klingt, ist in Wirklichkeit keiner und viel banaler. Irgendwann, den genauen Zeitpunkt weiss ich nicht mehr, kam die Idee zwei Blogs, zwei Individuen,  zusammen zu legen. Der eine Blog war Schwarz-Weiss.cc der andere war SammelSchrott.net. Irgendwie hatte man die gleichen Interessen, die selben Themen, die selbe Lust auf andere draufzuhauen. Doch haben wir damals eines vergessen: Ein Blog ist ein Blog und etwas anderes als ein kommerzielles Projekt in dem das Interesse der Versilberung von Diensten ist. Ein Blog geht tiefer, ist persönlicher, individueller. So begann das Verbiegen, die Schere im Kopf, jeder überlegte sich was er wie schreiben soll, nur um innerhalb selbst gesetzter Grenzen zu agieren, nichts zu provozieren, keinen Schaden anzurichten. Und am Ende ist man nicht mehr seiner selbst – verstellt, unnatürlich, unerkannt.

Da sich keiner auf Dauer verbiegen will, die Schere im Kopf geräumt werden soll, kam die Trennung der beiden Blogs. Schwarz-Weiss.cc, wird wieder von mir allein betrieben und der bisherige Co-Autor beginnt ein neues “Blogleben” auf KiloHack. Die Interessen und Themen sind weiterhin die gleichen, nur die Menschen, die die Beiträge verfassen sind wieder sie selbst, natürlich, unverblümt, kräftig im Geschmack.

Ich freu mich drauf.

PS: Der geschätzte Kollege hat es auf seinem Blog etwas juristischer ausgedrückt. Zugegeben, die Variante konnte ich mir für einen Blogbeitrag ebenfalls gut vorstellen, das krasse Gegenteil dazu gefiel mir dann doch besser ;)

 

Bilquelle:

  • Petra Schmidt  / pixelio.de

Huawei K3772 Stick und PIN Eingabe

Da ich mich derzeit im Rahmen eines kleinen Projekts mit Arch Linux und Huawei K3772 Sticks auseinander setze, kam die Problematik auf, dass man die nervige PIN Eingabe bei den Sticks abschalten möchte. Interessanter Weise war Gammu dazu nicht in der Lage, also mussten die direkten AT Commands her. Zur Kommunikation  mit dem Stick verwende ich Minicom unter Arch Linux.

Los gehts

Mit diesem Befehl kommt man in das Setup. In der Regel installiert sich der Stick unter /dev/ttyUSB0, /dev/ttyUSB1, /dev/ttyUSB2 – falls das nicht der Fall ist, dann fehlt usb_modeswitch.

Im Setup von minicom richten wir nun als erstes die serielle Schnittstelle ein.

Danach als Standard-Einstellung speichern und minicom verlassen. Nun wird minicom erneut gestartet und die AT Befehle abgesetzt

Mit ATI werden allgemeine Informationen sowie die IMEI des Sticks angezeigt. Um nun die PIN zu deaktivieren ist folgendes erforderlich:

Der Part mit “0000″ muss durch die tatsächliche PIN ersetzt werden. Ist die Umstellung geglückt, so wird das mit einem einfachen “OK” quittiert. Falls ein Fehler auftaucht, kann erst einmal gecheckt werden, welchen Status der Stick hinsichtlich der PIN hat.

Der Befehl kann auf zwei Arten quittiert werden:

“0″ steht für deaktivierte und “1″ für die aktivierte PIN Abfrage. Solange eine “1″ dort steht muss, man den Vorgang wiederholen, damit er auf “o” steht. Sobald das geschehen ist, ist die PIN Sperre weg.

Hans Dampf

Na sowas aber auch: Seit über 15 Jahren bin ich am Rauchen. Immer nur Zigaretten, mal zwischen durch auch Pfeife mit Tabak (keine anderen Stoffe). Ich habe auch 2+ mal versucht aufzuhören, das eine Mal hat es ein paar Monate funktioniert, ein anderes Mal habe ich es knapp ein halbes Jahr durchgehalten. Nun rauche ich wieder und bin seit kurzem umgestiegen. Ja, – ich dampfe jetzt. Nein nicht vor Wut, sondern leckere Liquids (naja gut, ein leckeres Liquid, weil der Nachschub noch nicht da ist.

Mit dem Thema Dampfen beschäftige ich mich schon länger. Mehr argwöhnisch habe ich das Thema betrachtet, habe zig Forenbeiträge und viele Youtube Videos gesehen. Probiert habe ich es erst vor kurzem. Und nach einer anfänglichen Skepsis bin ich mittlerweile begeistert. Ich bin den ersten Tag ohne Pyro ausgekommen und als ich die Aschenbecher, die hier noch rumstanden weggeräumt habe, musste ich mich ernsthaft fragen, wie ich das vorher ausgehalten habe. Das Zeug riecht einfach grässlich.

Die E-Zigarette ist aber eine Umstellung an die man sich gewöhnen muss. Und diese Umstellung werde ich hier in meinem Blog berichten. So von Anfänger zu Anfänger. Was ich in der ganzen Dampfersache vermisse ist ein richtig schönes Einsteigerblog wo alles von der Pike auf erklärt wird und vor allem der Weg ein wenig bereitet wird. Das werde ich hier versuchen zu bieten, ich freue mich auf viele Leser.

Die ersten Beiträge werden darüber handeln warum ich dazu gewechselt bin, was mein Einsteigergerät ist und warum  Tabakliquids euch nicht den Weg bereiten werden!

Und in diesem Sinne grüße ich die ganze Dampfergemeinde weltweit und allzeit Gut Dampf!

Untauglicher Versuch eines Widerrufs

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt und die Idioten stehen schon wieder Schlange. Mann, mann, mann. Dieses Mal gibt sich eine Volksbühne aus Nordrhein-Westfalen die Klinge in die Hand. Das Ziel: Man möchte einen Vertrag kündigen und ist mit der einfachen Vorschrift der Schriftformerfordernis so überfordert, dass es schon einem Theaterstück gleich kommt. Aber der Reihe nach.

Im alten Jahr, irgendwann im 3 Quartal ging ein ganz wichtiges Einschreiben ein. Man schickte einen Brief in dem eine Kündigung abgefasst war. Man hat an alles gedacht: “Schick das bloß per Einschreiben, sonst gilt das nicht” hat man vermutlich beim gemeinsamen Tee in der Requisite noch geraten. Tja, nur hätte man dort auch den Rat geben sollen, dass ein Schriftstück das eine Willenserklärung darstellen soll, die der Schriftformerfordernis unterliegt auch unter Unterschrieben sein muss. Ui! Na wer hätte denn das gedacht – richtig: Niemand. Und so war das tolle Einschreiben für die Katz’, da nicht wirksam, weil keine Unterschrift. Da auf Arbeit jedes Dokument grundsätzlich bearbeitet wird, ist also die Nachricht versendet worden, dass das Schreiben nicht unterschrieben und damit ungültig ist. Es folgte – nichts. Keine Nachricht oder Nachfrage per Email – einfach Totenstille. So sei es drum.

Nun zum 1. Januar wurde eine Rechnung verschickt. Und plötzlich sind alle in der Puppenkiste wieder aufgewacht. Wie kann es denn sein, dass man eine Rechnung bekommt, man habe doch per Einschreiben gekündigt, ach ne das war ja ungültig. Aber wir haben ja ein Fax geschickt. Achja? Wohin? 0900 – 6×6? Fax liegt auf jeden Fall keines vor. Aber man hat einen tollen Sendebereicht im letzten Schreiben angekündigt – der war nur nicht am Schreiben mit angefügt. Ist auch kein Wunder, wo kein Sendebericht, da kein Fax :)

Und jetzt kommt der Klopper: Obwohl man einen Sendebericht für das ach so tolle Fax hat, das man ja versendet hat, kommt man nun mit dem untauglichen Versuch daher den Vertrag zu widerrufen. Man wurde ja nie über das Widerrufsrecht “schriftlich” informiert. Oha, bei Google muss das in den Suchergebnissen ganz oben gestanden haben. Man vergisst nur einen wesentlichen Punkt:

Es handelt sich um einen eigetragenen Verein. Bwahahaha *unterm Tisch lieg*. Das hat man bei Google im Suchergebnis wohl übersehen, dass § 355 (3) BGB ganz klar auf einen “Verbraucher” abgestellt ist. Und dieser muss eben die Belehrung zum Widerrufsrecht unter Verwendung der Vorgaben aus § 360 Abs. 1 BGB erhalten. Der Verbraucher ist im BGB ganz deutlich definiert, das steht in § 13 BGB. Ich zitiere:

Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zwecke abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.§ 13 BGB

Na sowas aber auch. Ein Verein der eine Volksbühne bzw. ein Theater betreibt passt da nicht so recht rein. Deswegen gilt hier § 14 BGB:

(1) Unternehmer ist eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.
(2) Eine rechtsfähige Personengesellschaft ist eine Personengesellschaft, die mit der Fähigkeit ausgestattet ist, Rechte zu erwerben und Verbindlichkeiten einzugehen.§ 14 BGB

Das klingt schon besser. Falls der Verein übrigens nicht eingetragen wäre (vgl. § 56 BGB) gilt dennoch § 14 BGB, denn dann wäre der nicht-eingetragene Verein eine rechtsfähige Personengesellschaft. Also in beiden Fällen verkackt. Das wurde der Dame nun mitgeteilt. Ich bin gespannt nach welchem Strohalm man nun greift.

Erinnerung gegen Kostenrechnung Gerichtsvollzieher

Die neuen Vollstreckungsformulare für die Fahrnis-, Konten- und Lohnpfändung /-vollstreckung sind ein voller Erfolg. Die sind so gut, dass noch nicht einmal Ober-Gerichtsvollzieher sattelfest darin sind. Anders kann ich mir nämlich aus einer Zwangsvollstreckung die übersandte Kostenrechnung nicht erklären. Es handelte sich beim Vollstreckungsauftrag um eine einfache Zustellung des Vollstreckungstitels, nachdem der Schuldner mal wieder aus der drölften Butze geklagt wurde, denn wer es nicht schafft nen paar Kröten Hosting Rechnung zu bezahlen, zahlt auch keine Miete.

Nachdem also der Schuldner gefunden war, Gerichtsvollzieher mit der Zustellung des Vollstreckungstitel – und nur damit, beauftragt. Es sollte über die Amtshandlung ein Protokoll erstellt werden. Eine Ablichtung des Protokolls eines möglicherweise geleisteten Vermögensverzeichnisses wurde explizit nicht angefordert.

Und was wird gemacht? Natürlich: Es wird eine Ablichtung des Vermögensverzeichnisses erstellt und mit läppischen 33.00 € berechnet. Aber so nicht. Gegen die Kostenforderung wird nun, da es unter 200 € ist Erinnerung (sonst wäre es eine Beschwerde) am zuständigen Amtsgericht eingereicht und dort mal der Vollstreckungsauftrag vorgelegt. Ich bin gespannt ob man beim Amtsgericht Nordhorn die neuen Formulare kapiert hat.

Webfakt und SEPA Umsetzung – Fehler inklusive

Bei mir auf Arbeit habe ich die Ehre, bis zur Fertigstellung der eigenen Buchhaltungssoftware (die in Python geklöppelt wird) mit Webfakt von Cika Software Ltd. & Co KG arbeiten zu “dürfen”. Cika Software ist übrigens der Laden der auch schon mal gern die Komplementärin und die Kommanditgesellschaft austauscht (wegen Insolvenz) und es noch nicht einmal nötig findet, den Kunden die Änderung mitzuteilen – wozu auch…

Man versucht sich derzeit im Programm Webfakt mit der Umsetzung zu SEPA. Das erste Update dazu kam immerhin schon im September. Allerdings hat man wohl die Beta Tests vergessen. Es kamen dann noch einige Überarbeitungen (sprich es werden Features ausgebaut und Bugs eingestreut, das nennt sich dann Benutzererlebnis oder als Anglizisme Userexperience). Das Benutzererlebnis kam prompt. Beim Versuch im Jänner einen großen Schwung Lastschriften zu ziehen, fuhr das ganze Gebilde mit Sack und Pack an die Wand. Ein Blick in die XML Datei gibt Aufschluss:

  • Umlaute
    Nach der PAIN 008.002.02 (das ist noch nicht mal die aktuelle; aktuell ist: pain.008.003.02 vom November 13) dürfen keine Umlaute enthalten sein. Umlaute sind natürlich trotzdem drin und fährt damit an die Wand.
  • Vertauschte Felder
    Da ich aus weiser Vorausicht sicherheitshalber den Kontoinhaber ohne Umlaute geschrieben habe sollte es damit eigentlich keine Probleme geben. Betonung liegt hier auf “eigentlich”. Die Herrschaften haben nämlich mal eben den Konotinhaber (das ist ein seperates Feld) mit den Feldern Name, Vorname, Firma (wie auch immer das geht…) vertausch. Damit sind die Umlaute wieder drin und noch dazu der falsche Kontoinhaber.
    Glückwunsch. Hat dort schon mal jemand was von Qualitätsmanagement gehört? Betatests? Hallo? Jemand da? – Scheinbar nicht…

Auf die Anfrage an den Support hin wird lapidar mitgeteilt, dass das derzeit fehlerhaft ist. Ein Update, das den Fehler behebt steht noch nicht fest. Ja ne ist klar. Zwischenupdate? Patch? Nein warum auch, aber die Rechnung wird natürlich pünktlich für den sog. “Wartungsvertrag” versendet. Ich frage mich wofür, wenn man den noch nicht mal erfüllt.

Kurzum: Schreib Software selber, dann weis man wenigstens wo man anpacken muss wenn es hackt. Weil bei Softwareklitschen ist es noch schlimmer als vor Gericht. Wenn ich allein an das Rumgestümpere der Firma SAGE in Verbindung mit der damaligen Einführung der Buchhaltungssoftware bei der Piratenpartei denke, muss ich laut lachen:

“Wie sind eigentlich Massenedits bei den Mitgliedern möglich” – “Äh was?” – “Mehrfachänderungen über mehrere Mitgliederkonten” – “Das geht nicht, das müssten Sie einzeln machen…” – Aber 5-stellige Beträge kassieren…

Happy hacking.

2408 Js 1450/13

Ein unscheinbares Aktenzeichen eines Ermittlungsverfahrens einer Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft sitzt in Hamburg, die das Ermittlungsverfahren führt. Eröffnet wurde es am 23. Dezember 2013. Ein schönes Weihnachtsgeschenk pünktlich zu Heilig Abend für den Hrn. Urmann, Geschäftsführer von U+C Rechtsanwälte URMANN + COLLEGEN Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Sitz in Regensburg.

Das Verfahren wurde auf die Strafanzeige der Kanzlei MMR, Müller Müller Rößner, eröffnet. Ausgang ungewiss. Kern der Strafanzeige stützt sich auf den §§ 240, 253 (4), 263 (3) StGB, also auf Nötigung, schwere Erpressung und schwerer Betrug. Der BGH hat gerade im Bezug auf Anwaltsschreiben / -mahnungen mit enthaltenen Drohungen erst kürzlich einen Richterspruch abgesetzt, der darstellt, dass “ein mit der Autorität eines Organs der Rechtspflege ausgestatteter Rechtsanwalt, der Behauptungen und Androhungen gegenüber einem juristischen Laien ausspricht, diese tatsächlich aber nicht bestehen, somit eine strafbare Handlung entsteht.” Diese strafbare Handlung betrifft jedoch in diesem Fall “lediglich” den Straftatsbestand der Nötigung, strafbar gem. § 240 (3) StGB oder bei erfolgter Zahlung auf die Nötigung, dann strafbar gem. § 240 StGB.

Der BGH führt dazu im Detail aus:

Zu Recht hat die Strafkammer den Hinweis des Angeklagten, seine Mandantin behalte sich im Falle der Nichtzahlung die Erstattung einer Strafanzeige vor, als (versuchte) Nötigung im Sinne von § 240 StGB gewertet.

Eine Nötigung setzt voraus, dass mit einem Übel (a.) gedroht wird (b.), wobei das Übel empfindlich sein muss (c.). Außerdem muss die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck gem. § 240 Abs. 2 StGB als verwerflich anzusehen sein (d.).

Bei einem Übel handelt es sich um eine künditige nachteilige Veränderung der Außenwelt (vgl. Fischer, StGB, 60. Aufl., § 240 Rn 32; Toeppel in NK-StGB, 4. Aufl., § 240 Rn. 103). Dies trifft für eine Strafanzeige zu, weil daraus zumindest ein Ermittlungsverfahren mit seinen vielfältigen nachteiligen Folgen erwachsen kann (vgl. Kudlich/Melloh, JuS 2005, 912; weitere Nachweise bei Sinn in MüKo-StGB, 2. Aufl., § 240 Rn. 78).

Der Täter droht mit einem Übel, wenn er (sei es zutreffend oder nicht) behauptet, er habe auf dessen Eintritt Einfluss (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 2011 – 1 StR 287/11, zusammenfassend Fischer aaO Rn. 31 mwN). Soll das Übel von einem Dritten verwirklicht werden, so muss er also die Vorstellung erwecken wollen, er könne den Driten mit der angekündigten Richtung beeinflussen und wolle dies für den Fall der Verweigerung des verlangten Verhaltens auch tun.Urteil des BGH AZ: 1 STR 162/13

Der gesamte Wortlaut des BGH dazu ist in diesem PDF zu finden, spannend wird es ab Seite 12. Die Strafanzeige der Kanzlei MMR findet sich da: Strafanzeige_gegen_Thomas_Urmann

Das Ermittlungsverfahren wird sich nun darauf erstrecken in wie weit die Abmahnungen zu recht erfolgt sind. Gerade im Hinblick auf das Rechteproblem (dazu gibt es einen seperaten Blogpost der das Thema anspricht) kann es durchaus sein, dass hier strafbare Handlungen vorliegen, bei denen jedoch der Rechtsanwalt noch davon kommen dürfte, da ich es als schwierig erachte im den Vorsatz nachzuweisen. Wie bereits in einem Interview des Rechtsanwalts lies er bereits verlautbaren, “dass er lediglich der Anwalt sei und technische Hintergründe guten Gewissens nicht beantworten könne”. Das wird sich vermutlich auch auf die Rechteinhaberschaft von The Archive AG ausweiten lassen, denn er wird sich darauf berufen was ihm sein Mandant erklärt hat. Seine Aufgabe war es nicht zu prüfen ob der Mandant tatsächlich die Rechte inne hat.

Wobei ich mich dann jedoch fragen muss, wie leichtgläubig der Rechtsanwalt sein muss, wenn er hier einen Mandatsballon von mehreren tausend Schreiben annimmt, ohne sich vorher zu vergwissern, dass die Inhaberschaft der Rechte einwandfrei ist. Vielleicht wird es ein blaues Auge mit dem er davon kommt. Ein starkes Stück wäre es, wenn man ihm die Mittäterschaft nachweisen kann. Dann dürfte so ziemlich die Post abgehen.

Neujahresgruß

Die Zeit rast unaufhaltsam vor sich hin und schon ist der ganze Weihnachtskram vorbei. Naja noch nicht ganz, bis zum 6. Jänner ist noch Weihnachtszeit, aber das verdorrte Gestrüpp kann jetzt schon keiner mehr sehen. Silvester ist dieses Jahr ein echtes Highlight gewesen. Mit einer herrschaftlichen Aussicht aus einem sehr hoch gelegenen Stockwerk meiner bescheidenen Wohnanstalt genoss ich das Schauspiel wie man mehrere tausend Euro in der Luft verschoss. In Worte ist das Schauspiel das sich heute darbot nicht zu beschreiben. Einfach phänomenal!

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Kreide mehr zu fressen, oder den Weichspüler wegzustellen. Ich habe es auf die sanfte gütmütige Art versucht und das Ergebnis war, dass auf einem mehr herumgetrampelt wird als wenn man mit dem “fränggischn dambfhammer afn diesch haud”. Ich nehme dann wieder die kernige Art und freue mich schon auf den ein oder anderen Blogpost dazu. Ein weitere Vorsatz für dieses Jahr ist, verschiedene Punkte stringenter zu Ende zu bringen und vor allem Punkte die vorgemerkt sind auch definitiv umzusetzen.

Ansonsten: Same shit as every year ;) Gehabts euch wohl.

PS:
Meinen Lesern hier wünsche ich natürlich alles Gute und etwas sehr schönes für das Jahr 2014. Ich habe für einige auch schon etwas sehr schönes vorbereitet – zumindest für mich: Kontenpfändungen, Haftanordnungen, Ladung zur Abnahme des Vermögensverzeichnisses – hach ja ich liebe es :D