Hans Dampf

Na sowas aber auch: Seit über 15 Jahren bin ich am Rauchen. Immer nur Zigaretten, mal zwischen durch auch Pfeife mit Tabak (keine anderen Stoffe). Ich habe auch 2+ mal versucht aufzuhören, das eine Mal hat es ein paar Monate funktioniert, ein anderes Mal habe ich es knapp ein halbes Jahr durchgehalten. Nun rauche ich wieder und bin seit kurzem umgestiegen. Ja, – ich dampfe jetzt. Nein nicht vor Wut, sondern leckere Liquids (naja gut, ein leckeres Liquid, weil der Nachschub noch nicht da ist.

Mit dem Thema Dampfen beschäftige ich mich schon länger. Mehr argwöhnisch habe ich das Thema betrachtet, habe zig Forenbeiträge und viele Youtube Videos gesehen. Probiert habe ich es erst vor kurzem. Und nach einer anfänglichen Skepsis bin ich mittlerweile begeistert. Ich bin den ersten Tag ohne Pyro ausgekommen und als ich die Aschenbecher, die hier noch rumstanden weggeräumt habe, musste ich mich ernsthaft fragen, wie ich das vorher ausgehalten habe. Das Zeug riecht einfach grässlich.

Die E-Zigarette ist aber eine Umstellung an die man sich gewöhnen muss. Und diese Umstellung werde ich hier in meinem Blog berichten. So von Anfänger zu Anfänger. Was ich in der ganzen Dampfersache vermisse ist ein richtig schönes Einsteigerblog wo alles von der Pike auf erklärt wird und vor allem der Weg ein wenig bereitet wird. Das werde ich hier versuchen zu bieten, ich freue mich auf viele Leser.

Die ersten Beiträge werden darüber handeln warum ich dazu gewechselt bin, was mein Einsteigergerät ist und warum  Tabakliquids euch nicht den Weg bereiten werden!

Und in diesem Sinne grüße ich die ganze Dampfergemeinde weltweit und allzeit Gut Dampf!

UNITED COLO / NGZ: Business as usual

Ich war so frei bei NGZ mal mehr oder weniger indirekt nachzufragen wie es denn nun aussieht – per Facebook. Schlicht und einfach nutzte ich dazu folgende Worte:

Game Over? http://schwarz-weiss.cc/2014/01/united-colo-ngz-game-over/Facebook

Diesen Post hat man auf Facebook gleich zwei mal gelöscht, wobei man mich nach der ersten Löschung wissen lies, das man den Post nun nicht gelöscht hat weil man die Insolvenz verheimlichen möchte, sondern weil der Beitrag nach Ansicht des vermeintlichen NGZ Mitarbeiters eine Menge Vermutungen enthält. Man ließ mir aber nach den Post, ohne Link zu diesem Blog, nochmal zu schreiben. Das die bloßen Worte bzw. die Frage “Game Over?” auf der Fratzenfiebel Seite eines Game-Hosters nicht wirklich Sinn machen und damit auch der Post ohne den Link keinen Sinn macht dürfte wohl klar sein.

Ich habe mir aber im Laufe des gestrigen Abends dann noch erlaubt nochmal ohne Link zu diesem Blog zu fragen und siehe da, man äußerte sich sogar – mehr oder weniger:

Aha. Man möchte also die Insolvenz gar nicht verheimlichen, zieht es aber dennoch vor keine öffentliche Stellungnahme auf Facebook abzugeben und wird die Kunden auch irgendwann mal informieren, wenn es was entscheidenes mitzuteilen gibt. So eine Insolvenz ist ja nun wohl nichts wichtiges, business as usual, das muss man dem Kunden doch gar nicht verraten. Das sich da rechtlich was ändern könnte, das ist doch nun wirklich nicht wichtig. Wie nennt man sowas doch gleich? Keine Eier? Schwanz einziehen? Oder etwa: Verheimlichen?

Mittlerweile kann man NGZ übrigens nichts mehr auf die Facebook-Seite schreiben, das hat man wohl mit samt dessen was bisher geschrieben wurde deaktiviert.

UNITED COLO / NGZ: Game Over?

Grün ist die HoffnungTimo Rolle, Geschäftsführer und Gesellschafter der UNITED COLO GmbH, Coburg

Ich bin mir nicht sicher ob Timo Rolle, neben Harald Ettel Geschäftsführer und zusammen mit Harald Ettel, Thomas Köhler, Klaus Martin, Irene Ros und Uwe Stark Gesellschafter der hinter NGZ stehenden UNITED COLO GmbH sich mit dem Satz tatsächlich auf das Routing Equipment oder auf das Eigenkapital der Gesellschaft bezogen hat. Aber Eigenkapital würde auch ganz gut passen. Glaubt man mal den Bilanzen sah es in der vergangenen Jahren, seit Gründung, mit dem Eigenkapital eher nicht so gut aus:

Bilanzstichtag
Eigenkapital
Quote zur Bilanzsumme
31.12.200422.987,59 €nicht bekannt
31.12.200518.109,40 € ~1,36%
31.12.2006-130.194,21 €~8,69%
31.12.2007-508.510,44 €~28,62%
31.12.20082.606,16 €~0,32%
31.12.2009-22.460,78 €~2,50%
31.12.2010-236.654,83 €~27,76%
31.12.2011-175.307,29 €~24,46%

Nachdem am 25. November 2013 um 15:00 Uhr vom Amtsgericht Coburg angeordnet wurde, das NGZ für’s Zahlen Hilfe bekommt, wurde im 10. Jahr nach Gründung der UNITED COLO GmbH gleich richtig abgefeiert: Am 01. Januar 2014 um 08:00 Uhr wurde unter dem Aktenzeichen 3 IN 430/13 vor dem Amtsgericht Coburg über das Vermögen der UNITED COLO GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet. Ob nun wegen Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung oder vielleicht sogar beidem geht aus den bisherigen elektronischen Veröffentlichungen leider nicht hervor. Auch die Frage, ob es Eigen- oder Gläubigerantrag war findet man bisher keine Antwort.

Bei NGZ ist man durch die Insolvenz aber scheinbar völlig von der Rolle, denn man glänzt aktuell anstatt mit Kundenkommunikation zu dem Thema eher mit interlektueller Zurückhaltung. Ich habe jedenfalls nirgens außer in den gerichtlichen Bekanntmachungen etwas zu der Insolvenz finden können.

2010 hat die UNITED COLO GmbH übrigens alle Anteile an der funpic.de Aktiengesellschaft und damit den FreeHoster Funpic.de übernommen. In wie weit die AG von der Insolvenz betroffen ist oder sein wird kann man derzeit nur vermuten, die AG selbst ist aber (noch?) nicht in der Insolvenz.

Warum die UNITED COLO GmbH nun wirklich in der Insolvenz ist weiß man nicht, man könnte aber meinen es lag am Management, was aber nur eine Vermutung ist zu der es bisher noch keine offiziellen Nachweise gibt.

Game Over?

Untauglicher Versuch eines Widerrufs

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt und die Idioten stehen schon wieder Schlange. Mann, mann, mann. Dieses Mal gibt sich eine Volksbühne aus Nordrhein-Westfalen die Klinge in die Hand. Das Ziel: Man möchte einen Vertrag kündigen und ist mit der einfachen Vorschrift der Schriftformerfordernis so überfordert, dass es schon einem Theaterstück gleich kommt. Aber der Reihe nach.

Im alten Jahr, irgendwann im 3 Quartal ging ein ganz wichtiges Einschreiben ein. Man schickte einen Brief in dem eine Kündigung abgefasst war. Man hat an alles gedacht: “Schick das bloß per Einschreiben, sonst gilt das nicht” hat man vermutlich beim gemeinsamen Tee in der Requisite noch geraten. Tja, nur hätte man dort auch den Rat geben sollen, dass ein Schriftstück das eine Willenserklärung darstellen soll, die der Schriftformerfordernis unterliegt auch unter Unterschrieben sein muss. Ui! Na wer hätte denn das gedacht – richtig: Niemand. Und so war das tolle Einschreiben für die Katz’, da nicht wirksam, weil keine Unterschrift. Da auf Arbeit jedes Dokument grundsätzlich bearbeitet wird, ist also die Nachricht versendet worden, dass das Schreiben nicht unterschrieben und damit ungültig ist. Es folgte – nichts. Keine Nachricht oder Nachfrage per Email – einfach Totenstille. So sei es drum.

Nun zum 1. Januar wurde eine Rechnung verschickt. Und plötzlich sind alle in der Puppenkiste wieder aufgewacht. Wie kann es denn sein, dass man eine Rechnung bekommt, man habe doch per Einschreiben gekündigt, ach ne das war ja ungültig. Aber wir haben ja ein Fax geschickt. Achja? Wohin? 0900 – 6×6? Fax liegt auf jeden Fall keines vor. Aber man hat einen tollen Sendebereicht im letzten Schreiben angekündigt – der war nur nicht am Schreiben mit angefügt. Ist auch kein Wunder, wo kein Sendebericht, da kein Fax :)

Und jetzt kommt der Klopper: Obwohl man einen Sendebericht für das ach so tolle Fax hat, das man ja versendet hat, kommt man nun mit dem untauglichen Versuch daher den Vertrag zu widerrufen. Man wurde ja nie über das Widerrufsrecht “schriftlich” informiert. Oha, bei Google muss das in den Suchergebnissen ganz oben gestanden haben. Man vergisst nur einen wesentlichen Punkt:

Es handelt sich um einen eigetragenen Verein. Bwahahaha *unterm Tisch lieg*. Das hat man bei Google im Suchergebnis wohl übersehen, dass § 355 (3) BGB ganz klar auf einen “Verbraucher” abgestellt ist. Und dieser muss eben die Belehrung zum Widerrufsrecht unter Verwendung der Vorgaben aus § 360 Abs. 1 BGB erhalten. Der Verbraucher ist im BGB ganz deutlich definiert, das steht in § 13 BGB. Ich zitiere:

Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zwecke abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.§ 13 BGB

Na sowas aber auch. Ein Verein der eine Volksbühne bzw. ein Theater betreibt passt da nicht so recht rein. Deswegen gilt hier § 14 BGB:

(1) Unternehmer ist eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.
(2) Eine rechtsfähige Personengesellschaft ist eine Personengesellschaft, die mit der Fähigkeit ausgestattet ist, Rechte zu erwerben und Verbindlichkeiten einzugehen.§ 14 BGB

Das klingt schon besser. Falls der Verein übrigens nicht eingetragen wäre (vgl. § 56 BGB) gilt dennoch § 14 BGB, denn dann wäre der nicht-eingetragene Verein eine rechtsfähige Personengesellschaft. Also in beiden Fällen verkackt. Das wurde der Dame nun mitgeteilt. Ich bin gespannt nach welchem Strohalm man nun greift.

Erinnerung gegen Kostenrechnung Gerichtsvollzieher

Die neuen Vollstreckungsformulare für die Fahrnis-, Konten- und Lohnpfändung /-vollstreckung sind ein voller Erfolg. Die sind so gut, dass noch nicht einmal Ober-Gerichtsvollzieher sattelfest darin sind. Anders kann ich mir nämlich aus einer Zwangsvollstreckung die übersandte Kostenrechnung nicht erklären. Es handelte sich beim Vollstreckungsauftrag um eine einfache Zustellung des Vollstreckungstitels, nachdem der Schuldner mal wieder aus der drölften Butze geklagt wurde, denn wer es nicht schafft nen paar Kröten Hosting Rechnung zu bezahlen, zahlt auch keine Miete.

Nachdem also der Schuldner gefunden war, Gerichtsvollzieher mit der Zustellung des Vollstreckungstitel – und nur damit, beauftragt. Es sollte über die Amtshandlung ein Protokoll erstellt werden. Eine Ablichtung des Protokolls eines möglicherweise geleisteten Vermögensverzeichnisses wurde explizit nicht angefordert.

Und was wird gemacht? Natürlich: Es wird eine Ablichtung des Vermögensverzeichnisses erstellt und mit läppischen 33.00 € berechnet. Aber so nicht. Gegen die Kostenforderung wird nun, da es unter 200 € ist Erinnerung (sonst wäre es eine Beschwerde) am zuständigen Amtsgericht eingereicht und dort mal der Vollstreckungsauftrag vorgelegt. Ich bin gespannt ob man beim Amtsgericht Nordhorn die neuen Formulare kapiert hat.

Webfakt und SEPA Umsetzung – Fehler inklusive

Bei mir auf Arbeit habe ich die Ehre, bis zur Fertigstellung der eigenen Buchhaltungssoftware (die in Python geklöppelt wird) mit Webfakt von Cika Software Ltd. & Co KG arbeiten zu “dürfen”. Cika Software ist übrigens der Laden der auch schon mal gern die Komplementärin und die Kommanditgesellschaft austauscht (wegen Insolvenz) und es noch nicht einmal nötig findet, den Kunden die Änderung mitzuteilen – wozu auch…

Man versucht sich derzeit im Programm Webfakt mit der Umsetzung zu SEPA. Das erste Update dazu kam immerhin schon im September. Allerdings hat man wohl die Beta Tests vergessen. Es kamen dann noch einige Überarbeitungen (sprich es werden Features ausgebaut und Bugs eingestreut, das nennt sich dann Benutzererlebnis oder als Anglizisme Userexperience). Das Benutzererlebnis kam prompt. Beim Versuch im Jänner einen großen Schwung Lastschriften zu ziehen, fuhr das ganze Gebilde mit Sack und Pack an die Wand. Ein Blick in die XML Datei gibt Aufschluss:

  • Umlaute
    Nach der PAIN 008.002.02 (das ist noch nicht mal die aktuelle; aktuell ist: pain.008.003.02 vom November 13) dürfen keine Umlaute enthalten sein. Umlaute sind natürlich trotzdem drin und fährt damit an die Wand.
  • Vertauschte Felder
    Da ich aus weiser Vorausicht sicherheitshalber den Kontoinhaber ohne Umlaute geschrieben habe sollte es damit eigentlich keine Probleme geben. Betonung liegt hier auf “eigentlich”. Die Herrschaften haben nämlich mal eben den Konotinhaber (das ist ein seperates Feld) mit den Feldern Name, Vorname, Firma (wie auch immer das geht…) vertausch. Damit sind die Umlaute wieder drin und noch dazu der falsche Kontoinhaber.
    Glückwunsch. Hat dort schon mal jemand was von Qualitätsmanagement gehört? Betatests? Hallo? Jemand da? – Scheinbar nicht…

Auf die Anfrage an den Support hin wird lapidar mitgeteilt, dass das derzeit fehlerhaft ist. Ein Update, das den Fehler behebt steht noch nicht fest. Ja ne ist klar. Zwischenupdate? Patch? Nein warum auch, aber die Rechnung wird natürlich pünktlich für den sog. “Wartungsvertrag” versendet. Ich frage mich wofür, wenn man den noch nicht mal erfüllt.

Kurzum: Schreib Software selber, dann weis man wenigstens wo man anpacken muss wenn es hackt. Weil bei Softwareklitschen ist es noch schlimmer als vor Gericht. Wenn ich allein an das Rumgestümpere der Firma SAGE in Verbindung mit der damaligen Einführung der Buchhaltungssoftware bei der Piratenpartei denke, muss ich laut lachen:

“Wie sind eigentlich Massenedits bei den Mitgliedern möglich” – “Äh was?” – “Mehrfachänderungen über mehrere Mitgliederkonten” – “Das geht nicht, das müssten Sie einzeln machen…” – Aber 5-stellige Beträge kassieren…

Happy hacking.

2408 Js 1450/13

Ein unscheinbares Aktenzeichen eines Ermittlungsverfahrens einer Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft sitzt in Hamburg, die das Ermittlungsverfahren führt. Eröffnet wurde es am 23. Dezember 2013. Ein schönes Weihnachtsgeschenk pünktlich zu Heilig Abend für den Hrn. Urmann, Geschäftsführer von U+C Rechtsanwälte URMANN + COLLEGEN Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Sitz in Regensburg.

Das Verfahren wurde auf die Strafanzeige der Kanzlei MMR, Müller Müller Rößner, eröffnet. Ausgang ungewiss. Kern der Strafanzeige stützt sich auf den §§ 240, 253 (4), 263 (3) StGB, also auf Nötigung, schwere Erpressung und schwerer Betrug. Der BGH hat gerade im Bezug auf Anwaltsschreiben / -mahnungen mit enthaltenen Drohungen erst kürzlich einen Richterspruch abgesetzt, der darstellt, dass “ein mit der Autorität eines Organs der Rechtspflege ausgestatteter Rechtsanwalt, der Behauptungen und Androhungen gegenüber einem juristischen Laien ausspricht, diese tatsächlich aber nicht bestehen, somit eine strafbare Handlung entsteht.” Diese strafbare Handlung betrifft jedoch in diesem Fall “lediglich” den Straftatsbestand der Nötigung, strafbar gem. § 240 (3) StGB oder bei erfolgter Zahlung auf die Nötigung, dann strafbar gem. § 240 StGB.

Der BGH führt dazu im Detail aus:

Zu Recht hat die Strafkammer den Hinweis des Angeklagten, seine Mandantin behalte sich im Falle der Nichtzahlung die Erstattung einer Strafanzeige vor, als (versuchte) Nötigung im Sinne von § 240 StGB gewertet.

Eine Nötigung setzt voraus, dass mit einem Übel (a.) gedroht wird (b.), wobei das Übel empfindlich sein muss (c.). Außerdem muss die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck gem. § 240 Abs. 2 StGB als verwerflich anzusehen sein (d.).

Bei einem Übel handelt es sich um eine künditige nachteilige Veränderung der Außenwelt (vgl. Fischer, StGB, 60. Aufl., § 240 Rn 32; Toeppel in NK-StGB, 4. Aufl., § 240 Rn. 103). Dies trifft für eine Strafanzeige zu, weil daraus zumindest ein Ermittlungsverfahren mit seinen vielfältigen nachteiligen Folgen erwachsen kann (vgl. Kudlich/Melloh, JuS 2005, 912; weitere Nachweise bei Sinn in MüKo-StGB, 2. Aufl., § 240 Rn. 78).

Der Täter droht mit einem Übel, wenn er (sei es zutreffend oder nicht) behauptet, er habe auf dessen Eintritt Einfluss (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 2011 – 1 StR 287/11, zusammenfassend Fischer aaO Rn. 31 mwN). Soll das Übel von einem Dritten verwirklicht werden, so muss er also die Vorstellung erwecken wollen, er könne den Driten mit der angekündigten Richtung beeinflussen und wolle dies für den Fall der Verweigerung des verlangten Verhaltens auch tun.Urteil des BGH AZ: 1 STR 162/13

Der gesamte Wortlaut des BGH dazu ist in diesem PDF zu finden, spannend wird es ab Seite 12. Die Strafanzeige der Kanzlei MMR findet sich da: Strafanzeige_gegen_Thomas_Urmann

Das Ermittlungsverfahren wird sich nun darauf erstrecken in wie weit die Abmahnungen zu recht erfolgt sind. Gerade im Hinblick auf das Rechteproblem (dazu gibt es einen seperaten Blogpost der das Thema anspricht) kann es durchaus sein, dass hier strafbare Handlungen vorliegen, bei denen jedoch der Rechtsanwalt noch davon kommen dürfte, da ich es als schwierig erachte im den Vorsatz nachzuweisen. Wie bereits in einem Interview des Rechtsanwalts lies er bereits verlautbaren, “dass er lediglich der Anwalt sei und technische Hintergründe guten Gewissens nicht beantworten könne”. Das wird sich vermutlich auch auf die Rechteinhaberschaft von The Archive AG ausweiten lassen, denn er wird sich darauf berufen was ihm sein Mandant erklärt hat. Seine Aufgabe war es nicht zu prüfen ob der Mandant tatsächlich die Rechte inne hat.

Wobei ich mich dann jedoch fragen muss, wie leichtgläubig der Rechtsanwalt sein muss, wenn er hier einen Mandatsballon von mehreren tausend Schreiben annimmt, ohne sich vorher zu vergwissern, dass die Inhaberschaft der Rechte einwandfrei ist. Vielleicht wird es ein blaues Auge mit dem er davon kommt. Ein starkes Stück wäre es, wenn man ihm die Mittäterschaft nachweisen kann. Dann dürfte so ziemlich die Post abgehen.

Vautron/Antagus: Datenschutz? Validität?

ant-admin-ssl

Es gibt Dinge, z.B. bei Zugangs- oder personenbezogenen Daten, bei denen es Sinn macht bzw. meiner Meinung nach erforderlich ist, Daten verschlüsselt zu übertragen. In der heutigen Zeit ist das eigentlich kein Problem: SSL Zertifikate kann man sich selbst erstellen oder, wenn diese valide sein sollen, günstig erwerben, alternativ auch einfach irgendeines nutzen was nicht zur Domain passt und die Warnung des Browsers wegen Invalidität einfach weg klicken. IP-Knappheit ist dank Wildcard- und Multi-Domain-Zertifikat oder Server Name Indication nicht wirklich ein Problem – letzteres zumindest dann nicht, wenn man keine uralte und an sich grauenhafte Software (Windows XP mit Internet Explorer 8 o. dgl.) nutzt.

Es gibt nun aber auch Firmen (ich möchte nun keine Namen wie 1st Antagus Internet GmbH Vautron Rechenzentrum AG erwähnen) die es, trotz das Sie für die Domain ein Wildcard-Zertifikat haben mit dem Sie alle Subdomains sogar valide schützen könnten, nicht schaffen dieses auch an stellen zu verwenden, wo es angebracht wäre.

ant-adminAuf der Suche nach einer Lösung zu einem Fehler, den ich mangels möglicher API-Freischaltung für einen Account bei der Bedienung eines Domainrobots per cURL erhielt, bin ich auf admin.antagus.de gestoßen. Offensichtlich handelt es sich dabei um die Administrationsoberfläche für den Domainrobot von Antagus, also der Vautron Rechenzentrum AG.

Bei der Betrachtung dieses Interfaces im Browser fiel mir irgendwann auf, dass das ganze irgendwie ohne SSL Schutz aufgerufen wurde, wobei ich bei so einem Interface schon voraussetze das man direkt auf SSL weitergeleitet wird.. Aus neugier rief ich https://admin.antagus.de auf und … erhielt die Fehlermeldung aus dem Bild über dem hiesigen Text. Kurzum: Das Interface ist mit SSL gar nicht erreichbar, obgleich, davon jedenfalls kann man ausgehen, Schutzwürdige Daten (bspw. Zugangsdaten) übertragen werden. Gerade in Zeiten von Abhörskandalen ein absolutes No-Go.

Jenes Unternehmen, das übrigens selbst SSL Zertifikate anbietet, hat es wohl schlicht versäumt oder sogar fahrlässig unterlassen, SSL Schutz zu implementieren, obgleich man sogar ein valides und gültiges Zertifikat hat:

ant_wildcardWie man eine eigene CA erstellt, um (für den normalen Besucher einer Webseite) invalide Zertifikate auszustellen, weiß man aber wohl – denn unter https://antagus.de findet man ein von der “Vautron CA” ausgestelltes Zertifikat, allerdings für domains.flatbooster.net:

Was wohl die vermeintliche Rechtsabteilung dieser mysteriösen Gesellschaft, namentlich Vautron Rechenzentum AG, sagen würde, wenn wegen diesem Umgang mit dem Datenschutz irgendwann mal Daten abhanden kommen würden? Jeder mag sich, insb. wenn man den Laden oder eine andere Firma aus dem Graf Hardenberg’schen Firmengeflecht kennt, seine eigene Meinung bilden …

Neujahresgruß

Die Zeit rast unaufhaltsam vor sich hin und schon ist der ganze Weihnachtskram vorbei. Naja noch nicht ganz, bis zum 6. Jänner ist noch Weihnachtszeit, aber das verdorrte Gestrüpp kann jetzt schon keiner mehr sehen. Silvester ist dieses Jahr ein echtes Highlight gewesen. Mit einer herrschaftlichen Aussicht aus einem sehr hoch gelegenen Stockwerk meiner bescheidenen Wohnanstalt genoss ich das Schauspiel wie man mehrere tausend Euro in der Luft verschoss. In Worte ist das Schauspiel das sich heute darbot nicht zu beschreiben. Einfach phänomenal!

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Kreide mehr zu fressen, oder den Weichspüler wegzustellen. Ich habe es auf die sanfte gütmütige Art versucht und das Ergebnis war, dass auf einem mehr herumgetrampelt wird als wenn man mit dem “fränggischn dambfhammer afn diesch haud”. Ich nehme dann wieder die kernige Art und freue mich schon auf den ein oder anderen Blogpost dazu. Ein weitere Vorsatz für dieses Jahr ist, verschiedene Punkte stringenter zu Ende zu bringen und vor allem Punkte die vorgemerkt sind auch definitiv umzusetzen.

Ansonsten: Same shit as every year ;) Gehabts euch wohl.

PS:
Meinen Lesern hier wünsche ich natürlich alles Gute und etwas sehr schönes für das Jahr 2014. Ich habe für einige auch schon etwas sehr schönes vorbereitet – zumindest für mich: Kontenpfändungen, Haftanordnungen, Ladung zur Abnahme des Vermögensverzeichnisses – hach ja ich liebe es :D

So ein Scheiss: SSL und Cache Plugins

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Ich mein versteht mich nicht falsch, aber heutzutage muss man ja sogar Angst haben, dass man beim Kacken von unten durch die NSA ausgeleuchtet wird, deswegen installiert sich nun auch jeder brav sein SSL Zertifikat sogar in einem WordPress Blog wo vor 3 Jahren keiner auch nur ansatzweise dran gedacht hätte. Aber muss es denn wirklich sein, dass WordPress und die ganze Brut der Plugin Entwickler einfach noch im 18 Jahrhundert lebt und man bei Installation eines der Plugins zum Cachen von Beiträgen (wie zB Cachify, W3 Total Cache) seinen Blog nicht wieder erkennt weil man entweder mit Fehlermeldungen die kein Arsch versteht oder mit Seitenfehlern zugeschissen wird bei denen man sich fragt: WIE IST EINE SOLCHE SCHEISSE NUR MÖGLICH?

Also liebe Plugin Entwickler: Wir haben 2013 (fast 2014)! Es gibt eine NSA die sich darüber freut, dass man Füchse in Säure stecken kann, dann bekommt nun endlich mal den Arsch an die Wand und bringt euren verkackten Plugins bei, dass es SSL und non-SSL Seiten gibt! Und wenn wir schon dabei sind, könnten auch gleich die Herrschaften Netzbetreuer, die von Schlandnetzen, Performance und so Gefasel wie “Deutschland braucht das schnellste Netz der Welt” träumen, endlich mal den Arsch von den Leitungen hoch bekommen, die China Ware aus den Racks reissen und endlich mal QUALITÄT verbauen, damit es in Deutschland möglich ist nur eine DSL Leitung haben zu müssen! Nein eine Leitung reicht heute nicht mehr – weil die ist mehr Offline als die Telekom verbeamtete Mitarbeiter in die billigen Sessel furzen lässt – und selbst mit zwei Leitungen hat man immer noch Störungen und darf froh sein, dass die eigene Bude nicht noch 4 weitere Anschlüsse hat, sonst könnte man auf die Idee kommen noch weitere Leitungen zu buchen damit man endlich Mal GESCHWINDIGKEIT und STABILITÄT beim Internet hat – dann kann man auch die Cache Pluginscheisse weglassen!!

DANKE!

  • Bildnachweis:
    TheMM (CC BY-NC 2.0, Name: It’s Spring – Take a Shit